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Bin Hammam ausgeschlossen - Blatter freigesprochen

FIFA: Wegen Verdacht der Korruption

Bin Hammam ausgeschlossen - Blatter freigesprochen

Mohamed bin Hammam

Die Zukunft der FIFA findet ohne ihn statt: Mohamed bin Hammam zog seine Präsidentschafts-Kandidatur zurück und wurde suspendiert. imago

Gegen Bin Hammam, FIFA-Vize-Präsident Jack Warner sowie zwei weitere Funktionäre des Fußball-Verbandes der Karibik (CFU) hatte die Ethikkommission der FIFA am Mittwoch ein Verfahren eingeleitet. Dabei geht es um Vorwürfe, wonach es bei einem Vorbereitungstreffen auf die Präsidentschaftswahl am 10. und 11. Mai zu Bestechungsabsprachen gekommen sei. Bin Hammam und Warner sollen verschiedenen Verbänden 40.000 Dollar (28.000 Euro) geboten haben, falls sie bei der Kampfabstimmung am 1. Juni in Zürich für den Blatter-Herausforderer votieren.

Die Ethikkommission kam nach der Anhörung der Beschuldigten am Sonntagnachmittag zu dem Schluss, dass gegen Bin Hammam und Warner der "Verdacht der Korruption" bestehe und suspendierte die beiden Spitzenfunktionäre bis auf Weiteres. Auch Blatter musste in Zürich aussagen, der Schweizer FIFA-Präsident hatte deswegen auch seinen Besuch des Champions-League-Finales am Samstagabend in London zwischen dem FC Barcelona und Manchester United (3:1) abgesagt. Allerdings wurden gegen den 75-Jährigen keine Sanktionen ausgesprochen.

"Ich werde nicht meinen persönlichen Ehrgeiz vor die Würde und die Integrität der FIFA stellen."

Mohamed bin Hammam zu seinem Rückzug als Präsidentschaftskandidat des Fußball-Weltverbands FIFA

Bereits zuvor hatte Bin Hammam wegen den gegen ihn erhobenen Vorwürfen seine Kandidatur für das Amt als FIFA-Präsident zurückgezogen. "Die jüngsten Vorfälle haben mich in offizieller und privater Hinsicht verletzt und enttäuscht", hieß es in einem Statement Bin Hammams: "Ich kann es nicht zulassen, dass das Ansehen der FIFA mehr und mehr in den Schmutz gezogen wird. Deshalb habe ich beschlossen, meine Kandidatur zurückzuziehen."

Somit steht einer vierten Amtsperiode Blatters nichts mehr im Wege. Seit 1998 ist der 75-Jährige FIFA-Präsident. Zuletzt hatte er betont, nur noch zwei Jahre sein Amt zu bekleiden, um es danach an den derzeitigen UEFA-Präsidenten Michel Platini zu übergeben. Der Franzose steht diesen Plänen aber skeptisch gegenüber: "Wenn es eine Wahl gibt, wird der neue Präsident für vier Jahre gewählt. Wenn es keine Wahl gibt, wird es kompliziert, aber ich weiß nicht, was dann passiert", erklärte Platini und forderte zudem, dass die FIFA "sauber und gut" sein müsse.

Zhang Jilong führt die AFC-Geschäfte

Zhang Jilong wird nach der Suspendierung Bin Hammams kommissarisch die Geschäfte der Asiatischen Fußball-Konföderation AFC führen. Der Chinese, bislang Vizepräsident, hatte sich Anfang dieses Jahres um einen Sitz im Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA beworben, war aber gescheitert.