Porto verliert gegen Benfica - Sensation in Frankreich

Özil macht das Traumfinale perfekt

Matchwinner: Özil schießt Real ins Finale gegen Barcelona.

Matchwinner: Özil schießt Real ins Finale gegen Barcelona. picture alliance

Nicht ohne Ambitionen trat der FC Sevilla im Estadio Santiago Bernabeu an, um mit Real Madrid einen Platz im Finale des spanischen Königspokals auszumachen. Mit Ivan Rakitic stand einer der Winterneuzugänge gleich in der Startelf, der ehemalige Schalker stand beim FC schon seit Jahren auf dem Wunschzettel von Sportdirektor Monchi. Auch Flügelflitzer Jesus Navas war wieder fit während Gary "Pitbull" Medel, Sevillas zweiter hochkarätiger Neuzugang von den Boca Juniors und WM-Teilnehmer für Chile, auf der Bank Platz nahm.

Khedira bleibt gelassen

Das Hinspiel zuhause ging allerdings mit 0:1 verloren, da Reals Cristiano Ronaldo seine Farben wieder einmal rettete. Der große Rückschlag für die Königlichen folgte am Wochenende: Mit 0:1 verloren sie bei CA Osasuna, die Meisterschaft rückte damit in weite Ferne. Vor allem Sami Khedira wurde von den spanischen Medien scharf kritisiert. "El Mundo" schrieb: "Diese Doppel-Sechs mit Diarra und Khedira ist ein Attentat gegen den Fußball. Mit denen war Madrid eine entmutigende Mannschaft ohne Kreativität, ein Körper ohne Hirn. Laut der "Marca" könne Khedira nur "den Rasen eines Feudalherren umpflügen." Khedira ließ die Kritik äußerlich kalt. Damit müsse man leben, wenn man bei Real spielt, so der deutsche Nationalspieler.

"Schlagzeilen" der besonderen Art

Für Schlagzeilen sorgten im wahrsten Sinne des Wortes Pedro Leon und Fernando Gago. Während des Trainings am Montag war Gago gegen Leon überhart eingestiegen. In der Kabine kam es zum Handgemenge, die Streithähne mussten getrennt werden. José Mourinho gefiel das gar nicht. Er verbannte das Duo aus dem Kader für das Spiel gegen die Andalusier.

Das Spiel selber geriet nicht zum Spektakel. Sevilla gab den Madrilenen von Beginn an Kontra, ein Negredo Tor wurde in der ersten Hälfte nicht anerkannt, für die Hausherren verpasste es vor allem Ronaldo, einen Treffer vorzulegen. Erst in der Schlussphase eines an Höhepunkten armen Spiels war es einer Koproduktion der beiden deutschen Legionäre, Özil und Khedira, vorbehalten, das Traumfinale perfekt zu machen. Khedira legte vor, Özil überwand Sevilla-Keeper Varas (81.) und wurde so zum Matchwinner! In der Nachspielzeit gelang Neuzugang und Joker Adebayor dann noch das 2:0.

Barças "B-Elf" locker weiter

Ruhig und einträchtlich geht es dagegen beim FC Barcelona zu. Nur größte Pessimisten bezweifelten den Einzug ins Finale nach dem 5:0-Heimsieg im Hinspiel gegen Almeria - zumal die Andalusier in der Liga schon zuhause gegen die Katalanen mit 0:8 unter die Räder kamen.

Freude über sein Tor: Barcelonas Adriano schoss gegen Almeria das 1:0 heraus.

Freude über sein Tor: Barcelonas Adriano schoss gegen Almeria das 1:0 heraus. picture-alliance

Trainer Pep Guardiola verzichtete mit diesen Erfahrungen im Rücken auf einen Großteil seiner Stars und verschaffte seinen Bankspielern Spielpraxis. Statt Villa, Messi und Iniesta stürmten Nolito, Bojan und Neuzugang Afellay, verrichteten aber souverän ihre Arbeit. Ein Pfostenschuss durch Almerias Feghouli war die einzige Schrecksekunde für die Katalanen, dann erhöhten der Brasilianer Adriano, Thiago und Afellay mit seinem ersten Pflichtspieltor in "Azulgrana" auf ein standesgemäßes 3:0.

Heute ist Party. Morgen sage ich meinem Boss dann, ich bin krank.

Stephan Roux, Verteidiger bei Chambery

In Frankreich hat sich eine Mannschaft inzwischen in die Herzen der Fußballfans gespielt. SO Chambery lehrt den Profiklubs das Fürchten, der Fünftligist bezwang im Achtelfinale den FC Sochaux 2:1 (0:1) und schaltete damit das dritte Erstliga-Team in Serie aus. Zuvor hatte sich Chambery gegen den AS Monaco und Stade Brest jeweils nach Elfmeterschießen durchgesetzt. Noch nie zuvor in der 93-jährigen Geschichte des Wettbewerbs hatte ein Fünftdivisionär drei Klubs aus der Eliteklasse bezwingen können. "Heute ist Party. Morgen sage ich meinem Boss dann, ich bin krank", kündigte Verteidiger Stephan Roux an.

Derweil hielt sich die PSG aus der Hauptstadt gegen die viertklassige Vertretung des FC Martigues mit 4:1 schadlos. Guillaume Horeau trug drei Treffer zum Erfolg des Favoriten bei.

Benficas Coup im Dragao

Zum absoluten Gipfeltreffen geriet das Halbfinale im portugiesieschen Cup-Wettbewerb. Das Duell Porto gegen Benfica elektrisierte den fußballinteressierten Teil Portugals und bot eine faustdicke Überraschung. Der FC Porto, in der Liga bislang noch ungeschlagen und nahezu uneinholbar vorne, lag nach 25 Minuten mit 0:2 zurück. Fabio Coentrao und Javi Garcia besorgten die Treffer für Benfica, das auch nach der Ampelkarte für Coentrao in Unterzahl den Vorsprung hielt und das Hinspiel für sich entschied.

PAOK wirft Olympiakos raus

Seit insgesamt acht Spielen ist PAOK Saloniki in Pokal und Liga unbesiegt, auch Tabellenführer Olympiakos Piräus musste jetzt im Stadio Toumpas Federn lassen und flog nach einem 1:1 im Hinspiel vor den Toren Athens mit einer 0:1-Pleite im Viertelfinale aus dem griechischen Pokalwettbewerb. Matchwinner war Dimitrios Salpingidis mit dem Tor des Tages. Auch für Topteam Nummer zwei war Endstation: Panathinaikos gewann in Unterzahl mit 3:2 beim Stadtrivalen AEK, das reichte nach der 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel nicht.

Der deutsche Trainer Bernd Schuster gewann mit Besiktas Istanbul das Viertelfinal-Hinspiel der Türkiye Kupasý gegen Zweitligist Gazianteb standesgemäß mit 5:0.