Kritik an Testspielen: "Da kann man überhaupt nichts testen"

Motiv Geldmacherei: Hoeneß attackiert DFB

Uli Hoeneß

Nicht auf einer Wellenlänge: Bayern-Präsident Uli Hoeneß und der DFB. Getty Images

Geldmacherei sei laut Hoeneß das DFB-Motiv bei einem Testspiel wie dem am Dienstagabend (20.45 Uhr) gegen Australien: "Das wird nicht gemacht, um zu testen. Sondern da gibt es fünf Millionen Euro für den DFB. Die bauen dann den siebten Silo, laden uns aber nicht mal zur Grundsteinlegung ein." In der Bundesliga stünden "Meisterschaft und Existenzen" auf dem Spiel, so Hoeneß, da könne man auf eine solche Partie verzichten. Und auch sportlich stellte er den Sinn eines solchen Tests in Frage: "Da kann man überhaupt nichts testen. Die Bundesliga ist auf dem Weg, die beste Liga der Welt zu werden. Die Spiele dort sind besser als jeder Test." Sein zynischer Vergleich auch angesichts der großen personellen Rotation von Bundestrainer Joachim Löw : "Ein Trainingsspiel bei Bayern, Team A gegen Team B, ist besser bestückt als das Spiel gegen Australien."

Das wollte man von DFB-Seite nicht stehen lassen. "Ich darf Uli Hoeneß in aller Sachlichkeit daran erinnern, dass die Nationalmannschaft zweimal für den FC Bayern in München angetreten ist: einmal zur Eröffnung der Allianz-Arena und beim Abschiedsspiel für Oliver Kahn", sagte Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Und auch Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff reagierte: "Wir brauchen diese Begegnungen, um den jungen Spielern die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Und von einer starken Nationalmannschaft profitiert auch die Bundesliga und damit auch die Vereine."

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Borussia Dortmund
65
2
Bayer 04 Leverkusen
58
3
Bayern München
51
Trainersteckbrief Löw

Löw Joachim

Lob für die Nationalmannschaft - Wundern über Bruchhagen

Trotz der herben Kritik am DFB sparte Hoeneß am Montagabend immerhin auch nicht mit grundsätzlichem Lob an der Arbeit der Nationalmannschaft im Vorfeld der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine 2012: "Ich denke, dass Deutschland und Spanien das Nonplusultra in Europa sind und nächstes Jahr den Titel unter sich ausmachen werden."

Wenn ich in schwarz-gelben Unterhosen schliefe, würde ich langsam unruhig werden.

Hoeneß über den geschmolzenen Vorsprung von Bundesliga-Spitzenreiter Dortmund

Und in der Bundesliga? Da beschäftigt Hoeneß aktuell vor allem die Lage in Frankfurt. Dass die Eintracht um Vorstandschef Heribert Bruchhagen Hoeneß' Intimfeind Christoph Daum jüngst als neuen Trainer vorstellte, ließ er nicht unkommentiert: "Ich habe mich schon gewundert, dass Heribert, den ich als sehr behutsamen und bedächtigen Mann konservativer Neigung und nachhaltigen Manager kennengelernt habe, so eine Aktion startet. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Da muss irgendwie ein Pulver im Kaffee der Bundesliga gewesen sein, allgemein. Und er hat vielleicht auch etwas da drin gehabt."

Bruchhagen: "Der Uli sitzt in seinem wunderschönen Haus am Tegernsee..."

Bruchhagens Konter ließ nicht lange auf sich warten: "Der Uli sitzt in seinem wunderschönen Haus am Tegernsee und kennt die Nöten und Sorgen der Bundesliga nicht mehr", sagte er dem Sport-Informations-Dienst (SID). Ein Freundschaftsbruch? "Quatsch", so Bruchhagen, "wir hatten 15 Jahre ein schlechtes Verhältnis und seit fünf Jahren ein gutes. Und das wird auch so bleiben."