Portugal: Fünf Jahre nach dem Zwangsabstieg

Boavista vor Rückkehr in die Erste Liga

Manuel do Laco

Die Tränen von Boavistas Edelfan Manuel do Laco können getrocknet werden: Der Verein aus Porto steht vor der Rückkehr in die Erste Liga. picture alliance

Im Mai 2008 erlebte Boavista Porto eine der schwärzesten Stunden seiner Geschichte. Die Richter sprachen im Rahmen des portugiesischen Korruptionsskandals eine Geldstrafe über 180.000 Euro gegen den Verein aus und ordneten zudem den Zwangsabstieg an. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Boavista in der Saison 2003/2004 vor drei Partien Druck auf Unparteiische ausgeübt haben soll.

Ein Schlag, von dem sich einer der ältesten Klubs Portugals (gegründet 1903) bisher nicht erholen konnte. Mittlerweile stiegen die Panther bis in die Dritte Liga ab. Doch seit Freitag herrscht wieder Hoffnung rund um das Estadio do Bessa.

Denn der nationale Verband Federacao Portuguesa de Futebol (FPF) machte die beschlossene Zwangsversetzung des Traditionsklubs wieder rückgängig. Der Justizrat des FPF begründete seine Entscheidung mit einer "Verjährung des Disziplinarverfahrens".

Somit kann der Meister von 2001 für die kommende Saison die Wiederaufnahme in die Liga Zon Sagres beantragen. Zudem kann der Verein auch auf eventuelle finanzielle Entschädigungen hoffen.

Boavista Porto ist der einzige Verein Portugals, der nach dem Zweiten Weltkrieg in die Phalanx der dominierenden Vereine Benfica Lissabon, Sporting Lissabon und FC Porto einbrechen konnte. In der Saison 2000/01 gelang den Schwarz-Weißen der Gewinn der Meisterschaft. Fünfmal triumphierte Boavista im Pokal, zuletzt in der Saison 1996/97. Zwischen 1975 und 2004 war Boavista regelmäßig Gast auf Europas Bühnen.