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Auch Siena gerät unter Verdacht

Italien: Erste Geständnisse im Wettskandal

Auch Siena gerät unter Verdacht

AC Siena

Knallten beim AC Siena die Sektkorken zu früh? Der Aufstieg der Toskaner gerät in den Sog des Wettskandals. imago

Der Serie A stehen unruhige Zeiten bevor. Zwar fehlen bisher Beweise, dass ein Klub der ersten italienischen Liga in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelt sein könnte. Dafür rückt nun mit dem AC Siena bereits der zweite Aufsteiger in das Visier der Ermittler.

Die Toskaner sollen in dieser Saison Spieler des Zweitligisten Sassuolo Calcio bezahlt haben soll, um das am 27. März ausgetragene Match zu gewinnen. Tatsächlich konnte Siena die Begegnung mit 4:0 für sich entschieden.

Sollte sich der Verdacht erhärten, hätte dies für die Serie A gravierende Folgen. Denn mit Atalanta Bergamo steht bereits der zweite Aufsteiger im Mittelpunkt der Ermittlungen. Besonders Kapitän Cristiano Doni soll in die Affäre verwickelt sein. Atalanta engagierte mittlerweile mehrere bekannte Rechtsanwälte, um die eigenen Interessen zu wahren.

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Auch die Verantwortlichen des AC Siena wiesen am Sonntag jeden Verdacht weit von sich. Der Verein habe niemanden bestochen, hieß es in einer am Abend veröffentlichen Mitteilung. Der Klub vertraue der Arbeit der Ermittler, die bald die Unschuld des Vereins feststellen werden.

Siena stieg erst im letzten Sommer aus der Serie A ab, doch Ex-Nationalspieler Antonio Conte führte die Toskaner souverän in das Oberhaus zurück. Der 41-Jährige heuerte unlängst als neuer Coach bei Juventus Turin an.

Unterdessen hat der italienische Fußball-Verband (FIGC) angekündigt, als Reaktion auf den neuen Skandal schärfere Maßnahmen gegen illegale Wetten und Sportbetrug zu beschließen. Am Montag soll ein neuer Forderungskatalog dem Nationalen Olympischen Komitee CONI vorlegt werden. Die Funktionäre betonen, dass sie eng mit den ermittelnden Staatsanwälten zusammenarbeiten werden.

Unterdessen ist es im Laufe der Ermittlungen zu ersten Geständnissen gekommen. So soll der inhaftierte Sportdirektor des Drittligisten Ravenna Calcio, Giorgio Buffone, gestand haben, einige Ligaspiele manipuliert zu haben. Er habe dies "nur aus Liebe zu seinem Verein" getan, er habe dem finanziell angeschlagenen Verein helfen wollen, der vor dem Bankrott stand. Allerdings sollen seine Manipulationen nicht erfolgreich gewesen sein.

Der ebenfalls inhaftierte Steuerberater Francesco Giannone, der mit dem Giuseppe Ex-Profi Signori in Verbindung gebracht wird, gestand zudem, den Torwart des Drittligisten Cremonese Calcio bestochen zu haben. Signori, der unter Hausarrest steht, soll am Mittwoch in Cremona verhört werden.