Fürth Erster vor Eintracht Frankfurt - St. Pauli stolpert

Fortuna lässt in der Lausitz Federn

Sein Treffer reichte nicht: Dennis Sörenesen (re.), hier gegen Johannes van den Bergh, traf zum 1:0 für Energie.

Sein Treffer reichte nicht: Dennis Sörenesen (re.), hier gegen Johannes van den Bergh, traf zum 1:0 für Energie. imago

Zum Abschluss des Spieltags empfing Energie Cottbus am Montagabend Fortuna Düsseldorf. Obwohl die Lausitzer im tristen Mittelfeld der Tabelle postiert sind, ärgerten sie den Aufstiegsaspiranten gewaltig - Sörensen traf in der 26. Minute nach einem schönen Spielzug per Kopf zur Führung. Als Offensivpartner Rangelov verletzt raus musste, kam wieder Gänsehautgefühl im Stadion der Freundschaft auf: Martin Fenin feierte sein von den Fans mit stehenden Ovationen gewürdigtes Comeback . Bei Düsseldorf waren die Ausfälle von Rösler, Bodzek und Langeneke (alle Gelb-Sperre) deutlich spürbar. Die Rheinländer setzten sich erst in der Schlussphase mit dem nötigen Biss in Szene, Matuschyk (81.) rettete der Fortuna einen Punkt. Dennoch verlieren die Düsseldorfer wertvolle Punkte auf das am Wochenende siegreiche Spitzenduo Greuther Fürth und Eintracht Frankfurt.

Aue biegt das Spiel gegen anfangs dominante Kiezkicker um

Enrico Kern trifft

Die Entscheidung: Aues Kern (Vierter von links) köpft das 2:1, St. Pauli ist geschlagen. picture alliance

2. Bundesliga - 26. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SpVgg Greuther Fürth
56
2
Eintracht Frankfurt
55
3
Fortuna Düsseldorf
52
2. Bundesliga - Torjäger 2011/12
Occean Olivier
15
Proschwitz Nick
15
Meier Alexander
13

Am Sonntag verlor der FC St. Pauli bei Erzgebirge Aue mit 1:2 (1:0) und büßte so im Aufstiegsrennen weiter an Boden ein. Die Kiez-Kicker dominierten den ersten Durchgang komplett, doch nur Bruns (21.) auf Vorlage von Pliquett konnte die Dominanz in Zählbares ummünzen. Nach dem Seitenwechsel wurden die bis dato sehr abwartend agierenden Sachsen offensiver, ohne jedoch Torgefahr auszustrahlen. Doch König konnte gleich die erste sich bietende Chance zum Ausgleich nutzen (55.). Anschließend wogte die Partie hin und her, den gefährlicheren Eindruck machten dabei die Hanseaten. Als sich die meisten Betrachter bereits mit einem Remis abfanden, traf Kern per Kopf doch noch zum Sieg - St.-Pauli-Keeper Pliquett machte alles andere als einen glückliche Figur. Durch die Niederlage verpassten die Hamburger den Sprung auf den Relegationsrang, Aue schaffte einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf.

Abstiegskampf: MSV-Befreiungsschlag, Rostock und Karlsruhe taumeln

Ansonsten stand am Sonntag der Kampf gegen den Abstieg im Mittelpunkt: Dabei gelang dem MSV Duisburg mit dem 2:1 (1:1) gegen den VfL Bochum der erhoffte Befreiungsschlag. Durch den ersten Sieg im Jahr 2012 vergrößerte der MSV den Vorsprung auf die gefährdete Zone. Inui erzielte für die spielerisch reiferen Bochumer zunächst die Führung, Gelashvili unterlief dann in der 25. Minute ein Eigentor. Im zweiten Durchgang investierte dann das Team von Trainer Oliver Reck mehr in der Offensive, blieb dabei aber lange Zeit harmlos. Dann aber nahm Eigengewächs Exslager genau Maß und traf in der 78. Minute zum Sieg.

Der Sieg der Duisburger erhöht den Druck auf den Karlsruher SC und auf Hansa Rostock, die sich im Kellerduell mit einem 2:2 (1:1) trennten. Besonders für die auswärts weiterhin sieglosen Rostocker schwinden die Hoffnungen auf den Klassenerhalt immer mehr. Für den KSC wäre sogar mehr drin gewesen, denn die Elf von Trainer Jörn Andersen bestimmte die meiste Zeit das Geschehen und hatte auch die besseren Chancen. Alleine Iashvili hatte mehrere Möglichkeiten. Der Kapitän war aber dennoch der entscheidende Mann und erzielte beide Tore für sein Team (45. + 1., 79., Elfmeter). Rostock verzeichnete deutlich weniger Aktionen in der Offensive, hatte aber das Glück auf seiner Seite. Staffeldt lenkte in der 36. Minute bei einem Rettungsversuch den Ball ins eigene Netz, im zweiten Durchgang traf Borg mit einem Sonntagschuss (61.). Zu mehr reichte es aber nicht, Rostock bleibt mit nunmehr sieben Punkten Rückstand auf das rettende Ufer Tabellenletzer, der KSC trauert den vergebenen Chancen hinterher.

Fürth überzeugt auch bei den Löwen

Olivier Occean

Frühlingserwachen: Doppeltorschütze Olivier Occean wird beglückwünscht. picture alliance

1860 München und die Gäste aus Fürth boten in der ersten Hälfte ein tolles Spektakel für alle, die sich gegen den Biergarten und für das Stadion entschieden hatten. Beide zeigten sehenswerten Angriffsfußball mit hochkarätigen Chancen. Die Franken erwiesen sich aber kaltschnäuziger. Die Führung glichen die Löwen zwar noch umgehend per Elfmeter aus, ehe die Spielvereinigung ein besonderes Sahnestückchen anbot. Sararer tanze mit mehreren Übersteigern zunächst zwei Münchner aus, legte dann locker zurück und Fürstner hatte einen Sonntagsschuss im Gepäck, der das 2:1 bedeutete. Auf der Gegenseite stand erst die Latte im Weg und beim Fallrückzieher von Lauth fehlten ebenfalls nur Zentimeter.

Waren die beiden Teams vor dem Wechsel noch auf Augenhöhe, verpasste 1860 den Start in die zweite Halbzeit völlig und lag schnell mit 1:4 hinten. Dabei wurde Klaus von der halben Münchner Mannschaft ein Spaziergang durch die eigene Hälfte gewährt, was er zu seinem zweiten Saisontor nutzte. Durch den Auswärtserfolg bleibt die Tabellenführung in Franken – vor Frankfurt.

Alushi ist der Pechvogel in Ingolstadt

Paderborn erwies sich in Ingolstadt als ideenloser Verfolger im Rennen um die Aufstiegsplätze. Nach einem unglücklichen Eigentor war Ingolstadt früh mit 1:0 in Front. Der FCI verteidigte in der Folge geschickt, ließ kaum etwas zu. Den Gästen fehlte im Vorwärtsgang fast alles und Ingolstadt hatte das nötige Glück. Nach einem Eckball landete der Ball bei Görlitz, der per unhaltbarem Aufsetzer für das 2:0 sorgte. Paderborn gab sich geschlagen und musste sogar noch zwei weitere Treffer zum 0:4 hinnehmen. Das Team von Tomas Oral bleibt damit in der Rückrunde unbesiegt und verschafft sich deutlich Luft im Kampf um die Klasse. Pechvogel des Tages war Alushi, der nach seinem Eigentor auch noch vom Platz flog.

Frankfurter Lufthoheit

Frankfurts Meier köpft das 1:0 gegen Dresden.

Frankfurts Meier köpft das 1:0 gegen Dresden. Getty Images

Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt hatte am Freitagabend vorübergehend den Platz an der Sonne erobert, ehe Fürth tags darauf wieder vorbeizog. Die Hessen gewannen gegen Dynamo Dresden mit 3:0. Das Spiel in der Mainmetropole war bereits in der ersten Halbzeit entschieden, als die Eintracht ihre Chancen und ihre Überlegenheit in der Luft eiskalt ausnutze: Meier köpfte das 1:0, Dresdens Schuppan lenkte eine Idrissou-Flanke ins eigene Netz, ehe der Stürmer selbst per Kopf den 3:0-Halbzeitstand besorgte. Dresden war viel zu passiv, um das Offensivspiel der Veh-Elf zu stören. Offensichtlich litt der Kampfgeist der Sachsen unter dem Umstand, dass nach dem Urteil des DFB-Bundesgerichts in Frankfurt keine Dynamo-Fans zugelassen waren. Zwar schafften es während des Spiels dann doch einige Dresdner-Anhänger ins Stadion , doch die Spieler auf dem Platz konnten in der zweiten Halbzeit nichts mehr entgegensetzen, obwohl die Veh-Elf weitere Großchancen ausließ.

Zwei kuriose Tore und drei Punkte für Union

Für Aachen bleibt es brenzlig. Die Alemannen, die zuletzt 0:1 in Fürth unterlagen, verloren gegen Union Berlin im heimischen Tivoli mit 1:3 und rangieren weiterhin auf dem Relegationsplatz. Zwar begann die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel sehr engagiert, doch dann machte Ede für die Eisernen das 1:0. Dabei hatte der Stürmer ein wenig Glück, denn nach seinem Solo fiel er fünf Meter vor dem leeren Tor zunächst über den Ball, ehe er ihn dann im Liegen über die Linie stocherte. Die Aachener konterten nicht minder kurios - Achenbachs krumme Flanke ließ Union-Keeper Glinker auf der Torlinie stehend durch die Finger gleiten. Die Hauptstädter zeigten sich dadurch aber nicht geschockt, sondern legten dank Terodde noch vor dem Wechsel nach. Sofort nach der Halbzeitpause überraschte dann Zoundi Aachens Schlussmann Waterman mit einer Bogenlampe, womit die Messe für die Westdeutschen gelesen war.

FSV punktet auch in Braunschweig

Braunschweig freute sich über das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage, doch hatten sich die Niedersachsen gegen den FSV Frankfurt schon etwas mehr als ein müdes 0:0 erhofft. Die Hessen indes sammeln im Abstiegskampf weiter Punkt um Punkt und konnten den Abstand zum Relegationsrang auf vier Zähler vergrößern.