Bundesliga 2002/03, 26. Spieltag
16:32 - 46. Spielminute

Spielerwechsel (Bayern)
Santa Cruz
für Schweinsteiger
Bayern

16:47 - 60. Spielminute

Tor 1:0
Kovar
Eigentor, Rechtsschuss
Vorbereitung Zé Roberto
Bayern

17:03 - 76. Spielminute

Spielerwechsel (Rostock)
Prica
für Meggle
Rostock

17:03 - 76. Spielminute

Spielerwechsel (Rostock)
Arvidsson
für Lantz
Rostock

FCB

ROS

26. Spieltag, Bayern München - Hansa Rostock 1:0 (0:0)

Kovar ist der Unglücksrabe

Der FC Bayern trat im Vergleich zum jüngsten 4:1-Auswärtserfolg in Bochum mit exakt derselben Startformation an. Auch Rostocks Trainer Armin Veh brachte nach dem 1:0-Sieg gegen Werder Bremen erneut seine Erfolgself.


Das Spiel im Live-Ticker Der 26. Spieltag im Überblick


Spieler des Spiels

Thomas Linke Abwehr

3
Spielnote

5
Tore und Karten

1:0 Kovar (60', Eigentor, Rechtsschuss, Zé Roberto)

Bayern

Kahn 3,5 - Sagnol 3,5, R. Kovac 3,5, Linke 3, Lizarazu 4 - Hargreaves 4, N. Kovac 3, Schweinsteiger 5 , Zé Roberto 3 - Pizarro 4,5, Elber 4

Rostock

Schober 3 - Kovar 5 , Jakobsson 3,5, D. Hill 4, Hirsch 4 - Lantz 4 , Persson 4, Wibraan 4, Meggle 5 - di Salvo 4,5, Salou 3,5

Schiedsrichter-Team

Lutz Wagner Kriftel

3
Spielinfo

Stadion

Olympiastadion

Zuschauer

43.000

Abtasten in den Anfangsminuten. Bayern gab den Ton an, Rostock suchte nach Ordnung in der Defensive. Mehr als Mittelfeldgeplänkel wurde den Zuschauern zunächst nicht geboten, kein Team ging ein Risiko ein. Wenn die Münchner in die Rostocker Hälfte eindrangen, beteiligten sich bis auf Salou alle Hanseaten an der Defensivarbeit. Für den FCB waren am gegnerischen Strafraum die Räume sehr eng, da mitunter zehn Rostocker einen dichten Riegel bildeten. Eigenes Offensivspiel fand bei den Norddeutschen so gut wie nicht statt. Der Druck des FCB nahm nach einer guten Viertelstunde mehr und mehr zu, das Geschehen spielte sich fast ausnahmslos in der Rostocker Hälfte ab. Der Weg in den Strafraum war aber fast immer verstellt. Den zahlreichen Distanzschüssen (Lizarazu, Pizarro, Niko Kovac) fehlte die Genauigkeit. Über weite Strecken war es, gelinde gesagt, nicht eben prickelnd, was die Akteure im Olympiastadion lieferten. Bayern konnte die Feldüberlegenheit nicht umsetzen, fand außer durch Standardsituationen keinen Weg in den Hansa-Strafraum. Es fehlte den Münchnern die letzte Entschlossenheit, unbedingt die Führung erzielen zu wollen. Rostock zeigte sich defensiv lauf- und einsatzfreudig, konnte nach vorne aber keine Akzente setzen. In der 43. Minute gab's die bis dato beste Chance des Spiels: Elber spielt Zé Roberto links frei, der Brasilianer spielt überlegt und flach nach innen zu Pizarro, der aber freistehend aus sieben Metern über den Ball schlägt! Schweinsteiger rauscht heran, schießt aber drüber. Nach dem Wechsel brachte Bayern-Trainer Hitzfeld Santa Cruz für Schweinsteiger, womit der FCB nominell nun offensiver ausgerichtet war. Doch die zweite Hälfte war zunächst ein Spiegelbild der ersten: Bayern bestimmte das Spiel, Rostock stand hinten dicht. Der FCB fand kein Mittel, in den Strafraum einzudringen. Hansa fand in der Offensive nahezu nicht statt. Nach 58 Minuten hatten die Bayern wieder eine gute Chance zur Führung: Elber überlupft die Abwehr mit einem Kopfball, den er selbst erläuft. Der Brasilianer schießt mit links aus halblinker Position aus 13 Metern, doch Schober rettet mit artistischer Flugeinlage gegen den leicht abgefälschten Schuss. Zwei Minuten später war's dann aber soweit, gingen die haushoch überlegenen Bayern in Führung: Niko Kovac spielt Zé Roberto in der linken Strafraumhälfte frei, der Brasilianer passt halbhoch nach innen, wo Kovar den Ball aus sechs Metern mit rechts unhaltbar für Schober ins eigene Netz schießt. Die Bayern versäumten es nachzulegen. Im Gegenteil, sie schalteten einen Gang zurück. Rostocks Aufbäumen war aber eher zaghafter Natur. Ohne mit aller Macht darauf zu drängen, eröffneten sich den Bayern in regelmäßigen Abständen Chancen, die Führung auszubauen, die jedoch mitunter fahrlässig vergeben wurden. Ansonsten verwalteten die Bayern das Ergebnis, ließen es phasenweise sehr locker angehen. Kontermöglichkeiten wurden häufig durch ungenaues Passspiel zunichte gemacht. Rostock fehlten sowohl der Mut als auch die Mittel, sich entscheidend durchzusetzen. Einerseits war die Abwehr der aufmerksamste Mannschaftsteil des FCB, andererseits leistete sich Hansa ebenfalls ungenaue Anspiele. Den Stürmern der Hanseaten (Prica und Arvidsson wurden zur Unterstützung Salous eingewechselt) fehlte die entscheidende Unterstützung des Mittelfelds. Die beste Möglichkeit der Gäste hatte ausgerechnet der Torwart: Schober steigt nach einer Hirsch-Ecke von rechts am höchsten, köpft vor dem herauslaufenden Kahn, allerdings landet der Ball auf dem Tornetz (90.). Die Münchner taten nicht mehr als notwendig und spielten in der Endphase routiniert den Sieg nach Hause. Der FC Bayern ist auf dem Weg zum 18. Meistertitel nicht zu stoppen. Die Münchner sind nun schon seit 15 Spielen in Folge ungeschlagen, feierten gar den sechsten Sieg in Serie. Rostock zeigte nur in der Defensive mit viel Einsatz- und Laufbereitschaft eine ordentliche Leistung, nach vorne fehlten sowohl Mut als auch die geeigneten Mittel. Ein hoch verdienter Sieg des FCB, der höher hätte ausfallen müssen.