Bundesliga

Eintracht mit Daum auch in Liga zwei?

Trainer schließt Verbleib bei Abstieg nicht mehr aus

Eintracht mit Daum auch in Liga zwei?

Christoph Daum (Eintracht Frankfurt)

Sechs Spiele, kein Sieg: Bleibt Christoph Daum auch im Abstiegsfall in der Eintracht-Coachingzone? picture-alliance

Christoph Daum kann sich nun offenbar doch einen Verbleib bei der Eintracht auch im Abstiegsfall vorstellen. Bislang hatte der in sechs Spielen mit den Hessen noch sieglose Fußballlehrer diesen Schritt immer kategorisch ausgeschlossen.

Doch sein angebliches Desinteresse am Unterhaus wies der Trainer am Dienstag nach dem Training zurück. "Ich habe das nur gesagt, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass die 2. Liga keine Rolle spielt." Nach dem Spiel am Samstag müsse man in Ruhe über die Zukunft sprechen.

zum Thema

Seine "Grundintension" sei weiterhin, länger in Frankfurt zu bleiben. Daran ändere auch die akute Abstiegsgefahr nichts.

Für einige Spieler würde oder wird das Kapitel Eintracht im Abstiegsfall hingegen enden. Schlussmann Ralf Fährmann (22) und Chris (32) gehören zu diesem Kreis , auch der zum VfL Wolfsburg wechselnde Patrick Ochs (26), Halil Altintop (28) und Maik Franz (29).

Bruchhagen nur noch Frühstücksdirektor?

Gar nicht gut war Christoph Daum am Dienstag auf den "Hessischen Rundfunk" zu sprechen. Einem Vertreter der ARD-Landesanstalt warf der 57-Jährige vor, "skrupellos" vorzugehen. Er machte den Reporter für die Worte des Moderators der Sendung "hr-Heimspiel" verantwortlich, wo der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen perspektivisch als Frühstücksdirektor bezeichnet wurde für den Fall, dass die Eintracht ihm einen Sportdirektor an die Seite stellen sollte. Bruchhagens Kritiker wollen den Doppelfunktionär bekanntlich auf den Posten des Vorstandschefs reduzieren. "Ein einfaches 'Weiter so' kann es nicht geben", sagte Aufsichtsratsmitglied Axel Hellmann.

Aufsichtsratschef Wilhelm Bender gab derweil in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" (Dienstag) zu Protokoll: "Heribert Bruchhagen ist unbestritten ein unglaublicher Fachmann, aber vielleicht ist es besser, einen Dialog zu führen, um die beste Lösung zu finden." Der als Sportdirektor gehandelte Dietmar Beiersdorfer (ehemals Hamburger SV, RB Salzburg) wollte sich am Dienstag gegenüber der dpa zu den Spekulationen um seine Person "gar nicht äußern".

Fjörtoft: "Als nächstes Elvis Presley"

Der einstige Publikumsliebling Jan-Aage Fjörtoft ließ am Dienstag im HR-Fernsehen kein gutes Haar an der Klubführung der Eintracht. Schon die Daum-Verpflichtung durch Vorstandsboss Bruchhagen sei ein Fehler gewesen: "Das war ja fast, als würde er als nächstes Elvis Presley holen. Fußball ist einfach: Du musst Spiele gewinnen. Ein Trainer, der nicht gewinnt, ist kein guter Trainer", lästerte der 44-jährige Norweger, der von 1998 bis 2001 54 Spiele für Frankfurt bestritt und die Eintracht im denkwürdigen Saisonfinale 1999 per Übersteiger-Tor gegen den 1. FC Kaiserslautern noch vor dem Niedergang bewahrte.

Der nächste Pfeil flog in Richtung Scouting-Abteilung des Bundesliga-17. Fjörtoft: "Ich bin jetzt zehn Jahre weg. Ich habe nicht einen Anruf bekommen in dieser Zeit von der Eintracht, dass jemand mich nach dem skandinavischen Markt gefragt hätte." Der Ex-Profi führte das Beispiel Didier Ya Konan an, den Hannover 96 für wenig Geld aus Norwegen geholt hatte.