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Rassismus-Vorwurf: Terry freigesprochen

England: Keine Strafe für Chelsea-Kapitän

Rassismus-Vorwurf: Terry freigesprochen

John Terry

Nicht schuldig: John Terry darf aufatmen. picture alliance

Am 23. Oktober war es bei Chelseas Auswärtsspiel bei den Queens Park Rangers in der 84. Minute zwischen Terry und dem dunkelhäutigen QPR-Verteidiger Ferdinand zu einem hitzigen Wortwechsel gekommen, Ferdinand warf Terry anschließend vor, ihn rassistisch beleidigt zu haben. Der englische Fußball-Verband FA stoppte seine Ermittlungen zunächst, nachdem durch die Anzeige eines Bürgers aus dem Vorfall eine strafrechtliche Sache geworden war.

Diese wurde nun in Westminster, im Zentrum Londons, über vier Tage verhandelt. Dabei wurde ein Youtube-Clip ebenso ausgewertet wie Aufnahmen, die der FC Chelsea zu Trainingszwecken im QPR-Stadion an der Loftus Road gemacht hatte.

Premier League - 1. Spieltag
Spielersteckbrief Terry
Terry

Terry John

Spielersteckbrief Ferdinand
Ferdinand

Ferdinand Anton

FC Chelsea - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.09.1905

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Queens Park Rangers - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1882

Letztlich urteilte Richter Howard Riddle, dass es "äußerst unwahrscheinlich" sei, dass Terry Ferdinand in der ihm vorgeworfenen Weise beleidigt habe. Terry hatte erklärt, dass Ferdinand ihn auf dem Platz zu Unrecht beschuldigt habe, ihn rassistisch beleidigt zu haben, und er die Worte daraufhin lediglich sarkastisch wiederholt habe. Und weil die Beweise bezüglich Ferdinands vorangegangener Aussage "nicht überzeugend" seien, so die Urteilsbegründung, sei es möglich, dass Terry seine Worte nicht beleidigend gemeint habe. Deshalb könne das Urteil nur "nicht schuldig" lauten.

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Letztlich half Terry auch die Unterstützung von Teamkollege Ashley Cole, der am Mittwoch vor Gericht ausgesagt hatte, er halte Terry für unschuldig, hätte er doch gesehen, wie sich er und Ferdinand nach dem Spiel die Hände geschüttelt hätten. Cole gab an, sowohl mit Terry als auch mit Ferdinand befreundet zu sein.

Terry wollte sich am Freitag nicht zum Urteilsspruch äußern. Bei einer Verurteilung wäre zwar maximal eine Geldstrafe von rund 3200 Euro auf ihn zugekommen, allerdings hätte die FA ihre Ermittlungen wieder aufnehmen können. Und, wahrscheinlich noch schlimmer: Terrys Ruf wäre weitaus mehr geschädigt gewesen, als er durch den monatelang schwelenden Vorwurf ohnehin schon ist. So hatte ihm die FA bereits die Kapitänsbinde in der Nationalelf weggenommen, woraufhin Englands Nationalcoach Fabio Capello zurückgetreten war .