Dresden: Vertrag des Top-Vorbereiters läuft aus

Trojan: Lerneffekt statt Planspiele

"Selbst 90 Prozent würden nicht reichen": Dresdens Filip Trojan fordert eine deutliche Steigerung.

"Selbst 90 Prozent würden nicht reichen": Dresdens Filip Trojan fordert eine deutliche Steigerung. imago

"Wir haben als Mannschaft grottenschlecht gespielt und verteidigt. Mit solch einer Leistung", weiß Trojan, "gewinnen wir gegen kein Team in der Liga mehr."

Am Freitag muss der Aufsteiger beim SC Paderborn vor allem zu seiner Kompaktheit zurückfinden - in den letzten vier Auswärtsspielen setzte es drei Niederlagen. Von der ersten Minute an will man dann genauso aggressiv zu Werke gehen wie in den Heimspielen. Trojan: "Selbst 90 Prozent würden nicht reichen. Ich denke, das haben wir nach dieser Klatsche jetzt endgültig gelernt."

14 Spielerverträge laufen aus. Trainer Ralf Loose und Sportchef Steffen Menze wollen ein Fundament halten, um langfristig etwas aufzubauen. Dazu soll auch Filip Trojan gehören. Mit 16 zog es den heute 28-jährigen Tschechen ohne Eltern und ohne Deutschkenntnisse nach Gelsenkirchen, 61 Bundesligaspiele für Schalke, Bochum und Mainz folgten.

Zu Saisonbeginn wechselte Trojan vom FSV zu Dynamo, wo er sich im Laufe der Hinrunde stetig steigern konnte. Zwei Tore und sieben Assists hat der Mittelfeldspieler nun auf seinem Konto, nur drei Zweitligaspieler haben mehr Torvorlagen auf dem Konto (Düsseldorfs Maximilian Beister/11, die beiden Greuther Fürther Sercan Sararer/9 und Olivier Occean/8). "Ich bin auf jeden Fall mehr der Vorbereiter. Aber klar", versichert Trojan, "würde ich auch gerne mit mehr Toren zu unserem Klassenerhalt beitragen."

Sein Vertrag in Dresden läuft aus. Weil Mainz noch einen Teil seines Gehaltes mitfinanziert hatte, müsste Dynamo bei einer Verlängerung dann tiefer in die Tasche greifen. Ein erstes Gespräch gab es bereits. "Ich fühle mich hier sehr wohl, der Klassenerhalt steht für mich aber an erster Stelle. Früher", erklärt der 28-Jährige, "hatte ich viel geplant, meistens war dann aber etwas ganz anderes rausgekommen. Ich bin selbst gespannt, was im Sommer passiert."

Dresdens Trainer Ralf Loose plagen derweil einige Personalsorgen. Ioannis Papadopoulos (22) klagt noch immer über Bauchschmerzen, seine Rückkehr verzögert sich noch. Maik Kegel (22, Sprunggelenkprobleme) und Pavel Fort (28, Angina) stehen aller Voraussicht nach für das Paderborn-Spiel nicht zur Verfügung. Wenigstens ist Robert Koch (25, nach Rückenproblemen) ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

Marcus Lehmann