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Löw: "Weiß, was besprochen wurde"

Niersbach hat kein Verständnis für Wortwahl

Löw: "Weiß, was besprochen wurde"

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw

Dicke Luft: DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Bundestrainer Joachim Löw reagieren auf Ballacks Kritik. imago

"Ich weiß genau, was in meinen Gesprächen mit Michael besprochen wurde. An meinen Aussagen wird sich nichts ändern", ließ er am Samstag über den DFB mitteilen. Löw hatte am Donnerstag verkündet, dass er nicht mehr mit Ballack plane.

Erschreckt zeigte sich Niersbach über Ballacks Wortwahl. "Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis, schon gar nicht für Begriffe wie "Scheinheiligkeit" und "Farce", die er in diesem Zusammenhang gewählt hat. Aus meiner Sicht sind alle Gespräche absolut korrekt und fair verlaufen."

Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis, schon gar nicht für Begriffe wie "Scheinheiligkeit" und "Farce".

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach

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Detailliert stellte er die DFB-Sicht dar, wie und wann die Treffen mit dem langjährigen Kapitän stattfanden. Niersbach bestätigte, wie bereits am Freitag berichtet, dass Bundestrainer Joachim Löw bereits am 30. März dem 34 Jahre alten Leverkusener gesagt habe, dass er nicht mehr mit ihm plane. "Es wurde gemeinsam – ich betone: gemeinsam – vereinbart, zunächst Stillschweigen zu bewahren, Michael auch Zeit zu geben, nochmals in aller Ruhe nachzudenken, um dann in einem abschließenden Gespräch mit Joachim Löw festzulegen, wie die Entscheidung letztlich kommuniziert werden sollte", sagte der Generalsekretär.

DFB bot Ballack 100. Länderspiel

Davon abgesehen, sei ihm das Angebot gemacht worden, nicht nur gegen Brasilien am 10. August in Stuttgart zu spielen, sondern auch im Benefizspiel am 29. Mai in Sinsheim gegen Uruguay (2:1), um damit auf 100 Länderspiele zu kommen. Ballack lehnte aber offenbar ab. "Wir haben ihm sogar angeboten, sowohl gegen Uruguay als auch gegen Brasilien zu spielen, um somit am 10. August in Stuttgart die außergewöhnliche Zahl des 100. Länderspiels zu erreichen. Einen Einsatz gegen Uruguay wollte Michael aber nicht, weil ihm die Zahl nicht so wichtig war, dass er sie unter allen Umständen erreichen wollte – so jedenfalls hat er es mir vermittelt", sagte Niersbach.

Nach den drei Länderspielen zum Abschluss der Saison gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan habe sich Ballack laut Niersbach äußern wollen. Doch gab es seitdem keinen Kontakt mehr. Mehrfach wurde von Seiten des DFB offenbar versucht, Ballack zu erreichen. Per SMS sei der Spieler daraufhin vorab über die Veröffentlichung der Pressemitteilung unterrichtet worden.

Allerdings hofft Niersbach, dass man wieder zueinander findet. Niersbach "kann und will nicht an das Ende der freundschaftlichen Beziehungen" glauben. "Unsere Haltung ihm gegenüber bleibt positiv und offen."

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