Bundesliga

Handspiel-Wirrwarr: Tuchel versteht's nicht mehr

Mainz/Leverkusen: Völler wünscht Meyer Schmerzen

Handspiel-Wirrwarr: Tuchel versteht's nicht mehr

Manuel Friedrich bekommt Bo Svenssons Schuss an die Hand

Handspiel mit Zündstoff: Manuel Friedrich wird von Bo Svensson angeschossen - Florian Meyer entschied auf Elfmeter. picture alliance

Ob Freiburgs Cedrick Makiadi in oder Stuttgarts William Kvist gegen Nürnberg (jeweils 1:1): An den vergangenen Spieltagen häuften sich die Diskussionen über vermeintliche Handspiele im Strafraum wieder, die schon seit Saisonbeginn Schiedsrichter, Trainer und Fans beschäftigen. Nahm der Spieler absichtlich die Hand? Wurde die Körperfläche vergrößert? War die Bewegung unnatürlich?

Es sind Fragen, die am Samstag auch in Mainz die Aufarbeitung der 90 Minuten bestimmten. In der 61. Minute schoss FSV-Verteidiger Bo Svensson Manuel Friedrich an. Dem Leverkusener, der sich in den Schuss drehte, prallte der Ball vom Fuß an die Hand. Florian Meyer pfiff nach kurzer Überlegung Elfmeter, den Andreas Ivanschitz zum 1:0-Heimsieg verwandelte.

Es war der 16. Handelfmeter der laufenden Saison, nur in der allerersten Bundesliga-Spielzeit war es zum gleichen Zeitpunkt einer mehr. Entsprechend hitziger werden die Diskussionen im Anschluss. Rudi Völler, selbst von einer Erkältung geplagt, erklärte sogar erbost: "Ich wünsche dem Herrn Meyer, dass er heute Abend Bauch- und Kopfschmerzen bekommt, wenn er sich die Szene noch einmal im Fernsehen anschaut." Bayer-Torjäger Stefan Kießling bezeichnete die Entscheidung als "Frechheit".

Der Arm auf Kopfhöhe - das ist keine natürliche Handhaltung.

Florian Meyer

Meyer ließ sich von alldem jedoch nicht beirren: "Friedrich bewegt sich mit der Hand in den Schuss zum Ball. Der Arm auf Kopfhöhe - das ist keine natürliche Handhaltung." Auch nach Einsicht der TV-Bilder bleibe er bei seiner Entscheidung. Mainz-Coach Thomas Tuchel hatte selbstredend nichts dagegen, räumte aber ein: "Meiner Meinung nach hätte man nicht pfeifen müssen. Ich hätte mich nicht beschwert, wenn wir keinen Elfer bekommen hätten."

Tuchel sieht vielmehr ein grundsätzliches Problem: "Mir persönlich ist inzwischen nicht mehr klar, wie groß der Ermessensspielraum der Schiedsrichter ist. Das Entscheidende ist doch, dass ich regeltechnisch niemandem mehr erklären kann, wann es Elfmeter gibt und wann nicht. Im Nachhinein kann immer so argumentiert werden, dass man die Entscheidung vertreten kann. Der Ermessensspielraum ist unendlich groß, das führt zu riesengroßen Unklarheiten. Vielleicht muss man die Regel enger fassen und klarer formulieren." Viele Fans würden sich wohl freuen.

Handelfmeter in der Bundesliga

2012/13 2011/12 2010/11 2009/10 ... 1967/68 ... 1963/64
Handelfmeter bis einschl. 25. Spieltag: 16 5 8 5 15 17
Handelfmeter am Saisonende: ? 7 10 9 23 18

Zusätzlich erhöht hatte Meyer die Verwirrung auf dem Platz dadurch, dass er zunächst Simon Rolfes als Übeltäter ausgemacht hatte. "Erst hat er zu mir gesagt, Simon Rolfes hätte Hand gespielt. Als ich dann Simon gefragt hatte und noch mal zum Schiedsrichter bin, war es dann plötzlich nur noch ein Verteidiger, der Hand gespielt hat", berichtete Friedrich. Meyer dazu: "In der Situation war es unerheblich, wer genau es war."

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