Champions League

Barça und die "Abi"-Feier: "Mein Herz hat gezittert"

Nach dem Clasico: Madrid fühlt sich erneut betrogen

Barça und die "Abi"-Feier: "Mein Herz hat gezittert"

Eric Abidal (FC Barcelona) wird von seinen Mitspielern nach Spielschluss gefeiert

Hoch soll er leben: Eric Abidal avancierte am Dienstag zum heimlichen Helden des Abends. Getty Images

"Mein Herz hat gezittert wie verrückt", schilderte Abidal den Moment, als sich 95.701 Zuschauer erhoben, Carles Puyol in seinem 100. Champions-League-Spiel zur Außenlinie trabte und Abidals Rückkehr mit einer Umarmung und einem herzhaften Kuss auf die Wange perfekt machte. "Das war der wichtigste Tag in meinem Leben. Sowas habe ich noch nie erlebt", stammelte der 31-jährige Außenverteidiger, der vor sechs Wochen noch um die Fortsetzung seiner Karriere gebangt hatte. "Ich habe gespürt, dass die Leute mich lieben - und ich liebe sie auch."

Seine Mitspieler sowieso: Überschwänglich warfen sie den heimlichen Helden des Abends nach Spielschluss in die Luft. "Das war ein spektakulärer Moment, nicht nur für ihn", sagte Barças Andres Iniesta über die emotionale Einwechslung. "Ein schöneres Ende einer runden Nacht ist undenkbar", schrieb das Blatt "Sport" am Mittwoch.

Ich hatte drei sehr schwierige Wochen, aber diese Dinge passieren im Leben. Das Wichtigste ist zu kämpfen.

Rückkehrer Eric Abidal

Und der Rückkehrer schmiedet schon wieder große Pläne, schließlich steht nach dem 1:1 am Dienstag und dem 2:0 im Hinspiel vor einer Woche am 28. Mai das Champions-League-Finale vor der Tür - in Wembley, wo sich Barça 1992 zum ersten Mal den großen Henkelpott sicherte. "Schauen wir mal, ob wir den Kreis schließen können", meinte Abidal. "Ich fühle mich gut und hoffe, dass ich für das Finale bereit sein werde."

Casillas: "Wir fühlen uns betrogen"

Neben "Abi" dominierte noch ein zweiter Name die Nachwehen des vierten "Clasicos" binnen weniger Wochen: Franck de Bleeckere. Der hatte in Barcelona gepfiffen - und für Barcelona gepfiffen. Da war sich die Gegenseite einig. "Wir fühlen uns betrogen", grollte Madrids Keeper und Kapitän Iker Casillas, "die Schiedsrichter haben uns erschossen. Wir wurden hier so wie zu Hause beraubt - und so um das Finale gebracht."

Aus Wolfgang Stark wurde de Bleeckere, sonst waren die Reaktionen der Madrilenen die gleichen wie nach dem Hinspiel. Vor allem weil der Belgier kurz nach Wiederanpfiff in einer umstrittenen Szene ein vermeintliches Tor von Gonzalo Higuain abpfiff, verstiegen sich die "Königlichen" erneut in Verschwörungstheorien. "Mou hatte Recht. Er sagte, dass es unmöglich für uns ist, weiterzukommen. Und genau so war es", wetterte Aitor Karanka, der für seinen gesperrten Chef, José "Mou" Mourinho, auf der Bank saß.

Beruhig dich, Mou, es ist nichts Persönliches, es ist rein geschäftlich.

Die Real-nahe "As" nach dem Aus der "Königlichen"

Dass Real auch im Rückspiel vom Erzrivalen dominiert wurde und gleich mehrfach Glück hatte, das Spiel nicht wieder in Unterzahl beenden zu müssen, wurde verschwiegen. "Nächste Saison können sie Barça den Pokal ja gleich vorab schenken", stimmte Cristiano Ronaldo in die Schimpftiraden mit ein: "Barcelona wird sehr gut beschützt, wir wussten, dass etwas passieren würde. Wir wussten, dass wir Barça schlagen konnten, aber der Schiedsrichter hat uns nicht gelassen."

Und selbst Reals sonst so bedächtiger Sportdirektor Jorge Valdano nahm kein Blatt vor den Mund: "Der Schiedsrichter war entscheidend. Das Aus ist alleine den Schiedsrichtern anzulasten." Immerhin, die Madrider Haus- und Hof-Zeitung "Marca" (Titel: "Es wollte nicht sein... und war außerdem unmöglich") verlor das Wesentliche nicht gänzlich aus den Augen: "Das ist die wichtigste Nachricht der Clasico-Reihe: Danke, dass du wieder da bist, Abi!"