Wehen Wiesbaden: Fortsetzung der Remis-Serie?

Der Knack-Punkt

Dominik Stroh-Engel

Ladehemmung im Sturm: Seit seiner Rückkehr zum SVWW traf Dominik Stroh-Engel in zwölf Spielen erst zweimal. imago

Ein anderer Rekord wurde bereits aufgestellt: In der Vereinsgeschichte gab es, seit der Klub 1987 erstmals viertklassig spielte, noch nie elf Spiele in Folge ohne Sieg. Allerdings endete eine Serie von zehn sieglosen Partien in der 2. Liga (2007/08) ausgerechnet in Osnabrück.

Eben dort spielt der SVWW am Freitagabend. Dann ist Jeff Gyasi nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei, letztmalig fehlen wird der rotgesperrte Zlatko Janjic. "Mit mir als Spielführer haben wir noch nicht verloren", gibt sich Torwart und Interimskapitän Michael Gurski (33) selbstbewusst vor der Partie beim starken Tabellenzweiten.

Die zahlreichen Unentschieden jedenfalls sind der "Knack-Punkt", warum es nicht vorangeht. Oft gelang zwar noch spät der Ausgleich, etwa gegen Darmstadt und Heidenheim. Mehrfach wurde aber ein 2:0-Vorsprung aus der Hand gegeben, so etwa gegen Münster.

Doch die Abwehr mit Michael Wiemann und Nico Herzig wirkt nun gefestigt. Probleme bereitet das Spiel nach vorne: Die Neuzugänge Nicolas Görtler und Maciej Zieba kamen aus der Regionalliga, sowohl Janjic als auch Rückkehrer Dominik Stroh-Engel scheinen sich als "Zehner" wohler zu fühlen als an vorderster Front, wo Steffen Wohlfarth weit von seiner Bestform entfernt ist. "Die Mittel fehlen uns", so Alf Mintzel. Der Flügelflitzer ist auf der linken Seite Vorbild in Sachen Einsatz- und Laufbereitschaft, doch stehen bei ihm Aufwand und Ertrag in krassem Missverhältnis.

"Wir haben nicht das Wechselpotenzial", betonte Vollmann unlängst. Auch einstudierte Spielzüge oder Standards sieht man selten, nicht zuletzt bedingt durch die vielen Verletzungen und Sperren. Ein neuerliches Remis in Osnabrück aber könnte durchaus als Erfolg gewertet werden, würde allerdings mit Blick auf die Tabelle kaum helfen. Der Abstand zum Tabellensiebzehnten Darmstadt 98 beträgt nur zwei Punkte. Wehen Wiesbaden braucht Siege statt Unentschieden.

Matthias Schlenger