Bundesliga

Kontrollausschuss beantragt Zuschauerausschluss

Sechs Vereine müssen mit Sanktionen rechnen

Kontrollausschuss beantragt Zuschauerausschluss

Folgenreiches Relegationsspiel: Düsseldorf muss mit einem Zuschauerausschluss rechnen. imago

Im Fall von Düsseldorf wird ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Beginn der neuen Saison und zudem 100.000 Geldbuße gefordert. Tausende Fans der Fortuna hatten beim 2:2 in der heimischen Esprit-Arena am 15. Mai schon vor Beendigung der siebenminütigen Nachspielzeit den Platz gestürmt. Schiedsrichter Wolfgang Stark unterbrach das Spiel für 20 Minuten, ehe er es noch einmal für rund 90 Sekunden fortsetzte. Über den Aufstieg der Fortuna wurde nach einem Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung in zweiter Instanz vor dem Bundesgericht des DFB entschieden.

Auch in Karlsruhe kam es nach dem Relegationsrückspiel gegen Jahn Regensburg zu schweren Ausschreitungen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei insgesamt 76 Personen verletzt. Es droht ebenfalls ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Jeweils Teilausschlüsse der Zuschauer zu Beginn der neuen Saison müssen wegen verschiedener Verfehlungen die Hertha, Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln, Aufsteiger Eintracht Frankfurt und der Zweitligist Dynamo Dresden befürchten. Den Strafanträgen zufolge dürfen die Vereine für ihre Heimpremieren der neuen Runde jeweils nur 15.000 Karten für ihre Anhänger zuzüglich 5000 Karten für die Gästefans verkaufen (in Dresden 10.000 und 3.000 Karten). Die Stehplätze bleiben komplett geschlossen. Zudem müssen die Vereine 50.000 Euro (Dresden: 20.000) Strafe bezahlen.

Außerdem werden Borussia Dortmund (75.000 Euro), Bayern München (40.000) und Jahn Regensburg (10.000) zur Kasse gebeten.

Alle Vereine haben nun Zeit bis Anfang nächster Woche, den jeweiligen Strafanträgen des DFB-Kontrollausschusses zuzustimmen. Tun sie dies, sind die Urteile rechtskräftig.

Hertha wehrt sich

Die Berliner lehnten den Strafantrag als erster Verein ab. "Wir halten diesen Antrag des Kontrollausschusses für vollkommen unangemessen und nicht hinnehmbar. Wir werden alles unternehmen, damit nicht Zehntausende unschuldiger Hertha-Fans für das Verhalten einiger weniger Chaoten bestraft werden", sagte Michael Preetz, Geschäftsführer Sport bei der Hertha.