Die große Saisonbilanz des Nordens: Elfmeterkiller Later

Tischer fehlen nur zwei Minuten

Matthias Tischer

Magdeburgs Matthias Tischer ist der Spieler mit der meisten Einsatzzeit in der Regionalliga Nord. imago

Dauerbrenner: Kein einziger Spieler stand vom ersten An- bis zum letzten Abpfiff auf dem Feld. Magdeburgs Torhüter Matthias Tischer, der bereits in der Saison 2009/2010 keine Minute gefehlt hatte, kam dem am nächsten, wurde aber am letzten Spieltag in der 88. Minute für Franco Flückinger ausgewechselt. Der Feldspieler mit den meisten Einsatzminuten war René Trehkopf vom Chemnitzer FC. Der Verteidiger wurde lediglich beim Hinrundenfinale gegen VfL Wolfsburg II in der 68. Minute ausgewechselt, bestritt sonst alle anderen Partien davor und danach komplett.

Torjäger: Sieben Stürmer trafen in der Rückrunde häufiger als Benjamin Förster. Trotzdem wurde der Chemnitzer unangefochtener Torschützenkönig mit 25 Treffern, da sein Vorsprung aus der Hinserie einfach zu groß war. Ihm am nächsten kamen noch Marc Heider (Holstein Kiel/18 Tore) sowie Daniel Frahn (RB Leipzig) und Christian Henning (VfB Lübeck) mit je 16 Toren.

Regionalliga Nord (2008-2012) - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Chemnitzer FC
82
2
VfL Wolfsburg II
75
3
VfB Lübeck
69
Spielersteckbrief R. Trehkopf

Trehkopf René

Spielersteckbrief Frahn

Frahn Daniel

Spielersteckbrief Heider

Heider Marc

Spielersteckbrief Tischer

Tischer Matthias

Spielersteckbrief Ma. Mandic

Mandic Marin

Spielersteckbrief Förster

Förster Benjamin

Torschützen: Vom Hamburger SV II konnten sich ingesamt 17 verschiedene Schützen in der Torjägerliste verewigen. Von Türkiyemspor trafen lediglich neun Akteure. So ist es kaum verwunderlich, dass sich Christian Schalle, Ali Avcioglu und Cemil Mengi mit jeweils zwei Toren den Titel des mannschaftsinternen Torschützenkönig teilen. Und dies, obwohl die drei nur jeweils eine Halbserie für die Berliner aufliefen.

Joker-Tore: Die erfolgreichsten Torschützen nach Einwechslungen waren Marcel Schlosser (Chemnitzer FC) und Stefan Richter (VfB Lübeck) mit jeweils vier Toren. Gerd Schädlich vom CFC "wechselte" insgesamt 11 Treffer ein, hatte damit das glücklichste Händchen. Türkiyemspor gelang kein Tor von der Bank aus, kassierte aber 12 Gegentore von eingewechselten Spielern, Chemnitz nur eins.

Trainerwechsel: Ganze fünf Übungsleiter (Taskin Aksoy, Kenan Arayici, Cemal Can, Saza Jovanovic und Bahman Foroutan) versuchten mit Türkiyemspor einen Sieg zu landen - vergeblich. Entgegen dem Trend in der Bundesliga hielten sich die Klubverantwortlichen in Sachen Trainerentlassungen ansonsten erfreulicherweise zurück. Nur in Havelse (André Breitenreiter für Jürgen Stoffregen), in Magdeburg (Wolfgang Sandhowe für Ruud Kaiser), in Oberneuland (Uwe Reinders für Mike Barten), in Meuselwitz (Holm Pinder für Damian Halata) und beim Hamburger SV II (Soner Uysal für Rodolfo Cardoso) wurde das Personal auf der Bank ausgetauscht.

Spitzenreiter: Ab dem 5. Spieltag übernahm der Chemnitzer FC die Tabellenspitze und zog unbeirrt seine Kreise. Zuvor durften sich nur Eintracht Braunschweig II, VfL Wolfsburg II und der 1. FC Magdeburg kurzzeitig Spitzenreiter nennen.

Zuschauer: Das Sachsenderby RB Leipzig gegen den Chemnitzer FC (1:1) Ende November des vergangenen Jahres zog mit 13 101 Zuschauer die meisten Fans an. Weitaus überschaubarer ging es bei der Partie Energie Cottbus II gegen Eintracht Braunschweig II (2:0) mit 32 Unentwegten zu.

Marin Mandic

Marin Mandic wurde gleich drei Mal vorzeitig zum Duschen geschickt: Zwei rote und eine gelb-rote Karte stehen am Ende in seiner Bilanz. imago

Sünder: Der VfB Lübeck beendete als einziger Klub alle Partien in kompletter Besetzung. Ganze neun Hinausstellungen musste der FC Oberneuland kompensieren. Mit Marin Mandic (zweimal Rot und einmal Gelb-Rot) kommt vom FCO auch der einzige Spieler, der dreimal des Feldes verwiesen wurde.

Siege: Der höchste Sieg gelang Holstein Kiel mit einem 8:0 gegen Türkiyemspor. Auswärts war der Chemnitzer FC mit einem 6:1 in Magdeburg am erfolgreichsten.

Elfmeter: Fünfmal zeigte der Schiri bei der Partie Eintracht Braunschweig II gegen Holstein Kiel auf den ominösen Punkt, wobei drei verwandelt wurden. Insgesamt wurden 23 von 87 Strafstößen verschossen. Dabei tat sich besonders Braunschweigs Keeper Benjamin Later hervor, der vier Elfmeter parieren konnte. Frank Müller vom ZFC Meuselwitz trat achtmal an, blieb aber bei drei Versuchen erfolglos. Zweimal scheiterten Marc Heider (Holstein Kiel), Marvin Knoll (Hertha BSC II) sowie die beiden Plauener Kai Zimmermann und Carsten Paulick. Am sichersten erwies sich Magdeburgs Kapitän Daniel Bauer, der alle seine vier Versuche versenken konnte.

Was sonst noch auffiel: Dem SV Wilhelmshaven (Dario Fossi, Andreas Gaebler, Bartosz Broniszewski und Admir Softic) unterliefen vier Eigentore.

Christian Schalle (Türkiyemspor und Wilhelmshaven) und Mehmet-Ali Tozlu (Eintracht Braunschweig II und TSV Havelse) trafen für zwei Vereine.

Hannover 96 II setzte insgesamt fünf verschiedene Torhüter ein. Hertha II, Lübeck, Türkiyemspor, Wolfsburg II und Cottbus II immerhin noch deren vier.

Martin Eisen