Köln: Konzentration auf Platz 16

Abstiegsreif in Gladbach: Aber Schaefer schöpft Mut

Frank Schaefer beim 0:3 in Mönchengladbach

Richtet einen Appell an die Fans: FC-Interimscoach Frank Schaefer. picture alliance

"Ich glaube, man wird es mir nicht übel nehmen", erklärte Verteidiger Christian Eichner nach der Schlappe in Gladbach am Sonntag bei "Sky", "wenn ich immer noch Hoffnung habe." Doch die schwindet mit einem Blick auf die Tabelle langsam, zumindest die Rettung vor der Relegation wird immer unwahrscheinlicher.

"Den Klassenerhalt können wir noch über drei oder eben über fünf Spiele aus eigener Kraft schaffen", sagt Trainer Schaefer, hat aber auch erkannt: "Wir haben mehr Rückstand nach vorne als Vorsprung nach unten. Von daher ist es so, dass der Relegationsplatz klar zu benennendes Ziel ist."

Es ist nicht alles in Ordnung, aber wir sind noch auf dem Weg zum Minimalziel.

FC-Keeper Michael Rensing

Eichner rechnete vor, dass man noch sechs Punkte brauche, "um Platz 16 zu sichern" - mit drei Siegen von Hauptkonkurrent Hertha BSC rechnet man bei den "Geißböcken" offenkundig nicht, auch wenn das Restprogramm der Berliner (Kaiserslautern, H; Schalke, A; Hoffenheim, H) weniger knackig ist als das der Kölner: Nach dem Heimspiel gegen Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker online) folgt der Auftritt in Freiburg und die Partie gegen die Bayern.

18 Niederlagen, eine mehr als das abgeschlagene Schlusslicht aus Kaiserslautern, hat der FC nun schon auf dem Konto, in Gladbach kamen die Gegentore 64 bis 66 hinzu - auch das Torverhältnis spricht im Keller für die Konkurrenz. Und es sind Zahlen eines Absteigers, genau wie die mitunter planlose Leistung am Sonntag.

Von wegen "aggressiv und aktiv": Schaefer-Debüt mit altbekannten Mängel

Der erste Auftritt unter Schaefer kam über weite Strecken wie ein Abziehbild der Auftritte unter Stale Solbakken daher. Nichts zu sehen von der vorher eingeforderten "aggressiven und aktiveren Spielweise". Dafür traten altbekannte Mängel auf, erhebliche Probleme im Spielaufbau, dilettantische Fehler im Abwehrzentrum und die Unfähigkeit, den Gegner unter Druck setzen zu können.

Spielanalyse

Trotzdem betonte Eichner, dass der Trainerwechsel zu Schaefer schon etwas gebracht habe, "er steckt uns mit seiner positiven Energie an" - die sich, so hofft der Trainer, auch auf den aufgebrachten Anhang überträgt: "Ich richte einen Appell an die Fans, dass es wirklich nur mit dieser Geschlossenheit geht", so Schaefer. "Es ist ein menschlicher Reflex, wenn Situationen ganz schlecht sind, dass man dann erst einmal gegeneinander ist. Das ist der falsche Weg."

Und auch vom Spiel seiner Elf hat Schaefer Positives mitgenommen aus Gladbach. "Ich habe heute definitiv keine Mannschaft auf dem Platz gesehen, die leblos ist. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die in keiner Phase Auflösungserscheinungen gezeigt hat." Doch auch er weiß: Für den Klassenerhalt wird mehr nötig sein als das.