Frankfurt: Spektakulärer Trainerwechsel

Der nächste Hammer: Daum löst Skibbe ab!

Christoph Daum.

Christoph Daum löst Michael Skibbe als Eintracht-Trainer ab. picture alliance

Eigentlich galt das Spiel gegen St. Pauli als eine Art "Endspiel" für Skibbe, doch trotz des höchst glücklichen Sieges und eines Vertrags bis 2012 muss der ehemalige DFB-Trainer gehen. Skibbe wurde die Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Dies gab die Eintracht, die aktuell drei Punkte von Platz 16 trennen, am Dienstagvormittag offiziell bekannt. Die "negative sportliche Entwicklung in den letzten Monaten" sei ausschlaggebend gewesen. "Wir haben uns zu diesem Schritt durchgerungen, weil es in der Rückrunde deutliche Leistungseinbuße gab. Es ist eine Entscheidung aus Verantwortung gegenüber dem Verein", erklärte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und räumte ein: "Es ist nie schön, einen Trainer zu entlassen, den man selber geholt hat. Das ist auch ein Eingeständnis, das man hilflos ist gegen den Abwärtstrend. Ich trage mindestens genauso viel Verantwortung."

Wir sind der Überzeugung, dass wir das Ziel Klassenerhalt auch mit einem neuen Trainer erreichen.

Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen
Trainersteckbrief Daum

Daum Christoph

Trainersteckbrief Skibbe

Skibbe Michael

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Eintracht Frankfurt - Die letzten Spiele
FC Gießen (A)
3
:
1
Bremen (H)
2
:
2

Skibbes Nachfolger heißt überraschend Christoph Daum, der bereits am Mittwoch sein erstes Training bei den Frankfurtern leiten wird und zunächst bis zum Saisonende bleibt. Allerdings betonte der Klub, dass man eine längerfristige Zusammenarbeit anstrebe. Laut Bruchhagen war die Entscheidung gegen Skibbe bereits am Sonntag gefallen, es folgte "ein sehr langes Gespräch" mit Daum.

Skibbe: "Der wird das schon hinkriegen" - Franz: "Das muss ich erst verarbeiten"

Auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz am Dienstagmittag wurde Skibbe offiziell verabschiedet. Über seinen Nachfolger sagte der 45-Jährige: "Das ist ein alter Fahrensmann. Der wird das schon hinkriegen." Er sei sich zwar sicher, dass auch er den Klassenerhalt geschafft hätte, gestand aber: "Die Bilanz und Entwicklung der Rückrunde war sehr unglücklich. Wir haben es nicht geschafft, besseren und vor allem erfolgreichen Fußball zu spielen." Von der Mannschaft verabschiedete sich Skibbe am Vormittag vor dem Training, einige seiner Ex-Schützlinge wurden von der Nachricht fast überrumpelt: "Auch wenn wir in den letzten acht Wochen nicht so stark gespielt haben, hat Skibbe super Arbeit geleistet", sagte Innenverteidiger Maik Franz in einer ersten Reaktion: "Die Entscheidung ist sehr schade für ihn. Für mich kam die Trennung sehr überraschend, das muss ich erst verarbeiten."

Zum Thema

Skibbe hatte den Trainerjob in Frankfurt im Sommer 2009 übernommen und die SGE nach einer Saison frei von Abstiegssorgen auf Platz zehn geführt. In der Spielzeit 2010/11 gehörte die Eintracht zunächst zu den positiven Überraschungen der Liga, noch am elften Spieltag belegte sie Platz vier. Nach einem beispiellosen Absturz nach der Winterpause - acht Spiele blieb Frankfurt tor-, neun sieglos - geriet sie jedoch in akute Abstiegsgefahr. Mit Daum, der seit seinem Aus bei Fenerbahce Istanbul im Juni 2010 ohne Traineranstellung war und in der Bundesliga zuletzt bis 2009 den 1. FC Köln coachte, soll nun die Klasse gehalten werden. Sein Debüt feiert der 57-Jährige am Sonntag (17.30 Uhr), 3. April, auswärts beim VfL Wolfsburg.

Nach den Verpflichtungen von Ralf Rangnick auf Schalke, Felix Magath in Wolfsburg, Robin Dutt in Leverkusen und der Entlassung von Armin Veh beim Hamburger SV - und all das binnen gut einer Woche - bleibt das Bundesliga-Trainerkarussell also voll in Fahrt.

Christoph Daum - "für Ruhestand habe ich keine Zeit"