Bundesliga

Ermittlung gegen Klopp - BVB bricht "eiserne Gesetze"

Dortmund: Reus gegen Gladbach einsatzbereit

Ermittlung gegen Klopp - BVB bricht "eiserne Gesetze"

Jürgen Klopp

Unzufrieden und im Fokus der Ermittler: BVB-Coach Jürgen Klopp droht Ungemach. picture alliance

Drei Gegentreffer in Hamburg, drei Gegentore in Frankfurt – der Meister lässt derzeit viel zu. Nach dem Geschmack von Klopp eindeutig zu viel: "Wir haben die unterschiedlichsten Phasen gehabt, seit ich in Dortmund bin. Was wir noch nicht hatten, war eine Phase, wo wir viele Gegentore fressen." Resignation beim großen Motivator? Mitnichten, Klopp zieht neuen Antrieb aus den letzten Schwächen: "Wir werden auch das angehen. Wir werden es schaffen, irgendwann weniger oder gar keine Tore mehr zu kassieren."

Klopp vermisst die Absicherung

Es ist die Balance, die dem BVB verloren gegangen ist. "Wir legen auf die falschen Dinge wert. Uns fehlt oft ein halber Meter. Das Offensivpotenzial läuft uns aus den Ohren heraus, aber wir müssen die Angriffe besser absichern", erhebt der 45-Jährige mahnend den Zeigefinger.

Unzufriedenheit herrschte auch bei den Spielern. "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit überrennen lassen und unnötige Gegentore gefressen. Es war ein Spiel, das rauf und runter ging, aber wir mussten es einfach gewinnen", ärgerte sich Kapitän Sebastian Kehl. Nationalspieler Marcel Schmelzer reagierte ratlos: "Ich weiß nicht, was nach der Pause bei uns passiert ist. Aber so geht es nicht!"

Das war der beste Umschaltfußball, den ich je von Frankfurt gesehen habe.

Jürgen Klopp über die Leistung der Eintracht

Klopp selbst wählte einen einfachen Ansatz und erinnerte an die Grundlagen des Fußballs: "Wenn du in diesem engen Spiel mit 2:0 führst, gilt das eiserne Gesetz des Fußballs: Du darfst nicht ausgekontert werden. Das ist uns zwei Mal passiert." Doch bei aller Kritik an seiner eigenen Mannschaft vergaß Klopp auch die Qualität des Gegners nicht: "Was man sagen muss: Wir spielen zwar nicht gut, aber die anderen dafür richtig gut. Das war der beste Umschaltfußball, den ich je von Frankfurt gesehen habe."

Ein Lob, das Eintracht-Trainer Armin Veh freute – und das er postwendend zurückgab: "Dortmund ist absolut ein Vorbild, nicht nur für uns, sondern auch für andere Mannschaften. Denn seit Jahren spielen sie so, wie es im modernen Fußball sein soll. Wir haben immer mal wieder Spiele geschaut, wie Dortmund spielt, deswegen hat es mich gefreut, solch ein Kompliment von Jürgen Klopp zu bekommen."

Reus gegen Gladbach dabei - Ermittlungen gegen Klopp

Einen Tag nach dem Spiel erreichten Jürgen Klopp eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Marco Reus, der in Frankfurt zur Pause wegen Problemen mit dem linken Sprunggelenk aus dem Spiel genommen werden musste, wird am Samstag gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach voraussichtlich auflaufen können. Bei der Blessur handelt es sich lediglich um eine Kapseldehnung.

Das war ein Foul, das war ein Foul, das war ein Foul.

Jürgen Klopp in Minute 92

Die schlechte Nachricht könnte unangenehme Folgen für Klopp haben: Nachdem der Trainer am Dienstag in der Nachspielzeit auf die Tribüne geschickt worden war, leitete der Kontrollausschuss des DFB ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Nun ist es am Verein, zu dem Vorfall Stellung zu beziehen.

In der 92. Minute des insbesondere im zweiten Durchgang sehr emotionalen Spiels war Klopp auf die Tribüne geschickt worden. Zuvor hatte er am Spielfeldrand erregt auf den Vierten Offiziellen eingeredet: "Ich habe gesagt: Das war ein Foul, das war ein Foul, das war ein Foul. Das schien zu viel gewesen zu sein", klärte Klopp die Situation aus seiner Sicht direkt nach dem Spiel auf.