Rostock: Vier Randalierer identifiziert

Hansa verliert Hauptsponsor

Zündelei mit Konsequenzen

Zündelei und Ausschreitungen mit Konsequenzen: Für die Randalierer gab es eine Anzeige, der Sponsor wendet sich ab. picture alliance

"Die regelmäßigen Ausschreitungen schädigen nicht nur die Reputation des Vereins, sondern auch die der Sponsoren", sagte Geschäftsführer Christian Knaape. Daher sehe die Geschäftsführung derzeit keine Möglichkeit, das Sponsoring über die laufende Saison hinaus zu verlängern, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens weiter. Hansa Rostock wollte auf SID-Anfrage keine Stellungnahme abgeben.

Der Sponsor drohte bei weiteren Vorfällen sogar damit, unmittelbar aus dem Vertrag, der dem Klub angeblich etwa 800.000 Euro bringen soll, auszusteigen. "Weitere Ausschreitungen können auch in der laufenden Saison dazu führen, dass wir unser Sponsoring sofort beenden", sagte Knaape. Angeblich besitzt Veolia eine entsprechende Klausel im Vertrag.

Zuletzt hatte es beim Spiel gegen den FC St. Pauli am vergangenen Samstag erneut Krawalle gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden beim 1:3 insgesamt zehn Personen verletzt, darunter acht Polizisten. Die Beamten leiteten gegen 33 Personen Ermittlungsverfahren wegen Verdachtsfällen von Landfriedensbruch, Körperverletzung oder auch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein. Unter anderem wurden Feuerwerkskörper in den Block der Gästefans geschossen.

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Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann

Vier Täter sind nach Angaben des Vereins identifiziert worden. Dies bestätigte Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann dem SID. Die Personen sollen während des Spiels Schals und weitere Pauli-Fanartikel abgebrannt haben. "Wir werden gegen diese Personen Strafanzeige stellen", sagte Hofmann.

Bis zum Mittwoch muss der Verein zu den Vorfällen eine Stellungnahme beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgeben. Ein Urteil könnte, so Hofmann, Anfang nächster Woche gesprochen werden. Hansa droht als Wiederholungstäter eine drakonische Strafe durch den DFB, sogar ein "Geisterspiel" ohne Zuschauer ist im Bereich des Möglichen. Rostock war in dieser Saison bereits nach dem Spiel bei Eintracht Frankfurt wegen seiner gewalttätigen Fans verurteilt worden.