Bundesliga

Das Aus für Stanislawski!

1899 Hoffenheim entlässt den Trainer

Das Aus für Stanislawski!

Aus am Tag nach dem Pokal-Aus: Holger Stanislawski ist nicht mehr Trainer in Hoffenheim.

Aus am Tag nach dem Pokal-Aus: Holger Stanislawski ist nicht mehr Trainer in Hoffenheim. Getty Images

Er hatte alles probiert: Wie angekündigt ließ Holger Stanislawski die zuletzt enttäuschenden Stars Ryan Babel und Sejad Salihovic zunächst auf der Bank. Und auch die Fans standen hinter dem Trainer, zeigten durch Banner und lautstarke Aktionen ihre Sympathie. Genützt hat alles nichts: 1899 Hoffenheim verlor zu Hause gegen Greuther Fürth mit 0:1 , obwohl Stanislawski ein "gutes Spiel" seiner Mannschaft gesehen haben wollte. Es war keines.

Und am Tag danach war für den 42-Jährigen auch Schluss bei der TSG. Mit ihm müssen auch die Co-Trainer André Trulsen und Klaus-Peter Nemet gehen. Der Klub meldete inzwischen, dass die Trennung "in Abstimmung mit den Gesellschaftern und dem Beirat des Klubs einvernehmlich" erfolgt sei, der bis 2014 datierte Vertrag wurde aufgelöst. Manager Ernst Tanner erläuterte: "Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden. Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend."

Trainersteckbrief Stanislawski
Stanislawski

Stanislawski Holger

Trainersteckbrief Babbel
Babbel

Babbel Markus

TSG Hoffenheim - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.07.1899

Vereinsfarben

Blau-Weiß

TSG Hoffenheim - Die letzten Spiele
Paderborn (A)
1
:
1
Hertha (H)
0
:
3

Feuer unterm Dach - und Hopp zündelt mit

zum Thema

Schon seit Tagen war höllisch Feuer unterm Dach in Hoffenheim. Und alle haben fleißig mitgezündelt: die Mannschaft, der Trainer - auch Dietmar Hopp. Der Mäzen hatte sich vor nur zwei Wochen im kicker gewünscht, Stanislawski möge noch acht Jahre bleiben, um ihn diese Woche offen zu demontieren: "Es ist keine Entwicklung zu erkennen."

Zurück bleiben rauchende Trümmer, die jederzeit aufflammen können. Auch für einen neuen Trainer würde das Arbeiten unter Hopp nicht leicht. Derzeit deutet alles auf Markus Babbel (39, zuletzt Hertha) als Nachfolger Stanislawskis hin , als Interimslösung wäre Hoffenheims U-19-Coach Alfons Higl (47) eine Option. Und auch Manager Tanner - bis zuletzt Fürsprecher des entlassenen Trainers - steht unter Druck, nach dem dritten Wechsel binnen 13 Monaten. Nach Marco Pezzaiuoli (43) hat er sich erneut bei einer entscheidenden Personalie vergriffen.

Vorwurf: Kein etabliertes System

Stanislawski muss sich den Vorwurf gefallen lassen, kein eingespieltes System etabliert zu haben. Vor allem im defensiven Mittelfeld wechselte er ständig hin und her. Analog finden derartige Wechselspiele auch weiter vorn statt, wo es je nachdem drei, vier oder gar fünf offensive Kräfte sind, die mal rotieren oder ein andermal wieder ihre Positionen halten sollen. Immer wieder wirken TSG-Profis verwundert über die Laufwege der Kollegen, die Fehlpassquoten sind entsprechend.

Compper für drei Spiele gesperrt

Kleine Randnotiz an einem turbulenten Tag im Kraichgau: Marvin Compper wurde für seine Tätlichkeit gegen den Fürther Stephan Fürstner für drei Pokalspiele aus dem Verkehr gezogen.