3. Liga

Fascher hält die Zügel in der Hand

Rostock voller Selbstvertrauen

Fascher hält die Zügel in der Hand

Marc Fascher

Hanseaten-Trainer Marc Fascher kann mit seinem Team zufrieden sein. Rostock holte 19 Punkte aus den letzten acht Spielen. imago

kicker: Mit Ihnen hat Hansa in acht Spielen nur einmal verloren, dabei 19 Punkte geholt. Kein Team der Liga holte in der Zeit mehr. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis, Herr Fascher?

Marc Fascher: Ich betrachte den Fußball relativ einfach. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass die Mannschaft in einem guten körperlichen Zustand ist und dass sie taktisch sehr diszipliniert spielt. Das Allerwichtigste ist für mich, dass wir als Mannschaft funktionieren. Im Moment können wir das ganz gut umsetzen: Wenn der eine einen Fehler macht, ist der andere da, um ihn auszubügeln.

kicker: Rostock hat lediglich in zwei der acht Spiele unter Ihnen Gegentore kassiert. Sind Sie ein Verfechter des Sicherheitsfußballs?

Fascher: Das ist der Situation geschuldet. Als ich kam, war die Mannschaft verunsichert, das Torverhältnis auch nicht das beste. In der Situation muss man erst sehen, dass man in der Defensive gut steht, wenig zulässt - so holt man sich das meiste Selbstvertrauen. Es ist doch ganz einfach: Je mehr du zu null spielst, desto weniger Tore musst du schießen, um zu gewinnen.

kicker: Hansa ist als Aufstiegskandidat in die Saison gestartet. Ist das wieder ein realistisches Ziel?

Fascher: Ich möchte die letzten sechs Spiele bis zur Winterpause abwarten, bevor ich eine Prognose stelle.

"Wir haben noch Luft nach oben."

Rostock-Trainer Marc Fascher über sein Team.

kicker: Weil Sie sich und das Team nicht unter Druck setzen wollen?

Fascher: Das ist auch ein Punkt, der nicht außer Acht zu lassen ist. Grundsätzlich tut man gut daran, weniger zu reden, mehr zu machen.

kicker: Spielt Ihre Mannschaft vor dem Freitagsspiel in Offenbach denn bereits am Limit?

Fascher: Ganz klares Nein. Wir haben noch Luft nach oben.

kicker: Wo sehen Sie Schwächen?

Fascher: Beim Umschalten von Defensive auf Offensive: Wir müssen da den einen oder anderen Konter besser setzen. Da kommen wir oftmals über gute Ansätze noch nicht wirklich hinaus.

kicker: Gibt es Spieler, die Sie positiv überrascht haben?

Fascher: Alexandre Mendy zum Beispiel, weil ich ihn auf der rechten Verteidigerposition vorher nicht gesehen hatte, ich kannte ihn nur als Mittelfeldspieler. Wie der Junge die Rolle angenommen hat - da kann ich nur sagen: Chapeau!

kicker: Sie haben den FC Hansa aktuell bis auf Platz fünf geführt. Wo sehen Sie Rostock zu Weihnachten?

Fascher: Ich hoffe, dass wir wenig Abstand nach oben haben - und damit großen Abstand nach unten.

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