England, FA-Cup: ManUnited trifft auf West Ham

Wie 2001: Die MK Dons schocken Wimbledon

Shakehands vor dem Wimbledon-Duell: Steven Gregory und Dean Lewington.

Shakehands vor dem Wimbledon-Duell: Steven Gregory und Dean Lewington. imago

Milton Keynes Dons, League 1, gegen den AFC Wimbledon, League 2. Es geht um den Einzug in die dritte FA-Cup-Runde. Nüchtern betrachtet. Doch hier spielen Emotionen eine große Rolle. Die Dons sind eigentlich der FC Wimbledon, früherer Premier-League-Vertreter. 2001 kündigten sie an, die Stadt verlassen zu wollen, 2003 wanderten sie dann tatsächlich aus London ab in die Provinz.

In Wimbledon hatte sich schon 2002 der AFC gegründet. Frustrierte Fans hauchten dem Ganzen Leben ein, los ging es damals in den Amateurniederungen der "Combined Counties League Premier Division". Die Sympathien auf der Insel gehören dem AFC, die Dons mag keiner. Ihnen und ihrem Vorsitzenden Pete Winkelman wird im traditionsbewussten England vorgeworfen, einen Klub aus seiner Community herausgerissen und zu einem Franchise-Unternehmen umfunktioniert zu haben.

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Während die MK Dons zwischen League 1 und 2 pendelten, schaffte der AFC im Lauf der Jahre einen triumphalen Siegeszug, insgesamt fünf Mal ging es in den vergangenen neun Jahren eine Spielklasse höher. Inzwischen ist der Verein in der League 2 angekommen, der vierthöchsten Profiliga in England, und damit nur noch eine Spielklasse unter den Dons angesiedelt.

Im Pokal trafen die beiden nun aufeinander und zogen über 16 000 Fans in ihren Bann. Die mussten bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit bangen, bis der Sieger feststand. Stephen Gleeson hatte für die Dons in der "Injury Time" der ersten Hälfte fulminant ins Netz getroffen, Jack Midson für den AFC nach Wiederanpfiff egalisiert. Per Kopf und nach einem der seltenen Angriffe des Außenseiters. Dessen Anhängerschaft freute sich so sehr, dass einige aufs Feld rannten.

AFC-Supporter hatten ein Flugzeug gechartert - mit dieser Botschaft...

AFC-Supporter hatten ein Flugzeug gechartert - mit dieser Botschaft... imago

Den späten und entscheidenden Nackenschlag kassierte der Gast dann Sekunden vor dem Abpfiff: Der Fuß von Jon Otsemobor lenkte die Kugel über AFC-Torwat Neil Sullivan in den Kasten. Kein Wiederholungsspiel! Aus der Traum für den AFC, der dennoch zeigen konnte, dass er sich nur so wenige Jahre nach seiner Gründung mit den Dons sportlich fast schon auf Augenhöhe befindet.

Insgesamt gesehen konnte die Partie dem Hype, der seit geraumer Zeit um sie gemacht wurde, nicht ganz gerecht werden. Für die Dons geht es nun in Runde 3 zu Sheffield Wednesday.

Dritte Runde: Manchester United vs. West Ham

Aus den weiteren Partien, die am Sonntag ermittelt wurden, ragt vor allem das Spiel Manchester United gegen West Ham United im Londoner Upton Park heraus. Insgesamt wird es zu vier Premier-League-internen Duellen kommen: Southampton empfängt Chelsea, den Titelverteidiger. QPR bekommt es mit West Brom zu tun, Arsenal muss nach Swansea, gegen das es am Wochenende verloren hatte (Podolski und Mertesacker kontra Tremmel!).

In einer Neuauflage des 1987-Finals kommt es zum Spiel Tottenham gegen Coventry. Manchester City trifft auf Watford. Zur Sache geht's am 5. und 6. Januar.

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