Nach dem Ende des Ex-DDR-Meisters

RB Leipzig verzichtet auf Lizenz des FC Sachsen

Insolvenzverwalter Heiko Kratz mit den Vorstandsmitgliedern Uwe Seemann und Matthias Weiß auf der Pressekonferenz zur bevorstehenden Insolvenz des FC Sachsen Leipzig

Betretene Mienen: Der FC Sachsen Leipzig (l. Insolvenzverwalter Kratz) wird aus dem Vereinsregister gestrichen. imago

"Der FC Sachsen Leipzig 1990 e.V. wird zum 30.06.2011 seinen Spielbetrieb einstellen und im Rahmen der Insolvenz in einem normalen Verfahren abgewickelt werden", schreibt der Verein aus der Messestadt auf seiner Website: "An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren, Ehrenamtlichen und Fans die in den vergangenen zwei schweren Jahren zum Verein gestanden haben und eben diese Situation vermeiden wollten."

Der Spielbetrieb aller Mannschaften gehe aber bis zum Ende der jeweiligen Spielzeiten weiter, hieß es: "Und die Mannschaften des FCS wünschen sich auch weiterhin tatkräftige Unterstützung dafür!" Die U23- und Jugendmannschaften werden der SG Leipzig-Leutzsch angegliedert werden.

Vereinsdaten Sachsen Leipzig

Gründungsdatum01.08.1990

Mitglieder859

VereinsfarbenGrün-Weiß

Anschrift Fußball-Club Sachsen Leipzig 1990 e.V.
Am Sportpark 2
04179 Leipzig

Internetwww.sachsen-leipzig.de/

Vereinsinfo

Regionalligist RB Leipzig erwog, den Oberligaplatz des FC Sachsen für seine zweite Mannschaft zu übernehmen, verwarf diese Idee nun aber wieder. "Die Verantwortlichen von RB Leipzig haben nach reiflicher Überlegung die strategische Entscheidung gefällt, die eigene, derzeit in der Bezirksliga als U23 eingeordnete 2. Mannschaft kontinuierlich weiter aufzubauen", hieß es in einer Mitteilung.

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Nach dem 30. Juni 2011 wird Sachsen Leipzig, einst aus der BSG Chemie Leipzig hervorgegangen, aus dem Vereinsregister gestrichen. Bereits zweimal hatten die "Chemiker" seit der Umbenennung 1990 Insolvenz anmelden müssen, zuletzt schien man sich jedoch zumindest sportlich in der Oberliga NOFV-Süd konsolidiert zu haben.

Doch die finanziellen Probleme hörten nicht auf - jetzt führten sie zum Zusammenbruch: Weil in der laufenden Spielzeit Sponsorengelder und Zuschauereinnahmen fehlten, soll es eine Deckungslücke geben, die nicht mehr zu stopfen sei. Zur Sanierung wäre laut Kratz ein Etat von 1,5 bis zwei Millionen Euro nötig. Außerdem hätte rund die Hälfte der Mitglieder keine Beiträge gezahlt, klagte Vorstandsmitglied Uwe Seemann.