Bundesliga

Hängepartie beendet: FCK holt Vermouth

Kaiserslautern: Sippel beklagt Ungewissheit

Hängepartie beendet: FCK holt Vermouth

Gil Vermouth

Kein Probespieler mehr: Gil Vermouth ist offiziell ein "Roter Teufel". picture alliance

"Es freut mich, dass wir nach einer leichten Hängepartie nun den Transfer realisieren konnten", kommentierte FCK-Coach Marco Kurz die Vermouths: "Wir versprechen uns von ihm nicht nur eine Steigerung der spielerischen Qualität, sondern werden auch von seiner großen internationalen Erfahrung profitieren."

Und die liest sich beim 25-Jährigen wie folgt: 14 Länderspiele für Israel, 141 Partien in der ersten israelischen Liga (17 Tore), 22 Spiele in der belgischen Jupiler League für KAA Gent (ein Tor) sowie zwölf Champions-League- und 20 Europa-League-Einsätze (drei Tore).

Trainersteckbrief Kurz

Kurz Marco

Spielersteckbrief Sippel

Sippel Tobias

Spielersteckbrief Trapp

Trapp Kevin

Spielersteckbrief Vermouth

Vermouth Gil

Wie sein bisheriger Vereinskollege Itay Shechter (24) trainierte Vermouth mit einer Gastspielerlaubnis bereits in Kaiserslautern mit. Die Verpflichtung des Stürmers zieht sich allerdings noch hin.

Sippel wartet auf eine Erklärung von Kurz

Ungewissheit muss derzeit auch Tobias Sippel (25) in Kauf nehmen. Die offizielle Version ist schnell erzählt. "Ich will bei jeder Position in der Vorbereitung ein Gefühl dafür bekommen, was die beste Lösung ist", erläutert Trainer Kurz seine Vorgehensweise. Das gelte auch für die Torleute. Dort glaubt allerdings der ehemalige Stammkeeper Sippel nicht so recht an seine Chance.

Trapp und Sippel

Wer hält mehr? Kevin Trapp und Tobias Sippel (re.) sind Konkurrenten um den Platz im Tor? picture alliance

"Wenn man ein Millionenangebot in dieser Höhe ablehnt, muss man realistisch sein und davon ausgehen, dass Kevin Trapp auch spielt", betont er gegenüber dem kicker. Die Versetzung in die zweite Reihe Mitte der Rückrunde der vergangenen Saison hat Sippel noch nicht wirklich verwunden. "Der Trainer hat mir bisher nicht erklärt, warum ich nicht mehr gespielt habe", kritisiert Sippel. Er hätte sich offensichtlich ein Vier-Augen-Gespräch gewünscht.

Denn in der Öffentlichkeit bleibt Kurz die Begründung nicht schuldig. "Beim ersten Mal kam Kevin kurzfristig rein, weil Tobi wegen eines grippalen Infekts Schwindelgefühle hatte. Beim zweiten Mal wollte ich den Abwehrverbund nicht erneut umbauen", argumentiert Kurz. Danach gab es keinen Grund mehr zum Wechseln, weil Trapp gute Leistungen zeigte (kicker-Notenschnitt 2,78). Allerdings kommt Sippel fast auf den gleichen Wert (2,94 in 25 Spielen), was natürlich zu seinem Unverständnis beiträgt, dass er nicht mehr auf die Stammposition zurückkehren durfte.

Aus Sicht von Trapp ist die Zielsetzung für die Vorbereitung klar. "Ich will meinen Neun-Spiele-Stammplatz verteidigen", formuliert der Schlussmann die Kampfansage an den drei Jahre älteren Konkurrenten. Das Thema Schalke 04 habe er abgehakt: "Ich habe mich gefreut, dass so ein Verein mir Aufmerksamkeit geschenkt hat. Doch jetzt bin ich froh, mich weiter beim FCK entwickeln zu können und will mich jetzt wieder voll auf den Fußball und Kaiserslautern konzentrieren." An einen Bonus aufgrund des Bleibens glaubt er nicht. "Es gibt jetzt sicher keinen Vorteil im Kampf um den Stammplatz, weil der Wechsel nach Schalke nicht zustandekam", glaubt Trapp.

Wie hoch das Angebot aus Gelsenkirchen tatsächlich war, ist immer noch strittig. Die kolportierte Ablöse von sieben Millionen Euro bezeichnete FCK-Boss Stefan Kuntz (48) als "gelogen". Dass die Offerte im mittleren siebenstelligen Bereich lag, wird jedoch von keiner Seite dementiert. Geld, das der FCK gut hätte gebrauchen können, um seine Handlungsfähigkeit auf dem Transfermarkt zu verbessern.