Int. Fußball

Milan rückt Juve auf die Pelle - Rossi nach Eklat entlassen

Keine Tore beim Wasserball in Verona - Napoli legt vor

Milan rückt Juve auf die Pelle - Rossi nach Eklat entlassen

Wenn dem Trainer die Pferde durchgehen: Delio Rossi (weißes Hemd, halb verdeckt) geht seinem Spieler Adem Ljajic (nicht im Bild) an den Kragen.

Wenn dem Trainer die Pferde durchgehen: Delio Rossi (weißes Hemd, halb verdeckt) geht seinem Spieler Adem Ljajic (nicht im Bild) an den Kragen. Getty Images

Vorneweg was aus dem Kuriositätenkabinett: Beim Spiel zwischen dem AC Florenz und Kellerkind Novara (2:2 nach 0:2) leistete sich der Hausherrencoach eine Entgleisung. Weil Delio Rossi seinen Spieler Adem Ljajic (20) tätlich anging, wurde er von Klubpräsident Andrea Della Valle entlassen! Rossi hatte Ljajic nach 32 Minuten ausgewechselt, dieser seinem Coach nachhaltig höhnisch applaudiert. Rossi wollte sich das nicht bieten lassen und ging wutentbrannt auf den Mittelfeldspieler los. Mit der linken Hand hielt er ihn fest, mit der rechten Faust prügelte er auf ihn ein. Betreuer warfen sich dazwischen, um Schlimmeres zu verhindern. Della Valle sprach im Anschluss von einem sehr ernstem Zwischenfall - er habe keine andere Möglichkeit gesehen, als sich von Rossi zu trennen.

"In meinen zehn Jahren im Fußball war dies meine schwerste Entscheidung. Rossi ist provoziert worden und die Nerven sind mit ihm durchgegangen. Aber wir mussten so entscheiden", sagte Della Valle, obwohl sich Rossi inzwischen entschuldigt hatte. Rossi erwartet ferner eine Sperre durch den italienischen Verband. Wie die "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag berichtete, kündigte Ljajics Spielerberater zudem eine Anzeige gegen Rossi wegen Körperverletzung an. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls lag Florenz gegen Absteiger Novara 0:2 zurück. Am Ende retteten die Violetten durch zwei Tore des Deutsch-Italieners Riccardo Montolivo zumindest einen Punkt.

Buffon patzt, Muntari lässt Milan jubeln

Sulley Muntari

Brachte Milan auf die Siegerstraße: Sulley Muntari. picture alliance

Cesena ist abgestiegen, Novara so gut wie - bleibt noch ein weiterer Klub, der den Gang in die Serie B antreten muss. Aller Voraussicht nach entscheidet sich der Abstieg zwischen dem CFC Genua und US Lecce, das vor dem Spieltag einen Punkt hinter den Liguriern lag. Am Mittwoch konnte Genua gegen Cagliari dreifach punkten - in Brescia. Wegen Zuschauer-Ausschreitungen wie beim 1:4 gegen Siena fandt die Partie hinter verschlossenen Türen. Und ohne Fans beendete Genua die Setie von 14 Spielen ohne Sieg. Matchwinner war Joker Jankovic, der zum 2:1 traf.

Muriel ärgert die "Alte Dame"

Der Dreier war wichtig, weil Lecce am Abend überraschend ein Punkt beim noch ungeschlagenen Spitzenreiter Juventus Turin ergatterte. Die "Alte Dame" muss nach dem nicht eingeplanten Unentschieden wieder um den ersten Scudetto-Gewinn seit dem Zwangsabstieg 2006 bangen. Dabei hatte Marchisio mit seinem neunten Saisontreffer die Wecieh eigentlich auf drei Punkte gestellt. Doch der eingewechselte Muriel ließ Lecce fünf Minuten vor dem Ende jubeln, Torwartikone Buffon leistete ungewollt Mithilfe. Nichts wurde es aus dem neunten Sieg in Serie. Und Trainer Antonio Conte sah sich wohl bestätigt. Vergeblich hatte er gewarnt: "Ich lese ständig vom sicheren Scudetto und von geplanten Feiern - aber es ist ein kurzer Weg vom Helden zum Blödmann."

Ein kurzer Weg ist es nun für den AC Mailand zur Tabellenspitze. Milan löste im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion die Aufgabe gegen Atalanta Bergamo und rückt mit nur noch einem Punkt weniger Juve mächtig auf die Pelle. Muntari verwertete eine butterweiche Hereingabe von Boateng ins linke untere Eck und legte so bereits nach neun Minuten den Grundstein. Robinho, für Cassano eingewechselt, machte in der Nachspielzeit den Sack gegen Bergamo zu. Ibrahimovic, der in diesen Tagen seinem Ex-Coach José Mourinho eine Absage erteilte , ging leer aus.

Lazio gebeutelt, Inter patzt, Udine jubelt

Erst Schneckenrennen, dann Krimi: Vor den letzten drei Hürden liegen im Rennen um Platz drei und die Champions-League-Qualifikation vier Teams gleichauf! Nachdem Napoli am Dienstag mit dem 2:0 gegen Palermo vorlegt hat, musste die Konkurrenz am Mittwoch nachziehen.

Der Gewinner heißt neben Neapel Udine! Udinese scheint gerade rechtzeitig wieder in Form zu kommen, mischt nach dem 2:0 gegen Lazio wieder richtig mit und bleibt mit dem 1:0 beim bereits als Absteiger festehenden Schlusslicht Cesena trotz der Auswärtsschwäche (nur vier Siege) punktgleich an Neapel und damit an den Plätzen für die Königsklasse dran. Das Tor des Tages gelang Fabbrini bereits nach vier Minuten.

Lazio musste sich gegen Siena mit einem 1:1 begnügen, das Ledesma per Elfmeter rettete. Allerdings mussten die Laziali nach den kuriosen wie turbulenten Schlussminuten beim 0:2 in Udine ohne Torhüter Marchetti und Verteidiger André Dias auskommen, die für vier bzw. drei Partien gesperrt wurden. Mit dem Remis machte der Klose-Klub dennoch einen kleinen Schritt nach vorne, sprich auf Europa-League-Platz fünf.

Andreas Stramaccioni

Rückschlag mit Inter: Andrea Stramaccioni. Getty Images

Einen Rückschlag musste Inter hinnehmen. Nach sechs Spielen ohne Niederlage (4/2/0) unter dem neuen Trainer Andrea Stramaccioni war auch die Champions League wieder in greifbarer Nähe, doch nach dem 1:3 in Parma müssen die Nerazzurri ganz um das internationale Geschäft bangen. Dabei sah es nach dem Führungstreffer durch Sneijder (13.) zunächst gut aus, ehe ein Doppelschlag in Durchgang zwei Inter aus allen Träumen riss. Mit dem 1:3 durch Biabiany (83.) war die Partie gelaufen. Und das Restprogramm der Stramaccioni-Elf in der Serie A hat es in sich. Zunächst steht das Derby gegen Milan an, ehe zum Abschluss zum Duell mit Lazio kommt.

Neapel untermauert Rang drei

Edinson Cavani

Saisontreffer Nummer 23: Edinson Cavani trifft vom Punkt zum 1:0 für Neapel. Getty Images

Das Champions-League-Debüt samt Viertelfinal-Einzug hat dem SSC Neapel Lust auf mehr gemacht. Die Kampanier wollen wieder in die Königsklasse - und sind auch nach dem Heimspiel gegen US Palermo am Dienstagabend auf einem guten Weg dorthin. Nach fünf Minuten jagte Inler den Sizilianern einen ersten Schrecken ein, als er den Ball von der Strafraumgrenze an die Latte jagte. Kurz darauf musste Napoli-Torhüter de Sanctis dann mit zwei Glanzparaden gegen Ilicic und Hernandez den Rückstand verhindern.

Ein umstrittener Handelfmeter brachte die Hausherren im Stadio San Paolo, wo Palermo in der Liga seit 1951 nicht mehr gewonnen hatte, auf die Siegerstraße. Nach einer Pandev-Flanke war Milanovic der Ball vom Bein unglücklich an den Arm gesprungen. Cavani trat an und verwandelte sicher zu seinem 23. Saisontreffer (16.). Zehn Minuten vor der Pause erhöhte Hamsik nach feiner Vorarbeit von Pandev per Flachschuss auf 2:0. Dabei blieb es bis zum Schluss, Neapel hat die Konkurrenz damit unter Druck gesetzt.

Keine Tore beim Wasserball in Verona

Der Auftakt fand bei widrigen Bedingungen in Verona statt. Stundenlanger Regen hatte das Spielfeld vor dem Duell Chievo vs. Roma nahezu unbespielbar gemacht, selbst bei den einfachsten Pässen blieb der Ball in den Pfützen liegen. So konnte sich kein Leckerbissen entwickeln. Die besseren Chancen hatten die Gastgeber, denen der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen ist. Doch da auch Pellissier den Ball in der letzten Minute aus guter Position drüber jagte, blieb es beim 0:0. Nach nur zwei Punkten aus vier Spielen drohen die Römer bei der Vergabe der Europacuptickets erstmals seit 15 Jahren leer auszugehen. Trainer Luis Enrique darf wohl dennoch weitermachen: "Er verdient mindestens noch eine weitere Saison, um seine Qualitäten zu beweisen", sagte Geschäftsführer Franco Baldini.