Champions League

Das Spiel um die Zukunft

Chelsea: Nächste Chance für torlosen Torres

Das Spiel um die Zukunft

Fernando Torres und Carlo Ancelotti

Siegen oder fliegen? Für Chelsea-Coach Carlo Ancelotti (re.) geht es bei ManUnited um die Zukunft, links der glücklose Neuzugang Fernando Torres. Getty Images

Lichtjahre entfernt scheinen Treffer wie das Siegtor im EM-Finale 2008 gegen Deutschland. Seit seinem Wechsel vom FC Liverpool zu Chelsea im Januar hat der 27-jährige Stürmer noch nicht getroffen.

Die nächste Chance bietet sich Fernando Torres am Dienstag gegen Manchester United, wenn die "Blues" den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel im Old Trafford aufholen müssen. Sofern er denn zum Einsatz kommt.

Im Champions-League-Duell an der Stamford Bridge blieb der Spanier am vorigen Mittwoch sehr blass und am Samstag durfte der 58-Millionen-Einkauf beim keineswegs überzeugenden 1:0-Sieg über Abstiegskandidat Wigan nur die letzten 31 Minuten aufs Feld - es war eine weitere halbe Stunde im torlosen Trauerspiel des Fernando Torres.

Da half nicht mal die wacklige Wigan-Abwehr, die in den letzten zwei Partien gegen Chelsea 14 Tore kassiert hatte. Dabei hätte das Schlusslicht der ideale Aufbaugegner für Torres sein können. Doch Trainer Carlo Ancelotti vertraute lieber dem Duo Anelka/Drogba in der Startelf als Generalprobe für Manchester. Kein Wunder, dass erste Gerüchte kursieren, Chelsea-Boss Roman Abramovich überlege bereits, wie er den erfolglosen Torjäger wieder loswird.

Für Englands Ex-Nationaltrainer Graham Taylor liegt das Problem nicht bei Fernando Torres allein: "In Liverpool war er der Hauptstürmer, der den Ball vorgelegt bekam. Aber Chelseas Stürmer arbeiten vorne viel, erzwingen sich ihre Chancen selbst. Torres ist das nicht gewohnt und sie sind ihn nicht gewohnt."

Gegen Wigan wurden John Terry und Michael Essien für das Duell mit Manchester geschont, in das Chelsea als klarer Außenseiter geht. Doch von großen Teams und großen Spielern wird erwartet, dass sie bei großen Partien auch besonders große Leistungen zeigen. Auch von Fernando Torres wird dies erwartet. Im Old Trafford wird es nicht nur um seine eigene, sondern auch um die Zukunft von Carlo Ancelotti gehen.

Keir Radnedge