Nach der desolaten Vorstellung gegen Aalen

St. Pauli gibt Schubert den Laufpass

André Schubert

Diesmal muss er wirklich gehen: André Schubert wurde beim FC St. Pauli entlassen. Getty Images

"Die sportliche Entwicklung hat diesen Schritt notwendig gemacht. Das Spiel gegen Aalen war ein Tiefpunkt", erklärte Präsident Stefan Orth am Mittag bei einer Pressekonferenz: "Die im Analysegespräch im Mai mit André Schubert von ihm vorgeschlagenen Werkzeuge zur Weiterentwicklung der Mannschaft haben nicht gegriffen. Es ist keine positive Entwicklung zu erkennen. Die Situation ist ernst. Deshalb haben wir gehandelt."

Die Entscheidung hätten Präsidium und Sportdirektor Rachid Azzouzi in der Nacht getroffen, hieß es. Am Mittwochmorgen sei Schubert über den Schritt informiert worden, anschließend wurde die Mannschaft in Kenntnis gesetzt.

Diese wird nun zunächst von den bisherigen Co-Trainern Thomas Meggle und Timo Schultz sowie Torwarttrainer Mathias Hain betreut und auf die Spiele in Regensburg (Freitag, 18 Uhr, LIVE! bei kicker online) und gegen den 1. FC Union Berlin eine Woche später vorbereitet.

Azzouzi sagte am Mittag zur weiteren Vorgehensweise: "Ich werde nun eine Liste möglicher Kandidaten erstellen und nach Abstimmung mit dem Präsidium Gespräche führen. Wir brauchen wieder ein komplettes Miteinander, jemanden, der die Werte verkörpert, die den FC St. Pauli ausmachen wie Kampf und Leidenschaft. Zudem wollen wir uns auch fußballerisch wieder verbessern."

Beim 0:1 gegen den ersatzgeschwächten Aufsteiger hatte St. Pauli einmal mehr Mängel in allen Mannschaftsteilen offenbart. Mutlos, ideenlos, behäbig - die Hamburger lieferten ein desolates Bild ab und verloren vor heimischer Kulisse nach 13 Spielen erstmals wieder. Platz 13, Tendenz fallend. "So holen wir gar keine Punkte mehr", konstatierte Kapitän Fabian Boll nach Spielschluss. Ähnliches befürchtete wohl auch die Vereinsführung, die Schubert am Tag nach der Pleite den Laufpass gab.

Präsident Orth hatte bereits direkt nach dem Spiel Konsequenzen angekündigt: "Die Situation ist sehr gefährlich. Wir müssen jetzt in Ruhe sehen, was zu tun ist, und die richtigen Schlüsse ziehen." Schubert hatte nach dem verpassten Aufstieg im Mai schon kurz vor der Entlassung gestanden, die Vereinsführung, die bereits die entsprechende Pressekonferenz einberaumt hatte, in einem langen Gespräch noch umgestimmt und von seinem Konzept überzeugt. Mit viermonatiger Verspätung hat es ihn nun doch erwischt.

Schubert war im Sommer 2011 vom SC Paderborn ans Millerntor gewechselt, wo er die Nachfolge von Holger Stanislawski antrat. In seiner ersten Saison in Hamburg hatte der 41-Jährige mit St. Pauli lange um den Aufstieg mitgespielt, sich am Ende jedoch mit Platz vier begnügen müssen.