HSV funkt SOS - Augsburg klettert - Bayern-Kantersieg

Schalke und Hannover lassen nichts anbrennen

Hannover feiert drei Punkte gegen Köln.

Hannover feiert drei Punkte gegen Köln. picture alliance

Hannover 96 setzte sich zum Abschluss des Spieltags gegen den 1. FC Köln durch. Ohne den gesperrten Podolski konterte Pezzoni die 96-Führung von Stindl. Doch während der FC beste Chancen ausließ, traf Schlaudraff vom Elfmeterpunkt für die Niedersachsen. Der eingewechselte Diouf stellte mit einem Doppelpack und seinen Saisontreffern Nummer drei und vier den Dreier sicher. Hannover, das im Europa-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid spielt, bleibt an den internationalen Startplätzen dran. Köln muss weiter aufpassen: Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt drei Punkte.

Der 1. FC Kaiserslautern verliert gegen Schalke 04 und so den Anschluss zum rettenden Ufer in der Tabelle. Die Pfälzer haben ihren eigenen negativen Vereinsrekord aus der Saison 1967/68 eingestellt und blieben zum 16. Mal in Folge sieglos. Gegen Schalke gingen die Pfälzer in einem durchaus unterhaltsamen Match zwar früh in Führung, gerieten danach aber zusehends unter Druck und konnten diesem letztlich nicht Stand halten. Die Frage, ob Trainer Marco Kurz die Roten Teufel in den richtungsweisenden Spielen in Freiburg und gegen den HSV noch betreuen wird, wollte Klubboss Stefan Kuntz noch nicht beantworten. Die Königsblauen indes fuhren den dritten Sieg in Serie ein und bauten zudem den Abstand auf Bayer Leverkusen auf nunmehr zehn Punkte aus - ein sattes Polster im Hinblick auf die Champions-League-Qualifikation.

Heynckes: Ein 6:0 zum 600.

Robben traf bei der Hertha dreimal.

Ein Garant des nächsten Kantersieges: Robben traf bei der Hertha dreimal. Getty Images

7:1 gegen Hoffenheim, 7:0 gegen Basel und am Samstagabend ein 6:0 bei der bemitleidenswerten Hertha. Die Münchner Bayern lassen die Tormaschine munter weiterlaufen, haben aber trotz des nächsten Kantersieges auf Borussia Dortmund keinen Boden gut machen können. Weiterhin hat der Rekordmeister hinter dem amtierenden Titelträger BVB fünf Zähler Rückstand. Dass die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes - der zuletzt Grippe-erkrankte Coach reiste erst am Samstag in die Haupstadt und erlebte ein entspanntes 600. Spiel auf einer Bundesliga-Trainerbank - in Berlin gewinnen würde, daran ließen sie so gut wie keine Zweifel. Binnen weniger Minuten schossen die bayerischen Kanoniere Müller und Robben einen beruhigenden 3:0-Vorsprung heraus. Im zweiten Abschnitt zeigte die Berliner Elf von Trainer-Oldie Otto Rehhagel weitere Auflösungerscheinungen und geriet vollends unter die Räder: Gomez per Elfmeter, Kroos und wieder Robben per Strafstoß stellten den Endstand her. Keine Frage, die Bayern sind gerüstet für das Halbfinale des DFB-Pokals am Mittwoch bei Mönchengladbach.

Nur Kagawa trifft - aber das reicht

Führungstor schon in der achten Minute: Kagawa traf, Lewandowski gratuliert.

Führungstor schon in der achten Minute: Kagawa traf, Lewandowski gratuliert. Getty Images

Am Samstagnachmittag holte sich der amtierende deutsche Meister eine neue Klub-Bestmarke ab: Das 1:0 gegen Werder Bremen war das 20. Spiel in Folge ohne Niederlage. Wichtiger dürfte den Borussen von Trainer Jürgen Klopp sein, dass sie die Tabellenführung weiterhin mit fünf Punkten Vorsprung verteidigt haben. Gegen die personell arg gebeutelten Hanseaten legten die Dortmunder einmal mehr los wie die Feuerwehr und gingen durch Kagawa in Führung. Dass dies bereits der Siegtreffer sein sollte, lag vor allem daran, dass der BVB zahllose Chancen vergab. Die jüngste Bremer Bundesliga-Mannschaft hatte trotz des knappen Rückstands nicht das Potenzial, die Dortmunder Versäumnisse zu bestrafen. Und: Eine gelungene Einstimmung des BVB für das Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Zweitliga-Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth.

Ter Stegen patzt, aber de Camargo erlöst

Debakel in Barcelona, Niederlage in Wolfsburg - Bayer Leverkusen wollte gegen Borussia Mönchengladbach in die Erfolgsspur zurückkehren. Doch dies misslang, weil die Gladbacher nach ihrer Mini-Krise (0:0 gegen Freiburg, 0:1 in Nürnberg) wieder nach der Leichtigkeit aus der Vorrunde suchten. Reus fand diese schon früh und beruhigte die Nerven von Trainer Lucien Favre. In der Folge mühten sich die Leverkusener nach Kräften, das 0:1 zu egalisieren, doch die Fohlen-Abwehr verteidigte lange Zeit routiniert und abgeklärt. Zur Hilfe kam dann ausgerechnet Gladbachs Keeper ter Stegen, der vor Kießlings Ausgleich patzte. In der Schlussphase setzten dann die Gladbacher den entscheidenden Konter über Reus, den de Camargo eiskalt zum 2:1-Siegtreffer abschloss. Gladbach ist damit vorerst mit Bayern wieder punktgleich, untermauert aber auf jeden Fall die Ambitionen auf einen CL-Platz. Und: Die Gladbacher haben rechtzeitig vor dem Halbfinale des DFB-Pokals am Mittwoch gegen Bayern wieder eine breite Brust.

Freiburg demütigt den Dinosaurier

Makiadi macht das dritte Freiburger Tor in Hamburg - die HSV-Spieler am Boden.

Makiadi macht das dritte Freiburger Tor in Hamburg - die HSV-Spieler am Boden. Getty Images

Dem Hamburger SV war die Ausgangslage vor dem Spiel gegen den SC Freiburg absolut klar: Es ist ein "Sechs-Punkte-Spiel", wahlweise auch ein "Schlüsselspiel", sagte Sportchef Frank Arnesen. Doch offensichtlich hatten die Spieler die Bedeutung des Duells nicht ganz so brisant eingestuft. Im ersten Abschnitt zeigte der Bundesliga-Dinosaurier ein erschreckendes Zweikampfverhalten und lag durch die Tore von Freiburgs Flum und Caligiuri völlig verdient mit 0:2 zurück. In der zweiten Halbzeit wurde das Auftreten der Fink-Elf etwas besser, doch agierten die Breisgauer mit der Führung im Rücken relativ abgebrüht - und profitierten darüber hinaus von der mangelnden Chancenverwertung der Hanseaten. Der SC indes zeigte sich diesbezüglich eiskalt: Makiadi machte trocken das 3:0, der Anschlusstreffer durch Ilicevic war nur noch Ergebniskosmetik. Mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison klettert die Streich-Elf erstmals seit dem 9. Spieltag auf den Relegationsplatz.

Langkamp nickt ein - der FCA verlässt Abstiegsränge

Der FC Augsburg sammelte durch das 0:0 gegen Dortmund zuletzt weiter Selbstvertrauen. Gegen die Mainzer wollte die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay einen Big Point im Abstiegskampf setzen, doch der Schuss ging zunächst nach hinten los. Genauer gesagt, der FSV-Stürmer Allagui stocherte den Ball über die Linie. Allerdings zeigte sich der Aufsteiger nicht besonders geschockt und glich noch vor der Pause durch Koos sehr sehenswerten Treffer aus. Dass die Augsburger die Abstiegsplätze verlassen konnten, hatten sie der Kopfballstärke von Langkamp zu verdanken, der früh in der zweiten Halbzeit den 2:1-Siegtreffer markierte.

Viel zu viel Platz für Mandzukic und Helmes

Ein Mittelfeldduell mit völlig konträren Voraussetzungen fand in Nürnberg statt, der Club empfing den VfL Wolfsburg. Die Nürnberger erwischten den besseren Start und gingen nach schöner Vorarbeit von Esswein durch Didavis Kopfballtor in Führung, doch in einem sehr sommerlich wirkenden Fußballspiel hatten die Wölfe die besseren Kicker in ihren Reihen. Da sich beide Mannschaften nicht wirklich wehtun wollten, zeichnete das Wolfsburger Sturmduo Mandzukic und Doppeltorschütze Helmes für einen souveränen 3:1-Auswärterfolg verantwortlich.

Freitag: Ibisevic' gelungene Rückkehr

Der Stuttgarter Vedad Ibisevic jubelt über das 1:0 in Hoffenheim.

Der Stuttgarter Vedad Ibisevic jubelt über das 1:0 in Hoffenheim. Getty Images

Am Freitagabend wahrte der VfB Stuttgart seine Minimalchancen auf das Erreichen der Europa-League-Plätze. Die Stuttgarter siegten im Derby bei 1899 Hoffenheim mit 2:1 und überholen den bisherigen Tabellensiebten Hannover 96 vorerst wieder. Mann des Abends war ausgerechnet Ibisevic, der im Winter von den Kraichgauern zu den Schwaben gewechselt war. Bereits in der 8. Minute war der Bosnier in der Stelle, um den VfB in Front zu schießen. Zudem erhöhte er kurz vor der Pause mit einem sehenswerten Flugkopfball zum 2:0. Auch im zweiten Abschnitt hatten die Schwaben die besseren Chancen, doch sie machten den Sack nicht zu und mussten Mitte der zweiten Halbzeit das 1:2 durch den Elfmeter des zuletzt suspendierten Salihovic hinnehmen. In der Schlussphase verteidigten die Stuttgarter den knappen Vorsprung gegen wild anrennende Hoffenheimer. Die Labbadia-Elf ist nach dem vierten Auswärtssieg seit vier Ligaspielen unbesiegt und holte dabei zehn Zähler. Die Hoffenheimer, bei denen der zuletzt suspendierte Salihovic eingewechselt wurde, erlebten nach dem 1:7 beim FC Bayern den nächsten Rückschlag. Nach sieben vorangegangenen Unentscheiden im heimischen Stadion folgte nun eine Niederlage.

Favre-Elf jubelt, BVB auch - VfL besiegt Auswärtsfluch