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"Monster" Doni wehrt sich gegen Vorwürfe

Italien: Regierung richtet Task Force ein

"Monster" Doni wehrt sich gegen Vorwürfe

Cristiano Doni

Mann mit vielen Gesichtern? Bergamo-Kapitän Cristiano Doni wehrt sich gegen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. picture alliance

"Ich werde wie ein Monster behandelt, doch ich werde meine Unschuld beweisen", sagte der Kapitän Atalantas. "Ich habe nichts damit zu tun, werde aber von allen massakriert", zitiert die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" (Montagausgabe) den 38-Jährigen.

Die Fans der Norditaliener lassen den Mittelfeldspieler jedenfalls nicht im Regen stehen und demonstrierten auch am Sonntag erneut für ihn. "Hände weg von Atalanta!", lautete eine der Forderungen der Fans, die jetzt um den Serie-A-Aufstieg ihrer Mannschaft zittern. "Die Gefahr, dass Atalanta zum Sündenbock dieses Skandals wird, ist groß", sagte Daniele Belotti, einer der Sprecher der Tifosi.

Neben Bergamo geriet mit dem AC Siena aber auch der zweite direkte Serie-A-Aufsteiger in das Visier der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Cremona.

Die Gerüchte, wonach auch die Mafia eine Rolle im neuen Wett- und Manipulationsskandal spielen könnte, rief nun die Politik auf den Plan. "Ich habe dem Polizeichef den Auftrag gegeben, zu klären, wer Spiele in Italien mit betrügerischen Mitteln manipuliert", sagte Innenminister Roberto Maroni. Er vermutet mafiöse und kriminelle Einflüsse im italienischen Fußball.

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"Die Korruption im Fußballsystem ist ein Problem der öffentlichen Sicherheit, weil die Mafia oft die Finger mit im Spiel hat", mutmaßte Maroni im Interview mit Gazzetta. "Im Kampf gegen die Gewalt in den Stadien hat die Regierung erstaunliche Resultate erreicht. Mit derselben Strenge wollen wir jetzt gegen Korruption im Fußball vorgehen", führte er weiter aus.

Damit entsprach die Politik den Wünschen des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) und des italienischen Fußballverbands (FIGC). Die beiden Verbände hatten am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung eine "stärkere Zusammenarbeit" von Sport, Justiz und Staat zur Bekämpfung von Wettmanipulation im Fußball gefordert.

Mafia führt Balotelli durch Problemviertel

Wie weit die Mafia den Fußball für sich benutzt, zeigt das Beispiel Mario Balotelli. Der italienische Nationalstürmer in den Diensten von Manchester City wollte im vergangenen Jahr das neapolitanische Problemviertel Scampia besuchen, das von hoher Drogenkriminalität geprägt wird. Ausgerechnet zwei lokale Mafia-Mitglieder zeigten dem 20-Jährigen die Brennpunkte des Stadtteils im Norden Neapels.

"Balotelli hielt sich in Neapel zu einer Preisverleihung auf und bat darum, die berühmten Stellen kennenzulernen, wo in Scampia Drogen verkauft werden", heißt es in dem Polizeibericht. Um den Wunsch des Nationalspielers zu erfüllen, "zeigten ihm die Dealer, wie der tägliche Drogenverkauf abläuft."

Balotelli, so sagt er, wusste von nichts. "Ich wollte nur ein Viertel besuchen, über das man wegen der Kriminalität viel spricht. Ich wusste nicht, dass ich es mit Mafiosi zu tun hatte", sagte er. Balotellis Manager Mino Raiola erklärte, es sei absurd, Balotelli Kumpanei mit der Mafia vorzuwerfen.