WM-Halbfinals in Helsinki

Slowakei jubelt dank Satan - Malkin nicht zu stoppen

Evgeni Malkin

Malkin zum Ersten: Russlands Superstar trifft zum 1:1. getty images

Finnland begann mit viel Tempo und Intensität, von der die Russen sich zunächst beeindruckt zeigten. In der 8. Minute gelang Verteidiger Janne Niskala nach umsichtigem Rückpass von Petri Kontiola von der blauen Linie die Führung. Keeper Semyon Varlamov hatte dabei Pech, denn mit Denis Kokarev fälschte ein eigener Mitspieler den Schuss noch unhaltbar ab.

Eishockey-WM 2012

Eishockey-Weltmeisterschaft - Halbfinale
Tschechien - Vereinsdaten
Finnland - Vereinsdaten
Slowakei - Vereinsdaten
Russland - Vereinsdaten

Doch dann begann die Show von Superstar Evgeni Malkin: "Jeder weiß, dass Malkin der beste Spieler der Welt ist", hatte Alex Ovechkin gleich nach seiner Ankunft in Stockholm am Mittwoch verlauten lassen. Und der Center der Pittsburgh Penguins wies seine Ausnahmestellung gegen die Finnen eindrucksvoll nach. Nach dem 1:1-Ausgleich mit einem Schuss aus spitzem Winkel (16.) legte Malkin noch im ersten Drittel in Überzahl nach und traf durch die Schoner von Petri Vehanen zur russischen Führung (20.).

Malkin kracht in die Bande

Schrecksekunde dann aber für die Russen in der 27. Minute. Nach einem Beinstellen von Joonas Järvinen krachte Malkin ungebremst in die Bande, hielt sich danach mit schmerzverzerrtem Gesicht den linken Arm und musste in die Kabine. Coach Zinetula Bilyaletdinov stellte daraufhin Außenstürmer Ovechkin auf die Malkin-Position - mit durchschlagendem Erfolg. Denn der Star der Washington Capitals traf mit einem ansatzlosen, wenn auch nicht unhaltbar wirkenden Schuss aus halblinker Position zum 3:1 für Russland (30.).

Aufatmen dann bei der Sbornaja - Malkin kam aus der Kabine zurück und zeigte prompt auf dem Eis wieder seine Klasse. Mit einem wuchtigen Schuss im Powerplay machte der Mittelstürmer seinen Hattrick perfekt und brachte Russland damit endgültig auf die Siegerstraße (38.). Kokarev (42.) und Sergej Shirokov mit einem weiteren Überzahltreffer machten die Pleite der Finnen vor heimischem Publikum endgültig perfekt. Mikael Granlund, der vor einem Jahr im Halbfinale gegen Russland in der Slowakei mit seinem "Jahrhunderttor" noch so geglänzt hatte, gelang kurz vor Schluss mit einem Abfälscher nur noch Ergebniskosmetik (57.).

Janne Pesonen (Mi.), Alexander Semin

Russland obenauf: Der Finne Janne Pesonen (Mi.) im Duell mit Alexander Semin (re.). picture alliance

Slowakei überrascht auch Tschechien

Das zweite Halbfinale begann weit weniger spektakulär als die Partie zwischen Russland und Finnland. Tschechen und Slowaken agierten zunächst aus gesicherter Defensive heraus. Michael Frolik sorgte mit einem Pfostenschuss erstmals für ernste Torgefahr (8.). In der 10. Minute schied Martin Erat nach einem harten Check von Libor Hudacek verletzt aus. Und es wurde noch bitterer für Tschechien: Altstar Miroslav Satan gelang für die Slowaken aus sehr spitzem Winkel die Führung (16.). Keeper Jakub Kovar, den den Puck unglücklich abfälschte, sah dabei nicht gut aus.

Die Partie blieb auch im zweiten Drittel geprägt von der defensiven Grundordnung beider Teams. Für Aufregung sorgten weniger Torszenen als Verletzungen. Zunächst erwischte es Petr Koukal, der nach einem Check zunächst benommen liegen blieb (23.). Dann schob Petr Prucha Gegenspieler Tomas Starosta von hinten in die Bande (25.). Der Slowake blieb liegen und musste mit sichtbaren Schmerzen im rechten Schulter-Arm-Bereich in die Kabine geführt werden.

Miroslav Satan

Freude nach dem Führungstor: Miroslav Satan. Getty Images

Doch dann wurde auch wieder Eishockey gespielt: Ales Hemsky scheiterte nach Sololauf noch am Schoner von Torhüter Jan Laco (30.). Michael Frolik machte es wenig später besser. Nach gewonnenem Bully zog der Stürmer sofort ab und traf durch die Beine von Laco zum Ausgleich (32.). Danach kamen die Tschechen immer besser ins Spiel. Hemsky traf nach maßgenauem Pass von Jakob Petruzalek aber nur den rechten Außenpfosten (36.). Kurz vor Drittelende zielte Jakub Nakladal knapp am Tor vorbei, auf der Gegenseite scheiterte Satan an Kovar (jeweils 39.).

Gleich nach Wiederbeginn aber der Paukenschlag: In Unterzahl überlistete Satan nach einem Alleingang Kovar und brachte die Slowaken wieder in Front (41.). Kurz darauf hatte Frolik gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden die Chance zum schnellen Ausgleich, brachte den Puck jedoch nicht an Laco vorbei (42.). Effektiver waren die Slowaken. Hudacek tanzte nach einem Stellungsfehler der Tschechen in der 45. Minute Kovar aus und erzielte das 3:1 für den Außenseiter. Danach verteidigten Zdeno Chara & Co. den Vorsprung clever bis zur Schlusssirene.

Das Finale findet am Sonntag um 19.30 Uhr statt. Bereits zuvor (15 Uhr) bestreiten Finnland und Tschechien das Spiel um die Bronze-Medaille.

Eishockey-WM in Finnland und Schweden

Halbfinale

Russland - Finnland 6:2
Tore: Malkin (3), Ovechkin, Kokarev, Shirokov - Niskala, Granlund.

Tschechien - Slowakei 1:3
Tore: Frolik - Satan (2), Hudacek.

Der Kampf um den Titel