Frankfurt: Trapp-Vertreter kämpft um neuen Vertrag

Immer wieder Nikolov: "Dafür bin ich doch da"

Oka Nikolov (Eintracht Frankfurt)

Ist immer da, wenn er gebraucht wird: Oka Nikolov am Mittwoch beim Training in Frankfurt. picture alliance

"Man könnte meinen, gleich geht die Welt unter", sprach Nikolov am Mittwoch verwundert: Gleich vier Kamerateams begleiteten seine provisorische Presserunde in Frankfurt. Wie immer wollte er wenig Aufhebens um seine Person machen, Kampfansagen und allzu forsche Sprüche sind dem Mazedonier seit jeher fremd. "Dafür bin ich doch da, dass ich jetzt spiele, wo Kevin verletzt ist. Dafür werde ich bezahlt."

Und dafür wird er von den Eintracht-Fans geliebt. Seit 1991 gehört er der SGE an, seit 1993 dem Profikader. Immer wieder drohte er, ins zweite Glied zu rutschen, immer wieder setzte er sich gegen die Konkurrenz durch. Ob Markus Pröll, Ralf Fährmann oder Thomas Kessler geholt wurden - am Ende spielte Nikolov: insgesamt 221-mal in der ersten und 150-mal in der zweiten Bundesliga.

Erst an Trapp biss er sich die Zähne aus. Wobei das erste Pflichtspiel nach dessen Verpflichtung im Sommer beinahe wieder ein Fall von "typisch Oka" war: Nach nicht einmal 20 Minuten sah die neue Nummer eins im DFB-Pokal-Spiel gegen Erzgebirge Aue (0:3) Rot, und plötzlich stand wieder Nikolov im Kasten, der zuvor als Stammkraft mit der Eintracht aufgestiegen war.

Für Kevin tut es mir unheimlich leid. Er hat eine überragende Saison gespielt.

Oka Nikolov über Kevin Trapp

Es blieb eine kurze Episode, in der Bundesliga war Trapp ja spielberechtigt und entwickelte sich mit herausragenden Leistungen zu einer bundesweiten Spitzenkraft (kicker-Notenschnitt: 2,40 - Topwert unter den Torhütern ). Trotzdem steht Nikolov jetzt am Ostersonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) in Fürth vor seinem x-ten Comeback. Trapps Mittelhandbruch ließ ihn am Mittwoch nicht zum ersten Mal in seiner Karriere sagen: "Natürlich freue ich mich, dass ich jetzt wieder spiele."

Erste Gespräche mit Hübner

Und er fühlt sich bereit dafür. "Ich halte mich nie zurück", sagte Nikolov nach seiner rund 90-minütigen Trainingseinheit, nur etwa 50 Meter Luftlinie entfernt von der deutschen Nationalmannschaft, die sich in Frankfurt auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan vorbereitet. "Man muss immer für den Fall der Fälle bereit sein."

Wegen Trapp: SGE engagiert Rechtsbeistand

Nun will er seinen Beitrag leisten - dafür, dass die Eintracht nach zuletzt durchwachsenen Leistungen noch in Europa landet ("Es ist noch einiges drin in dieser Saison"), und dafür, dass er nach der Saison weitermachen darf: Sein Vertrag läuft aus, erste Gespräche mit Sportdirektor Bruno Hübner haben bereits stattgefunden.

"Meine Zukunftsplanung ist Fürth in zwei Wochen, dann sehen wir weiter", hielt sich Nikolov am Mittwoch bedeckt. Sein Statement zu Jahresbeginn dürfte aber immer noch gelten: "Solange ich gerade laufen kann und morgens noch aus dem Bett komme", hatte er damals erklärt, "will ich weitermachen."