Stuttgart: Gespräche mit Chandler

Reservist Schieber: "Sauer bin ich schon"

Julian Schieber (VfB Stuttgart)

"Das Wichtigste ist, dass ich spiele", sagt Julian Schieber - momentan darf er es nicht regelmäßig. picture alliance

Zum Freiburg-Schreck kann Schieber am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker online) wohl bestenfalls als Joker werden. Der 23-Jährige hat in bisher drei Spielen gegen den Nachbarn aus dem Breisgau drei Tore erzielt, auch in der Jugend habe es "immer geknallt", erinnert er sich.

Momentan aber ist Schieber nur Ersatz, die Gründe sind vielfältig: Zum einen liegt es am von Bruno Labbadia derzeit favorisierten 4-2-3-1-System, in dem Millionen-Winterneuzugang Vedad Ibisevic den Part als Sturmspitze reserviert hat. Die Verpflichtung des Bosniers stört Schieber nicht: "Pavel Pogrebnyak ging, Vedad kam. Konkurrenz ist wichtig. Es geht auch miteinander." Aber: Wenn er selbst in der Rückrunde einmal ran durfte, dann nur auf der linken Seite - obwohl sein Nürnberg-Jahr vorige Saison deutlich offenbarte, dass er in der Spitze am besten aufgehoben ist.

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Labbadia fordert den "letzten Schritt"

Zum anderen scheint Labbadia bei Schieber der letzte Tick im Training zu fehlen, der Reservist soll sich aufdrängen. Zwar bekomme der Ur-Schwabe jede Unterstützung, betont der VfB-Coach, aber "der letzte Schritt muss von ihm kommen". Schieber dagegen glaubt, dass er in den Übungseinheiten "immer hundert Prozent" gebe.

Das Selbstvertrauen leidet.

Julian Schieber

Vollständig fit ist er nach seiner langwierigen Schambeinentzündung inzwischen, anders als bei seinen ersten Gehversuchen am Ende der Hinrunde (kicker-Noten 5 und 6). "Damals fehlte mir noch die Spritzigkeit", sagt Schieber. "Jetzt fühle ich mich seit der Wintervorbereitung richtig fit." Es reichte 2012 bisher zu je einem Startelf-Einsatz in Liga (ein Tor) und Pokal sowie drei Einwechslungen.

Wann gelingt der ersehnte Durchbruch? "Wir wollen alle, dass er sich durchsetzt", stellt Labbadia klar, die momentane Situation jedoch ist für Schieber nicht zufriedenstellend: "Das Selbstvertrauen leidet", zitiert ihn die "Stuttgarter Zeitung": "Es ist nicht so, dass ich jetzt den ganzen Tag Rotz und Wasser heule - aber sauer bin ich schon! Obwohl ich nicht genau weiß, auf wen oder was."

Bis 2013 hat der VfB Schieber noch unter Vertrag, Gespräche über eine Verlängerung haben noch nicht stattgefunden. "Ich bin hier zu Hause", sagt der Backnanger, "aber das Wichtigste ist, dass ich spiele."

VfB und Chandler: FCN genehmigt Gespräche

Mit dem Nürnberger Timothy Chandler (Vertrag bis 2013), den der VfB seit geraumer Zeit als Verstärkung für die rechte Abwehrseite im Visier hat , haben die Schwaben dagegen inzwischen gesprochen - mit Genehmigung des FCN, wie die "Nürnberger Zeitung" berichtet. Club-Sportvorstand Martin Bader, der in den nächsten Wochen Klarheit will, geht "davon aus, dass er bleiben will, doch bei Philipp Wollscheid hat mich das Gefühl auch getäuscht." Der Innenverteidiger verlässt Nürnberg am Saisonende in Richtung Leverkusen.