WM

Amorebieta per Kopf! Messi & Co erleiden Schiffbruch in Puerto La Cruz

WM-Quali Südamerika: Venezuela schlägt Argentinien

Amorebieta per Kopf! Messi & Co erleiden Schiffbruch in Puerto La Cruz

Der Weltfußballer sieht Weinrot: Lionel Messi im Duell mit Gladbachs Juan Arango (re.).

Der Weltfußballer sieht Weinrot: Lionel Messi im Duell mit Gladbachs Juan Arango (re.). picture-alliance

Ein historischer Tag für Venezuela. Der Karibik-Staat fristete viele Jahre lang ein Mauerblümchendasein im Keller des südamerikanischen Fußballs, Baseball ist die Nationalsportart Nummer eins im Norden des Kontinents. Seit einigen Jahren muss mann die "Vinotinto" jedoch ernst nehmen, schon bei der Copa America in diesem Jahr überraschten Arango & Co. in Argentinien mit einem vierten Rang.

Am Dienstag gelang ihnen also erstmals ein Sieg über Argentinien. Per Kopf stellte Amorebieta nach einer Ecke die Weichen für sein Land. Jubel unter den 30.000 Fans brandete auf bei schwülen 30 Grad im Anzoátegui-Stadion in Puerto La Cruz, als "Albiceleste"-Schlussmann Mariano Andujar (Catania Calcio) geschlagen war. "Das Aschenputtel des südamerikanischen Fußballs ist Geschichte", schrieb AFP.

WMQ-Südamerika - 2. Spieltag
WMQ-Südamerika - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Uruguay
4
2
Argentinien
3
3
Ecuador
3
Spielersteckbrief Messi

Messi Lionel

Spielersteckbrief Amorebieta

Amorebieta Fernando

Argentinien - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1893

Venezuela - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1926

In Hälfte eins hatten sich die Hausherren mit einer starken Defensivleistung des Weltklasse-Angriffs um Lionel Messi (FC Barcelona) und Gonzalo Higuain (Real Madrid) erwehren könnnen. Doch schon gegen Ende des Abschnitts schnupperte der Außenseiter Offensivluft: Der Mönchengladbacher Arango jagte einen brandgefährlichen Freistoß Richtung Kasten, Andujar konnte per Reflex noch abwehren (42.).

Nach der Pause wurden die Venezolaner noch stärker. Der Hamburger Tomas Rincon sorgte mit einer gefährlichen Flanke in den Torraum für ein Raunen auf den Rängen, wieder konnte Andujar klären. Wenig später fiel das 1:0, das zu einem nicht unverdienten Sieg der Gastgeber führte.

"Ein historischer Sieg", jubelte Malagas Sturmtank Salomón Rondón. "Ich hoffe, dass uns das den Weg zu WM ebnet." Die Mannschaft müsse jedoch auf dem Teppich bleiben, schließlich waren es auch erst die ersten drei Punkte nach der Auftaktniederlage in Ecuador (0:2).

Der stolze Trainer César Farías, der vor dem Spiel den Wolfsburger Orozco noch aus dem Kader gestrichen hatte, warnte vor den beiden kommenden Gegner Kolumbien und Bolivien. "Zwei schwierige Spiele, wir müssen schon heute mit der Vorbereitung beginnen und das heute Geschehene abhaken", so der Coach. Dennoch, seine Landsleute träumen von der ersten WM-Teilnahme. Die "Albiceleste" sind derweil unsanft auf dem Teppich gelandet. "Vielleicht war es die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, die Tatsache, dass wir auch am Freitag spielen mussten", mutmaßte Argentiniens Auswahlcoach Alejandro Sabella, erkannte jedoch auch die Überlegenheit des Gegners an.

Forlans Tor reicht nicht zum Sieg, aber zu Platz eins

Nach zwei Spieltagen führt Copa-Sieger Uruguay durch das 1:1 in Paraguay (Inter Mailands Forlan hatte die Celeste in Führung gebracht, Ortiz in der Schlussminute ausgeglichen) mit vier Punkten die Tabelle an. Dahinter warten sechs Nationen mit drei Zählern, darunter auch die Kolumbien und das spielfreie Ecuador, das sich derweil im Test gegen Jürgen Klinsmanns USA mit 1:0 durchsetzte. Diese beiden Teams haben erst ein Spiel absolviert - Kolumbien startete per 2:1 in der bolivianischen Höhenhölle La Paz, Atleticos Stareinkauf Falcao traf in der 90. Minute. Chile fuhr durch ein 4:2 gegen Peru den ersten Dreier ein - Werders Pizarro und der Schalker Farfan sorgten mit ihren Toren zum 1:3 und 2:3 für Spannung, ehe Humberto Suazo durch einen Strafstoß die Entscheidung herbeiführte.

Gastgeber Brasilien nimmt nicht an der Quali-Runde teil, die noch bis Oktober 2013 läuft. Direkt qualifiziert sind die ersten vier Teams. Der Tabellenfünfte tritt in der Kontinental-Ausscheidung gegen Asiens Fünften an.