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Biel schaltet Basel aus - Randale nach dem Schlusspfiff

Überraschung im Schweizer Pokal

Biel schaltet Basel aus - Randale nach dem Schlusspfiff

Thorsten Fink, FC Basel

Aus im Viertelfinale: Trainer Thorsten Fink und der FC Basel. Getty Images

Der Favorit verlor im Viertelfinale des Schweizer Cups gegen den FC Biel, nachdem der Challenge-League-Vertreter durch drei Tore nach der Halbzeit in das 3:1-Endergebnis verwandelte. Die Bieler qualifizierten sich seit 1977 zum ersten Mal für die Runde der letzten Vier, bei der sie am 28. April gegen den FC Sion antreten werden. Und all dies nach dem misslungenen Rückrundenstart (zwei Niederlagen und acht Gegentore).

Die Basler Stammkräfte Torwart Costanzo, Abwehrchef Abraham, Steinhöfer, Huggel, Shaqiri, Stocker und bis in die Schlussphase auch die Top-Stürmer Streller und Frei fehlten auf dem Platz in Biel. Doch zur ersten Pause lagen die Gäste aus Basel verdient mit 1:0 vorne - durch ein Eigentor von Nicolas Kehrli.

Trainersteckbrief Klinsmann

Klinsmann Jürgen

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Fink Thorsten

FC Basel - Vereinsdaten

Gründungsdatum

15.11.1893

FC Biel-Bienne - Vereinsdaten

Basel ließ Biel kommen

In der zweiten Halbzeit gab der Favorit das Spiel her, und Biel erzielte durch Ramon Egli, Sohn des ehemaligen Nationalspielers und Dortmunder Bundesliga-Profis Andy Egli - in der 53. Minute den Ausgleich. Nach dem Treffer kamen die Bieler besser ins Spiel und setzten den FCB unter Druck. Schließlich gewann der Underdog die Überhand und machte durch die Tore von Morello nach einer Ecke und Etoundi nach einem Konter den Sack zu.

Der FC Basel verlor seit 2005 erst sein zweites Spiel im Pokal, bei dem er zuletzt viermal in Folge im Halbfinale stand. Seitdem gewann Basel dreimal die Trophäe. Der FC Biel konnte durch den Triumph über Basel eine grandiose Serie der Unterklassigen fortführen. Sechsmal in den letzten sieben Cup-Wettbewerben stand ein Verein aus der Challenge League im Halbfinale.

Unschöne Randerscheinung nach Schlusspfiff: Einige FCB-Fans randalierten nach dem Spiel. Zunächst hatten Bieler Anhänger das Spielfeld erobert, um mit den Spielern zu feiern. Dadurch offensichtlich provozierte Gästefans strömten ebenfalls auf den Rasen. Rund 140 Polizisten sollen die Situation jedoch durch Einsatz von Gummigeschossen und Tränengas schnell unter Kontrolle gebracht haben. Biels Medienchef Peter Renatus: "Die Situation war im Stadion schnell unter Kontrolle."

Buchhalters Seitenhieb Richtung Thorsten Fink

Und die Bieler Fußballer durften ihre große Sause starten, die - so Buchhalter Egli ("Der Schädel brummt noch ein wenig") gegenüber dem "Tagesanzeiger" "erst um 5 Uhr morgens" endete. Der Protagonist im Außenseiterteam hatte auch noch einen Seitenhieb für Basels Trainer Thorsten Fink parat, der zunächst eine B-Elf aufgeboten hatte. "Das war eine fatale Fehleinschätzung und erst noch ein klassischer Coachingfehler von Fink. Er hätte die Nationalspieler viel früher bringen müssen", sagte Egli im Hinblick auf die spät eingewechselten Frei und Streller. Finks Maßnahme sei eine zusätzliche Motivation für das Bieler Team gewesen.