Bundesliga

Stanislawski gibt Hoffenheim sein Ja-Wort

Vertrag über drei Jahre

Stanislawski gibt Hoffenheim sein Ja-Wort

Holger Stanislawski

Soll Hoffenheim zu neuem Profil verhelfen: St.-Pauli-Ikone Holger Stanislawski trainiert ab Sommer die TSG. picture alliance

"Holger Stanislawski gehört zweifelsfrei zu den außergewöhnlichen Trainerpersönlichkeiten der Bundesliga", kommentierte TSG-Manager Ernst Tanner die Verpflichtung. "Seine Trainerqualitäten hat er mit den Aufstiegen des FC St. Pauli bis in die Bundesliga unter Beweis gestellt. Darüber hinaus versteht er es, junge Talente an den Profifußball heranzuführen. Mit seiner sympathischen und doch geradlinigen Art genießt er zu Recht bei Fans, Spielern und Mitarbeitern großes Ansehen. Nach fast 20 Jahren St. Pauli sucht er nun eine neue Herausforderung und wir freuen uns, dass er sich für 1899 Hoffenheim entschieden hat."

"Natürlich fällt nach so langer Zeit ein Abschied aus Hamburg schwer. Ich denke dennoch, dass es für mich Zeit ist, eine neue, spannende Aufgabe anzugehen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen in Hoffenheim haben mich absolut überzeugt. Ich freue mich auf das neue Umfeld und die kommende Saison mit 1899 Hoffenheim. Dennoch gilt noch meine volle Konzentration dem Saisonendspurt und dem Klassenerhalt mit St. Pauli, ehe ich an meine neue Aufgabe herangehe", sagte Stanislawski.

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Holger Stanislawski ist gebürtiger Hamburger und kam nach einigen Stationen bei Hamburger Amateurvereinen im Jahr 1993 zum FC St. Pauli. Der Verteidiger absolvierte für die "Kiez-Kicker" bis 2004 80 Bundesligaspiele (vier Tore) sowie 178 Zweitligapartien (14 Treffer). Anschließend war er zunächst als Manager für St. Pauli tätig, ehe er Ende 2006 nach der Entlassung von Andreas Bergmann erstmals in das Traineramt schlüpfte. Doch erst zur Saison 2008/09 durfte er sich nach der Erlangung der Fußballlehrerlizenz Cheftrainer nennen. Unter seiner Regie schaffte St. Pauli den Aufstieg von der Drittklassigkeit in die Bundesliga. Momentan belegt St. Pauli den vorletzten Platz und kämpft gegen den Abstieg.

Mit Holger Stanislawski verlässt eine Identifikationsfigur das Millerntor. Einen Nachfolger für "Stani" wie der Mann mit der markanten Glatze von den Fans liebevoll gerufen wird, zu finden, dürfte sehr schwer werden. Vom Kultpotenzial und Standing bei den Fans würde der Aufstieg von Assistent André Trulsen die nächstliegende Lösung sein. Doch Stanislawski will seinen langjährigen Weggefährten mit nach Hoffenheim nehmen.

Bei der TSG wird die Hoffnung verbunden, mit Stanislawski wieder positive Schlagzeilen zu produzieren. Seit dem Abschied von Ralf Rangnick im Winter fristen die Süddeutschen ein Leben im Mittelmaß, von der einstigen spielerischen Leichtigkeit ist wenig geblieben. Rangnick-Nachfolger Pezzaiuoli konnte auch keine neue Aufbruchsstimmung erzeugen und muss am Saisonende seinen Stuhl wieder räumen.