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"Lex River Plate" ist vom Tisch

Argentinien: Verband verzichtet auf Neustrukturierung

"Lex River Plate" ist vom Tisch

Fans von River Plate

Keine "Lex River Plate": Für die Fans des Traditionsvereins ist der Abstieg eine Schmach. imago

Die einen bekamen sich vor Schadenfreude kaum mehr ein, auf der anderen Seite herrschte blankes Entsetzen. Der Abstieg von River Plate Ende Juni provozierte unterschiedliche Gefühlswelten in der Fanwelt Südamerikas, wie man's eben mit dem argentinischen Rekordmeister hielt. Dann schien sich das Blatt zu wenden: Der Verband wollte kurzerhand die erste und zweite Liga vereinen. Und das alles wegen River Plate, wie der AFA-Pressesprecher unverhohlen eingestand.

Die 20 Erstligaklubs sollten gemeinsam mit den 18 Zweitligavereinen in einer Liga spielen. Hauptsache, River Plate darf sich weiterhin als Erstligist bezeichnen. Erstmals in seinen 110 Jahren Geschichte hatte der Traditionsklub aus Buenos Aires kürzlich den Gang in die 2. Liga antreten müssen.

Verbands-Pressesprecher Ernesto Cherquis Bialo hatte ausgeplaudert, was in Argentinien eh schon jeder wusste. Es war eine "Lex River Plate", die da durchgezogen worden wäre. "Wenn River Plate nicht abgestiegen wäre, gäbe es diese Pläne nicht." Weiter erklärte er: "Das Geld kommt vom Fernsehen, und das will die Besten zeigen." Somit dürften River Plate und andere Traditionsklubs nicht unterklassig spielen.

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Die Kritik an den Plänen war aber derart heftig, dass der Verband AFA nun einen Rückzieher machte. Es wird keine "Lex River Plate" geben. Am kommenden Wochenende beginnt in Argentinien die Apertura-Meisterschaft. Ohne River Plate.

Der Abstieg von River Plate, er ist endgültig zum Politikum geworden. Im Herbst finden die nächsten Wahlen statt. Verbandsboss und Staatspräsidentin stehen zur Abstimmung, und weil die Regierung die TV-Rechte an Liga eins hält, fügte sich eins zum anderen. So hätten sowohl AFA-Boss Julio Grondona als auch die um die Wiederwahl kämpfende Cristina Fernandez von einer sich abzeichnenden Rückkehr Rivers in Liga eins profitieren können.