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Der Ersatz für Fabregas

Arsenal: Das ist Mikel Arteta

Der Ersatz für Fabregas

Mikel Arteta (FC Arsenal)

Der Traum heißt Dortmund: Arsenal-Neuzugang Mikel Arteta. picture alliance

"Das ist eine große, eine besondere Herausforderung", wusste Arteta, als sein Last-Minute-Transfer nach London in trockenen Tüchern war. Yossi Benayoun (Chelsea) hin, Per Mertesacker (Bremen) her - Arteta zog am "Deadline Day" die Blicke auf sich, ein Wunder ist es nicht: Die Fußstapfen, in die er bei Arsenal steigen soll, sind schließlich gigantisch groß, hinterlassen hat sie sein spanischer Landsmann Cesc Fabregas.

Was soll da ein Spieler aus Everton, aus dem Tabellenmittelfeld, ausrichten, der mit 29 Jahren nicht dem Arsène-Wenger-Schema entspricht, kein Länderspiel vorweisen kann und einst in Barcelona durchfiel? "Fabregas war ein toller Spieler, einer der besten in der Premier League", sagt Arteta zurückhaltend. Ihn zu ersetzen wäre "eine große Forderung". "Ich will einfach meine Fähigkeiten zeigen, dann sehen wir, wo uns das hinführt."

Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Manchester United
9
2
Manchester City
9
3
FC Liverpool
7
Spielersteckbrief Arteta
Arteta

Arteta Mikel

Spielersteckbrief Fabregas
Fabregas

Fabregas Cesc

Und Fähigkeiten hat Arteta. Kaum ein Spieler war in den vergangenen sechseinhalb Jahren so konstant, so wichtig beim FC Everton wie der Spanier. Er wurde zu einem prominenten Gesicht der Premier League. Vereinsinterne Auszeichnungen als "Spieler des Jahres" wurden zur Regelmäßigkeit, Assists und spielentscheidende Aktionen ebenso. Doch das war nicht immer so.

Seine letzten Jahre als Jugendspieler verbrachte er nämlich nicht im offensiven Mittelfeld, er war Staubsauger. Mit 15 vom FC Barcelona verpflichtet, kämpfte er sich bis in die zweite Mannschaft - dort war Endstation. Die Zentrale war blockiert, ein gewisser Xavi spielte sich ins Rampenlicht, Andres Iniesta folgte. Arteta ließ sich zum neuen Jahrtausend zu Paris St.-Germain ausleihen. Ein Meilenstein für seine weitere Karriere: "Dort habe ich so viel gelernt", erinnerte sich Arteta, neben Jay-Jay Okocha und Ronaldinho fand er Gefallen am offensiven Mittelfeldpart.

Joker für Guardiola, Nachbar von Xabi Alonso

Und obwohl es in Barcelona nicht klappte: Stars hatte Arteta immer um sich. In Barcelona debütierte er mit 16 als Einwechselspieler für Pep Guardiola, den heutigen Barça-Coach und Artetas großes Vorbild; in Liverpool, wo er nach Stationen bei den Glasgow Rangers und Real Sociedad landete, wohnte er neben Sandkasten-Kumpel Xabi Alonso (heute Real Madrid, damals FC Liverpool).

Sechseinhalb Jahre später ging alles ganz schnell: Ein Blitz-Gespräch mit Everton-Coach David Moyes gab den Ausschlag pro Arsenal. "Es stimmt, ich habe mich mit dem Trainer getroffen, es war ein Fünf-Minuten-Gespräch. Ich sagte, dass das der richtige Moment für mich ist, eine große Chance. Dass ich wieder in der Champions League spielen könnte und dass der Verein in einer Situation ist, dass er einen Spieler verkaufen müsse. Ich denke, der Wechsel war zu 100 Prozent das Beste für alle Beteiligten."

Man will einfach dabei sein und vermisst es total. Ich kann es kaum erwarten.

Mikel Arteta über die Rückkehr in die Champions League

Arsenal darf sich auf einen kreativen, Premier-League-erfahrenen, ballsicheren Strategen freuen, Arteta auf ein großes Wiedersehen - am 13. September in Dortmund. Dann hat sein Warten ein Ende, die Königsklasse ruft! "Ich hatte die Chance, dort mit PSG und den Rangers zu spielen. Man will einfach dabei sein und vermisst es total. Ich kann es kaum erwarten." Er wolle sich auf der größtmöglichen Bühne beweisen: "Ich bin jetzt 29, ich habe also nicht mehr so viel Zeit, eine solche Chance zu nutzen."

Das Ziel: Über Arsenal in die Selección

Und noch etwas steht nun auf Artetas Agenda: die Nationalmannschaft. Einst war er U-21-Kapitän, doch in der A-Auswahl spielte er nie eine Rolle. Man könnte sagen: Mit Spanien wurde Arteta als Profi nie warm, nicht bei Barça, nicht in San Sebastian, nicht in der Selección. "Das ist der Preis dafür, wenn man nicht für die 'Big Four' spielt", sagte Arteta bereits vor vier Jahren. Jetzt, bei Arsenal, zumindest "offiziell" noch "Big Four"-Mitglied, will er sich auch Vicente del Bosque empfehlen. "Es war immer mein Traum, in dieser Mannschaft zu spielen, die einfach alles gewinnt."