Deutschlands U-17-Abwehrchef überzeugt in Mexiko

Günter räumt auf und schneidet ab

Koray Günter

Bei der U-17-WM in Mexiko in der deutschen Defensive eine Bank: Koray Günter. imago

Günters Vorbild ist kein Geringerer als Nationalspieler Götze, dessen Stern vor zwei Jahren ebenfalls bei der U17-WM aufging. "Mario hat den perfekten Weg hinter sich. Er hat gezeigt, dass man es schaffen kann“, sagt der Rechtsfuß und hofft auf eine ähnliche Karriere beim BVB: „Borussia Dortmund ist ein Verein, der jungen Spielern eine Chance gibt." Mit den Profis trainiert hat der Nachwuchskicker bereits.

Anfang 2010 klopfte sogar der FC Liverpool an, Günter entschied sich jedoch für einen Verbleib bei den Westfalen. Und fasste nach Einsätzen für die türkische U16 einen weiteren Entschluss mit Folgen: "Koray entschied sich, für Deutschland zu spielen. Daraufhin habe ich ihn beobachtet, und er hat mich überzeugt", äußert DFB-Trainer Steffen Freund: "Zuletzt hat er eine Entwicklung von null auf 100 gemacht. An ihm kommt keiner vorbei."

Den besten Beweis seiner derzeitigen Topform lieferte Günter im Gruppenspiel gegen Burkina Faso (3:0). In der Defensive ließ der kopfballstarke Dortmunder keine einzige Chance der Afrikaner zu und verdiente sich seinen Spitznamen "Kante" redlich. Nach vorne sorgte er mit langen und präzisen Diagonalpässen immer wieder für Gefahr, als Krönung gelang ihm sein zweites Länderspieltor.

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"Der Schlüssel für unseren bisherigen Erfolg war unsere Kompaktheit in der Defensive", sagt auch Steffen Freund. Gegen die USA muss der Coach sein Erfolgsteam allerdings umstellen, Angreifer Okan Aydin fehlt gesperrt. Chancen darf sich Freund dennoch ausrechnen: Nach dem starken 3:0-Auftakt gegen Tschechien zeigte das US-Team, zu dem auch Matthew Dunn vom 1. FC Köln gehört, gegen Usbekistan (1:2) und Neuseeland (0:0) eher schwache Leistungen.

Samed Yesil

Eines der "Opfer" von Günters Styling-Künsten: Samed Yesil. Getty Images

Bei einem Sieg wartet auf das DFB-Team nach vier Auftritten in Queretaro ein Umzug in das 150 Kilometer entfernte Morelia, wo es am Montag entweder gegen England oder Argentinien ginge. Doch zunächst warnte Freund, der sein Team "zum erweiterten Favoritenkreis" zählt, vor der "ganz schweren Aufgabe" gegen die USA: "Die US-Spieler sind taktisch gut ausgebildet und zudem physisch alle sehr stark."

Vielleicht hilft ja das Motto "no risk, no fun", das Innenverteidiger Günter ausgegeben hat. Allerdings nicht in der Funktion als Abwehrchef, sondern als Teamfriseur: "Meine Mutter hat seit 25 Jahren einen eigenen Friseursalon. Vor dem ersten Spiel kam Samed Yesil zu mir und meinte, ich müsste das auch können." Gesagt, getan - mittlerweile hat Günter vier Spielern die Haare gestylt.

SID