Bundesliga 2002/03, 25. Spieltag
17:35 - 4. Spielminute

Gelbe Karte
D. Frey
Nürnberg

17:39 - 9. Spielminute

Gelbe Karte
van Burik
Hertha

17:46 - 15. Spielminute

Tor 0:1
Preetz
Rechtsschuss
Vorbereitung Luizao
Hertha

17:51 - 21. Spielminute

Gelbe Karte
Marcelinho
Hertha

18:11 - 39. Spielminute

Tor 0:2
Marx
Rechtsschuss
Vorbereitung Marcelinho
Hertha

18:31 - 46. Spielminute

Spielerwechsel
Cacau
für D. Frey
Nürnberg

18:52 - 67. Spielminute

Spielerwechsel
Krzynowek
für L. Müller
Nürnberg

18:53 - 68. Spielminute

Spielerwechsel
Alex Alves
für Luizao
Hertha

19:01 - 76. Spielminute

Spielerwechsel
Michalke
für Ciric
Nürnberg

19:04 - 79. Spielminute

Spielerwechsel
Goor
für Beinlich
Hertha

19:08 - 83. Spielminute

Spielerwechsel
An. Schmidt
für Marx
Hertha

19:10 - 84. Spielminute

Tor 0:3
Marcelinho
Linksschuss
Vorbereitung Goor
Hertha

FCN

BSC

25. Spieltag, 1. FC Nürnberg - Hertha BSC 0:3 (0:2)

Gelähmte Nürnberger gehen sang- und klanglos unter

Nach der 0:5-Klatsche in Kaiserslautern „krempelte“ Nürnbergs Coach Klaus Augenthaler seine Elf auf gleich fünf Positionen um: Petkovic, Krzynowek, Todorovic, Driller und Cacau blieben draußen. Auf dem Rasen standen dafür Kos, Popovic, Larsen, Junior und Ciric. Herthas Trainer Huub Stevens vertraute nach dem fulminanten 6:0-Sieg gegen 1860 München auf dieselbe Formation.


Das Spiel im Live-Ticker Der 25. Spieltag im Überblick


Die Begegnung stand unter dem schicksalhaften Schatten des angeblichen Ultimatums des Nürnberger Präsidenten Roth. „Ich bin vom Trainer überzeugt. Er erhält volle Rückendeckung. Und er wird uns dieses Vertrauen mit drei Punkten zurückzahlen,“ so der Präsident in der vergangenen Woche. Hertha begann sein Spiel in der Anfangsphase eher abwartend, denn angreifend. Die Berliner agierten mit dem bekannten Stevens-Erfolgsrezept: „Die Null muss stehen.“ Aus der sicheren Defensive heraus sollte der Erfolg kommen. Der Club spielte verunsichert, ließ sich zu Fehlpässen verleiten und das Offensivspiel war zu durchsichtig. Vor allem durch Standardsituationen wurden die Berliner gefährlich. So erzielten die Hauptstädter in der 15. Minute nach einer Ecke die Führung: Beinlich von rechts, Luizao verlängerte auf Preetz, dessen Kopfball Kampa refelxartig abwehrte. Preetz setzte mit rechts nach und verwandelte. Fortan drängte der FCN und baute Druck auf. Doch für die „Cluberer“ war meist vor dem Strafraum der Gäste Schluss. Ciric, als einzige Spitze, hing in der Luft, der finale Pass kam nie an, es fehlten Anspielstationen. Zwingendes spielten die Nürnberger nicht heraus, sie agierten viel zu statisch. Im Gegensatz dazu die Berliner, die über Konter ständig gefährlich waren. Vor allem über die schnellen Außen Friedrich (31.) und Hartmann (23. und 26.) kamen Vorstöße, die Preetz und Luizao nicht verwerten konnten. In der 35. Minute strahlte der FCN zum ersten Mal vor dem Tor von Kiraly Gefahr aus, doch Ciric‘ Schuss verfehlte sein Ziel. Die Franken konnten sich kaum über das starke Mittelfeld der Berliner hinwegsetzen. Diese wiederum kombinierten munter weiter und erzielten folgerichtig das zweite Tor: Marcelinho spielte auf der linken Seite Wolf schwindlig und flankte auf Marx, der den Ball direkt nahm. Der Aufsetzer aus 14 Metern landete unhaltbar im langen Eck (39.). Die Berliner führten zur Halbzeit souverän und verdient mit 2:0. Die Führung hätte gegen harmlose, mittellose Nürnberger durchaus höher ausfallen können. Die Verunsicherung lähmte die Nürnberger.

Mit Cacau (für Frey) sollte in der zweiten Hälfte neuer Schwung in das Nürnberger Offensivspiel kommen. Dies gelang, denn der Club wirkte vor dem Tor aktiver und energischer als im ersten Durchgang. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Franken überlegener. Bessere Ballbehauptung und ein klares taktisches Konzept brachte den Gastgebern mehr Spielanteile. Doch der FCN arbeitete sich nur wenig Chancen heraus, eine gute vergab Cacau in der 61. Minute. Mit der Hereinnahme von Michalke (für Ciric) sollte die Schlussoffensive der Augenthaler-Elf eingeleitet werden (76.). Aber auch in dieser Phase verpufften die Angriffsbemühungen der Franken an der geordneten Abwehr-Reihe genauso wie über die gesamten 90 Minuten hinweg. Der Wille blitzte zwar manchmal auf, doch die Nürnberger zeigten sich weiterhin einfallslos, hilflos und machtlos. Sie schienen den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben und spielten somit ihren Trainer ins Abseits. Der starke Marcelinho machte in der 84. Minute den Sack endgültig zu, als er bei einem Konter von Goor bedient wurde und gegen Kampa eiskalt vollstreckte. Der Brasilianer rundete damit seine klasse Leistung ab.

Die Berliner spielten locker ihr Pensum runter und fuhren einen nie gefährdeten Sieg ein. Damit rücken die Herthaner bis auf Platz fünf vor. Auf der anderen Seite schaut der Club schweren Zeiten entgegen. Trainer Klaus Augenthaler, der nach Schlusspfiff von den Fans gefeiert wurde, muss nach der erneuten Niederlage um seinen Job bangen.