Bundesliga

Wahnsinn in Reinform: Magath soll Wölfe retten

Gestern Schalke, heute Wolfsburg - Abschied von Dieter Hoeneß

Wahnsinn in Reinform: Magath soll Wölfe retten

Felix Magath

Gestern Schalke, heute in Wolfsburg: Felix Magath soll die Wölfe retten Getty Images

Die Wolfsburger bestätigten die Verpfichtung Magaths am Freitagmorgen. Der 57-Jährige wird um 13 Uhr auf einer Pressekonferenz als neuer Geschäftsführer Sport und Trainer vorgestellt und leitet um 15 Uhr erstmals das Training beim VfL. Nachdem Magath beim FC Schalke durch den Aufsichtsrat am Mittwoch von seinen Aufgaben entbunden wurde, kündigte der Trainer-Manager seinerseits den Vertrag mit den Königsblauen. Dadurch könne er sich wieder frei auf dem Arbeitsmarkt bewegen, ohne gleichzeitig auf alle Forderungen aus seinem bis 2013 laufenden Vertrag verzichten zu müssen.

Abschied von Hoeneß - Tendenz sprach gegen Littbarski

Magaths Kommen bedeutet zugleich das Ende von Dieter Hoeneß als starker Mann beim VfL Wolfsburg. Am Donnerstagnachmittag einigte sich der VfL mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung bezüglich der Auflösung seines Vertrages.

Bei den Niedersachsen stand bis dato Pierre Littbarski in der sportlichen Verantwortung, doch spätestens nach dem bitteren 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg und dem damit verbundenen Sturz auf einen direkten Abstiegsplatz, waren die Wolfsburger Macher ins Grübeln geraten, ob der ehemalige Assistent des ehemaligen Cheftrainers Steve McClaren den Karren aus dem Dreck ziehen kann.

Unter Littbarski feierten die Wölfe nur einen Dreier (2:1 gegen Schlusslicht Gladbach) und kassierten vier Niederlagen, von Platz 12 ging es runter auf Rang 17.

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Nun also Magath. Der wegen seiner Umgangsweise kritisierte Trainer führte Schalke ins Viertelfinale der Champions League und ins DFB-Pokalfinale, soll sich aber nicht nur vom Team entfremdet haben, sondern sich auch als Manager in seinem Finanzgebaren angreifbar gemacht haben. Mit Wolfsburg holte der 57-Jährige 2009 die Meisterschaft, was in der Rückschau ein mittleres Fußball-Wunder ist und bleibt. Magath, der doppelte Doublesieger mit dem FC Bayern (2005, 2006) und Entdecker der "jungen Wilden" beim VfB Stuttgart (Kuranyi, Hildebrand, Lahm, Hinkel), ist wieder als Retter gefragt.

Von der Meistermannschaft des Jahres 2009 sind beim VfL Wolfsburg noch wichtige Spieler wie Benaglio, Schäfer, Riether, Madlung, Josué und Grafite dabei.

Littbarskis bizarre Worte

Angesichts dieser Entwicklung erscheint eine Aussage von Littbarski am Donnerstag in bizarrem Licht. "Wir haben die Entwicklung der Mannschaft in den letzten zwei Jahren analysiert. Dabei war aufgefallen, dass einige Spieler nach dem Meistertitel im Sommer 2009 etwas müde wirkten. Das war aber nur ein Aspekt von vielen", sagte der Weltmeister von 1990. "Deshalb werde ich jetzt aber nicht die Schuld für unsere Lage bei Felix suchen. Das wäre ihm gegenüber unfair", sagte Littbarski. Ab Freitag darf Magath gegen diesen Faktor wieder höchstpersönlich vorgehen und versuchen, die Wolfsburger aus dem Keller zu führen.

Drei Duelle in Serie mit den Ex-Vereinen

Los geht es am Sonntag mit dem Duell bei Magaths Ex-Klub in Stuttgart. Am 9. April trifft er auf seinen jüngsten Ex-Klub FC Schalke. Dazwischen liegt noch die Partie gegen Eintracht Frankfurt, auch ein Ex-Klub des zuletzt erfolgreichsten Trainers in Deutschland. Am 32. Spieltag kommt dann noch das Aufeinandertreffen mit Werder Bremen dazu.

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