2. Bundesliga

Frankfurt schiebt sich auf Rang drei

Überblick: Fortuna marschiert, Funkel verliert

Frankfurt schiebt sich auf Rang drei

Nur kurzzeitig auf Augenhöhe: Doppeltorschütze Idrissou im Kopfballduell mit Dresdens Subasic.

Nur kurzzeitig auf Augenhöhe: Doppeltorschütze Idrissou im Kopfballduell mit Dresdens Subasic. Getty Images

Zum Abschluss des 9. Spieltags unterlag Dynamo Dresden am Montagabend Eintracht Frankfurt. Die Hessen konnten somit ebenfalls den Patzer des FC St. Pauli am Freitag nutzen und schoben sich nun auf den dritten Rang vor. Die weiter ungeschlagene Eintracht geriet zwar durch einen abgefäschten Schuss von Fiel in Rückstand, doch ein Doppelschlag von Gekas per Kopfball stellte schnell die Weichen auf Auswärtssieg. Nach der Pause tat Dresden viel zu wenig, um dem Spiel noch eine Wendung zu geben, Idrissou machte schließlich kurz vor dem Ende mit zwei Treffern alles klar.

Greuther Fürth profitiert von Rot für Bülow

Fürth jubelt, hier Occean, Nehrig und Nöthe

Das Kleeblatt bleibt vorn: Occean, Nehrig und Nöthe jubeln beim 2:0 über 1860 München. picture alliance

2. Bundesliga - 9. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
SpVgg Greuther Fürth
22
2
Fortuna Düsseldorf
21
3
Eintracht Frankfurt
19
2. Bundesliga - Torjäger 2011/12
Nöthe Christopher
7
Rangelov Dimitar
7
Meier Alexander
6

Die SpVgg Greuther Fürth ziert weiter die Spitze der Zweiten Liga, im Topspiel gegen 1860 München gelang den Franken am Sonntag ein 2:0-Sieg. Die Weichen wurden in der 13. Minute gestellt - von Christian Bandurski: Nach Bülows Grätsche gegen Nöthe an der Strafraumkante nestelte der Referee zunächst an seiner Gelben Karte und zog dann urplötzlich Rot. Er entschied auf rohes Spiel, eine harte Entscheidung. Fürth war's recht, konsequent münzte die Büskens-Truppe die Überzahl in Tore um: Nöthe traf nach Sararers Flankenlauf mit Saisontor Nummer sieben zur Pausenführung, Nehrig, der sich zuvor seine fünfte Gelbe Karte abgeholt hatte, erhöhte aus der Distanz (53.). Die Löwen, die erstmals seit 19 Spielen nicht trafen, verlieren damit ein wenig den Anschluss an die Aufstiegsränge.

Aufatmen in Bochum! Nach fünf Niederlagen am Stück und einem 0:4 gegen Paderborn zum Einstand hat Andreas Bergmann den ersten Dreier als VfL-Coach geschafft - und darf sich dafür durchaus selbst auf die Schulter klopfen: Beim 2:1 gegen Ruhrpott-Rivale Duisburg schickte er fünf Minuten vor Schluss Ginczek aufs Feld, vier Minuten später veredelte der 20-Jährige einen Inui-Geistesblitz zum Siegtor. Zuvor hatten Dabrowski (17.) und Bajic (53.) nach Freistößen getroffen. Die defensiv stabilen Bochumer verließen damit die Abstiegsränge, der MSV rutschte auf Platz 16 ab.

Schon wieder unentschieden! Hansa kommt nicht voran

Einen ähnlichen Befreiungsschlag hatte Hansa Rostock gegen Keller-Kollege Karlsruhe vor Augen, doch am Ende stand statt des ersten Sieges das nächste Unentschieden: Nach Schieds Abstauber (25.) - der KSC war in dem Moment wegen Kempes Behandlung in Unterzahl - vergaben die Ostsee-Kicker noch zahlreiche gute Möglichkeiten, Lavric bestrafte die Nachlässigkeit mit seinem Kopfballtreffer aus dem Nichts (77.). Nach fünf Schlappen in Folge wenigstens ein kleiner Mutmacher für die Badener, die tabellarisch vor Hansa bleiben.

Fortuna marschiert

Fortuna-Torschütze Sascha Rösler gegen Alexander Ludwig.

Überlegen: Fortuna-Torschütze Sascha Rösler gegen Alexander Ludwig. picture alliance

Einen Viererpack gab's von Düsseldorf zuletzt in Aue (4:2), die Fortuna-Torfabrik verschonte auch Cottbus nicht - ebenfalls 4:2. Nach einem Doppelpack von Beister und einem Rösler-Hammer (Saisontor Nummer sechs) befanden sich die Rheinländer früh auf der Siegerstraße. Dreimal patzten Energie-Akteure, dreimal schlug die Meier-Elf eiskalt zu. Als Energies Roger auch noch Rot sah, war die Messe eigentlich gelesen. Eigentlich! Denn zwei Standards brachten die dezimierten Lausitzer zurück ins Spiel. Nach Rangelovs Ampelkarte war die Partie dann doch gelaufen, die "Wollitz-Neun" konnte die "Heimmacht" Düsseldorf, die noch einmal traf, nicht mehr gefährden. Die letzte Heimpleite liegt schon ein Jahr zurück (27. September, 0:1 gegen Bochum). Saisonübergreifend bleibt die Fortuna seit 19 Heimauftritten ohne Niederlage. Cottbus verliert nach dem vierten sieglosen Spiel (0/2/2) den Anschluss nach ganz oben, wo die Fortuna kräftig mitmischt.

Vor gut einer Woche noch Trainer in Bochum, jetzt bei Alemannia Aachen. Friedhelm Funkel wechselte von einem Kellerkind zum anderen. Seinen zweiten Saisonsieg und somit den ersten Dreier für Aachen konnte aber auch der erfahrene Fußballlehrer nicht einfahren. Vielmehr kassierten die Alemannen nach vier Nullnummern in Folge bei den "Eisernen" in einer insgesamt höhepunktarmen Partie die fünfte Pleite in dieser Spielzeit, blieben im sechsten Spiel in Folge ohne eigenen Treffer und haben überhaupt erst ein Saisontor erzielt.

Aue überrascht St. Pauli und gewinnt am Millerntor

Aue jubelt am Millerntor

Überraschung am Millerntor: Aue jubelt, St. Pauli lässt den Kopf hängen. picture alliance

St. Pauli verspeilte am Freitagabend den zweiten Tabellenplatz. Schon im ersten Durchgang lieferten die Gastgeber kein gutes Spiel ab. Die überlegenen Auer (zuletzt sieben Mal in Folge sieglos) konnten allerdings kein Kapital daraus schlagen, dass die Hamburger in der Defensive zu sorglos agierten. So war es sogar St. Pauli, das mit einer Führung in die Pause ging. Nach dem Wechsel lag der Ausgleich der Gäste lange Zeit in der Luft. Sobiech verhinderte ihn, als er auf der Linie Kopf und Kragen riskierte. Der U-21-Nationalspieler knallte gegen den Pfosten und musste ausgewechselt werden (54.). Sein Einsatz war letztlich umsonst, denn Aue holte zum Doppelschlag aus und hatte den Spieß eine Viertelstunde später umgedreht. St. Pauli wachte jetzt noch einmal auf und vergab durch Ebbers und Boll gute Chancen. Der eingewechselte Könnecke sorgte dann jedoch für das Sahnehäubchen aus Auer Sicht, als er sein Tänzchen durch den Hamburger Strafraum zum 3:1 abschloss. Sagliks Anschlusstreffer in der Nachspielzeit konnte die erste Heimniederlage der Saison für St. Pauli nicht mehr abwenden.

Braunschweig lässt Punkte liegen - Paderborn schießt Ingolstadt ab

Punkte ließ auch Braunschweig liegen, das den gesperrten Kumbela beim FSV Frankfurt schmerzlich vermisste und zahlreiche Chancen nicht nutzen konnte. Am Ende lief der Aufsteiger sogar noch einem Rückstand hinterher. Vier Minuten nach seiner Einwechslung bescherte Merkel (88.) der Eintracht, die mit einem Sieg nach St. Paulis Niederlage sogar die Tabellenführung übernommen hätte, dann aber immerhin noch ein 1:1-Unentschieden.

Der FC Ingolstadt bleibt auswärts weiterhin ohne Punktgewinn. Beim SC Paderborn kam das Team von Benno Möhlmann mit 1:4 unter die Räder. Die Ostwestfalen, die zuletzt 4:0 in Bochum gewonnen hatten, waren von Beginn an das bessere Team und lagen zur Pause bereits mit zwei Toren vorn - auch weil FCI-Torhüter Kirschstein sich Mehas 30-Meter-Flatterball überrumpeln ließ. Proschwitz sorgte kurz vor Schluss für die Entscheidung. Die Paderborner setzen sich damit in der oberen Tabellenhälfte fest.