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Ferguson und die ewige Wut auf die Referees: Die nächste Sperre droht

Nach dem Chelsea-Spiel - Carrick und Fletcher verlängern

Ferguson und die ewige Wut auf die Referees: Die nächste Sperre droht

Sir Alex Ferguson (Manchester United) und Referee Martin Atkinson

Beim bösen Blick blieb es nicht: Sir Alex Ferguson kritisierte Referee Martin Atkinson (vorn) scharf. imago

"In einer solch wichtigen Partie wünscht man sich einen fairen Referee - den haben wir nicht bekommen", schimpfte Ferguson nach der Niederlage vom Dienstagabend via "MUTV" über Schiedsrichter Martin Atkinson: "Keine Ahnung, warum er dieses Spiel bekommen hat. Ich muss sagen, als ich gesehen habe, wer das Spiel leiten wird, hatte ich das schon befürchtet. Ich habe das Schlimmste befürchtet." Kein Wunder, dass der nationale Verband FA nun gegen Ferguson - zum fünften Mal in den vergangenen fünf Jahren - ein Disziplinarverfahren wegen "unangemessenen Benehmens" eingeleitet hat. Eine längere Sperre droht. Bis Dienstagnachmittag hat der 69-Jährige Zeit, sich zu dem Vorfall zu äußern.

Was war diesmal passiert? Grund für Fergusons erneuten Ausraster war die Tatsache, dass Atkinson an der Stamford Bridge den bereits gelbverwarnten Chelsea-Innenverteidiger David Luiz, der zuvor das zwischenzeitliche 1:1 markiert hatte, nach Attacken gegen Javier Hernandez und vor allem Wayne Rooney nicht mit der verdienten Ampelkarte vom Feld schickte. Im direkten Gegenzug pfiff der Unterparteiische dann einen nicht zwingenden Elfmeter für die Gastgeber, nachdem Yuri Zhirkov dankbar über Chris Smallings Bein gefallen war. Frank Lampard verwandelte zum 2:1-Sieg für den Meister. Dass Rooney erst am Wochenende in Wigan (4:0) selbst Glück hatte, nach einer Tätlichkeit weiterspielen zu dürfen , hatte Ferguson bei seinem Wut-Interview allerdings offenbar schon wieder vergessen.

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Statistik zum Spiel vom Dienstag

Vielleicht auch, weil es noch eine andere Vorgeschichte gibt: Im November 2009 hatte Ferguson Atkinson nach einem Auftritt bei den Blues aus London, bei dem United mit 0:1 verlor, ebenfalls heftig kritisiert , wenig später landete der Schotte auf der Tribüne - allerdings wegen eines anderen Falls. Im Oktober 2009 nämlich musste sich Referee Alan Wiley in unverblümten Worten anhören, dass er nicht fit genug für die Premier League sei , einen Monat später sperrte die FA Ferguson für zwei Spiele und verdonnerte ihn zu einer Geldstrafe .

Sperre von bis zu fünf Spielen droht - Ferguson schweigt gegenüber "MUTV"

Außerdem wurden damals zwei weitere Spiele zur Bewährung ausgesetzt - die jetzt wieder relevant werden könnten. Doch obwohl ihm als Wiederholungstäter eine Zwangspause von bis zu fünf Partien blühen könnte, hat sich Ferguson nach Klub-Angaben am Freitag dazu entschlossen, die Strafe nicht zu akzeptieren. Am Sonntag beim Gastspiel in Liverpool wird Ferguson aber in jedem Fall noch auf der Trainerbank sitzen dürfen. Egal, wie hoch die Strafe ausfallen wird: Die Schiedsrichter-Gilde und Ferguson werden mit Sicherheit keine Freunde mehr.

Übrigens bekam nicht nur Atkinson sein Fett weg. Dass Ferguson gerne mal eine Pressekonferenz sausen lässt, um seinen Unmut über irgendwelche Vorkommnisse auszudrücken, ist ein altbekanntes Mittel der Trainerlegende. Auch in dieser Woche will er sich gegenüber der Presse nicht äußern. Neu ist, dass auch der Vereinssender "MUTV" vor dem Liverpool-Spiel nicht mit dem Coach sprechen darf. Der Grund: Ferguson ist sauer, dass das brisante Interview überhaupt ausgestrahlt wurde. 2005 hatte er zuletzt gegenüber "MUTV" geschwiegen, nachdem ein Moderator erzählt hatte, er selbst präferiere ein anderes Spielsystem als der United-Coach.

Carrick verlängert bis 2014, Fletcher bis 2015

Immerhin zwei gute Nachricht hielt die Woche für Ferguson schon bereit: Michael Carrick (29), seit 2006 Teil des ManUnited-Mittelfelds, und Darren Fletcher (27), seit 2000 ein "Red Devil", unterschrieben neue Verträge, die sie bis Sommer 2014 bzw. 2015 an den Verein binden. 218 Pflichtspiele, drei Meistertitel, den Triumph in der Champions League und im Weltpokal und einen Ligapokalsieg hat Carrick bereits in seiner Vita als "Red Devil" stehen. Fletcher, Kapitän der schottischen Nationalmannschaft, hat in 288 Auftritten sogar noch jeweils einen Meister-, Ligapokal- und FA-Cup-Titel mehr gesammelt.