Sportgericht gibt dem Einspruch von sechs Vereinen statt

Streik in Spanien vorerst abgewendet

Enrique Cerezo

Befürworter der Entscheidung des Gerichts: Atletico-Präsident Enrique Cerezo. imago

Das Gericht entschied, dass "der offizielle Spielplan für den nächsten Spieltag der Ersten und Zweiten Liga unverändert Bestand hat". Die Profiliga LFP hatte mit Streik am 2. und 3. April gedroht, um gegen die kostenlose Ausstrahlung eines Spiels im Fernsehen zu protestieren. Die sechs Klubs sehen den Streik als unangemessene Maßnahme an. Seit 1997 gilt ein Gesetz, wonach ein Spiel der ersten Liga kostenlos im Fernsehen übertragen werden darf.

In Spanien sind in vorwiegendem Maße die beiden "Großen" FC Barcelona und Real Madrid die Nutznießer der TV-Rechte-Vermarktung vor allem im Pay-TV-Bereich. Beide zusammen sollen pro Jahr 125 Millionen Euro aus den Fernsehrechten erlösen – ein Vielfaches der Summe für die anderen Erstliga-Vereine.

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Die Reaktionen fielen naturgemäß gemischt aus. "Der Ligastreik war Unsinn gewesen", so Enrique Cerezo, Präsident von Atletico Madrid - und das, obwohl sein Klub nicht zu den "Veto-Klubs" gehörte. Villarrals Funktionär José Manuel Llaneza schon: "Der Streik wäre ein Dolchstoß für den Fußball gewesen", erklärte er. LFP-Präsident José Luis Astiazarán hingegen war naturgemäß nicht zufrieden mit dem Urteil: "Die Regierung hat nicht den Willen gehabt, voranzugehen." In einer ersten Stellungnahme der LFP hieß es, man "respektiere die Entscheidung des Gerichts", aber man bestehe weiter auf den "Forderungen gegenüber der Regierung".