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Real erwischt Messi & Co. auf dem falschen Fuß

Spanischer Supercup: Das Rückspiel

Real erwischt Messi & Co. auf dem falschen Fuß

Gonzalo Higuain

Brachte Real im Bernabeu schnell in Führung: Der argentinische Stürmer Gonzalo Higuain. Getty Images

Hatte der FC Barcelona das Hinspiel im Camp Nou noch quasi nach Belieben dominiert und auf eigenem Terrain eine Vorentscheidung im Ringen um den spanischen Supercup verpasst, lief im Rückspiel in der ersten halben Stunde alles nach Plan – aber für Jose Mourinho und Real Madrid!

Der spanische Meister trat am späten Mittwochabend noch ohne den prominenten Neuzugang aus Tottenham, den Kroaten Luka Modric, an. Zumindest auf der Bank war ein Platz für die jüngste Neuerwerbung der Königlichen reserviert. Nicht einmal mal dort fand sich der Portugiese Coentrao, der im Ligaspiel gegen Getafe die Mutter des Schiedsrichters beleidigt hatte und deshalb eine Sperre von vier Spielen absitzen muss. Barcelona musste auf die angeschlagene Ikone Puyol verzichten und der Brasilianer Dani Alves verletzte sich im Aufwärmtraining, wurde durch Europameister Jordi Alba ersetzt.

Real startet fulminant und führt schnell entscheidend

Überfallartig und mit klugen weiten Pässen erwischte Real den Erzrivalen schnell auf dem falschen Fuß. Verpasste Higuain nach wenigen Minuten im Eins-gegen-eins gegen Barça-Keeper Victor Valdes noch das 1:0 (7.), ließ er sich den zweiten Hochkaräter nicht entgehen (11.).

Cristiano Ronaldo

Lässt sich nach seinem Treffer feiern: Cristiano Ronaldo. Getty images

Und Tito Vilanovas Mannschaft war hernach völlig von der Rolle! Marcelos Schuss strich knapp vorbei und dann hatte Cristiano Ronaldo seinen großen Auftritt. Mit der Hacke versetzte er spektakulär Piqué und schoss am unglücklich wirkenden Valdes vorbei zum 2:0 ein (19.).

Rot für Adriano - Barça schwächt sich

Der gebrauchte Tag der Gäste nahm noch ungünstigere Formen an, als Adriano nach einem Foul als letzter Mann gegen Ronaldo glatt Rot sah und vom Feld musste (28.). Real kontrollierte das Geschehen, hätte Barcelona schon im ersten Durchgang eine deftige Lektion erteilen können und nur Lionel Messi machte es zur Pause etwas erträglicher für die Blaugrana. Sein traumhafter Freistoß kurz vor dem Kabinengang passte exakt und ließ Spaniens Nationalkeeper Casillas verdutzt zurück (43.).

Die erste Hälfte hatte beste Unterhaltung und fast alle Facetten des Fußballs komprimiert dargeboten. Durchgang zwei begann hingegen mit Magerkost. Madrid verteidigte kompakt, zog sich teils weit zurück und den Katalanen war im Spielaufbau die numerische Unterlegenheit deutlich anzumerken. Es dauerte bis zur 62. Minute, ehe Pedro der Abwehr der Hausherren entwischte und Casillas ernsthaft, aber erfolglos prüfte.

Messi, Iniesta und Piqué

Messi bejubelt seinen tollen Freistoß, während bei Iniesta und Piqué wegen der schwachen ersten Hälfte Gesprächsbedarf herrschte. Getty Images

Was machte Real? Die Mourinho-Elf lauerte jetzt auf Konter, nahm das große Tempo der Anfangszeit aus dem Spiel und war, wenn in Ballbesitz, auf Kontrolle bedacht. In der Offensive geschah so herzlich wenig, nur ein fulminanter Sololauf von Khedira unterbrach die Monotonie. Der Ex-Stuttgarter dribbelte sich in höchstem Tempo an drei Gegnern vorbei, kam per Außenrist an Valdes nicht vorbei.

Die Möglichkeiten auf ein Tor blieben rar gesät. Jordi Alba wurde von Messi freigespielt, vertändelte dann im Strafraum (76.), kurz darauf traf Higuain mit einem Flachschuss nur den Außenpfosten (80.).

An Reals Dominanz freilich war so nicht mehr zu rütteln. Die Madrilenen feierten einen verdienten Sieg über vor allem im ersten Durchgang völlig enttäuschende Katalanen, die im Bernabeu vieles schuldig blieben und den Zweikampf um den Supercup noch vor der Pause verloren. Einen Höhepunkt fand das Match dann doch noch, als Modric zu seiner Premiere in Weiß kam. Der Kroate durfte die letzten Minuten noch Spielpraxis sammeln und erzielte dabei fast noch das 3:1 in der Nachspielzeit.