Int. Fußball

Im Schatten von Torres und Carroll

Zur Transfer-Deadline ging es in England rund

Im Schatten von Torres und Carroll

Daniel Sturridge

Dürfte in Bolton mehr Gelegenheit zum Jubeln bekommen als bei Chelsea: Daniel Sturridge. imago

Der Torres-Transfer ließ die Einsatzchancen von Daniel Sturridge beim FC Chelsea, dessen Offensivabteilung schon ohne den Spanier mit Spielern wie Drogba, Anelka, Kalou und Malouda hochkarätig bestückt war, nicht gerade größer werden. Die Bolton Wanderers witterten ihre Chance und hatten mit ihrer Anfrage bezüglich eines Leihgeschäfts Erfolg: Das 21-jährige Angriffstalent, das bei den Blues in der laufenden Spielzeit nur viermal von Beginn an spielte, dafür aber 17-mal eingewechselt wurde (vier Tore), freut sich im Reebok Stadium auf mehr Einsatzzeiten, Boltons Trainer Owen Coyle auf "einen der spannendsten Stürmer des Landes".

Gudjohnsen, Ireland, Diouf: Der nächste Umzug steht an

Während Sturridge seine Karriere noch vor sich hat, sind einige Wandervögel im Spätherbst ihre Karriere weiter unterwegs. So brachte der letzte Tag der Transferperiode für Eidur Gudjohnsen erneut einen Arbeitsplatz-Wechsel mit sich. Der isländische Angreifer geht bis Saisonende für den FC Fulham auf Torejagd. Ende August 2010 hatte ihn der Huth-Klub Stoke City verpflichtet, für den er aber nur vier Spiele absolvierte. Läuft es für den 32-Jährigen, der 186 Partien für Chelsea (2000-2006) und 72 für den FC Barcelona (2006-2009) absolvierte, in London besser?

Spielersteckbrief Diouf

Diouf El-Hadji

Spielersteckbrief Gudjohnsen

Gudjohnsen Eidur

Spielersteckbrief Beattie

Beattie James

Spielersteckbrief Ireland

Ireland Stephen

Spielersteckbrief Sturridge

Sturridge Daniel

Auch Enfant terrible Stephen Ireland, im Zuge des Transfers von James Milner zu Saisonbeginn erst von Manchester City zu Aston Villa gewechselt, zieht wieder um. Der Mittelfeldspieler trägt bis Ende Mai das Trikot von Newcastle United, wo er mit Joey Barton ein schlagkräftiges Duo bilden sollte.

El Hadji Diouf

2003 spuckte er einen Celtic-Fan an, jetzt spielt El Hadji Diouf für die Glasgow Rangers. picture alliance

Ein anderer Spieler, der in den vergangenen Jahren nicht gerade sesshaft wurde, ist El Hadji Diouf. Der Senegalese verlässt die Blackburn Rovers, die sich ihrerseits mit Barça-Talent Ruben Rochina (19) und dem Argentinier Mauro Formicha (22, Newell's Old Boys) verstärkten, und heuert leihweise bei den Glasgow Rangers an. Der schottische Rekordmeister ist die fünfte Station des 30-Jährigen in Großbritannien. Vom FC Liverpool, dem er sich 2002 aus Lens angeschlossen hatte, war der Stürmer über Bolton und Sunderland nach Blackburn gelangt. Aufgrund mehrerer Undiszipliniertheiten auf dem Rasen, 2003 spuckte er im UEFA Cup einen Celtic-Fan an, genießt Diouf nicht den besten Ruf.

Adam bleibt an der Irischen See - Keiner will die Spurs-Millionen

zum Transferschluss in England

James Beattie verlässt Glasgow indes wieder Richtung Süden. Der 32-Jährige (fünf Länderspiele für England), der vergangenen August nach einem Streit mit Coach Tony Pulis von Stoke City nach Schottland gewechselt war, wurde an den FC Blackpool ausgeliehen. Die Seasiders verpflichteten außerdem Mittelfeldspieler Andy Reid (FC Sunderland) und den weißrussischen Nationalstürmer Sergei Kornilenko (Zenit St. Petersburg). Der größte Erfolg des Premier-League-Neulings, der momentan auf einem überraschenden zwölften Platz liegt, war jedoch ein anderer: Kapitän Charlie Adam, der heftig vom FC Liverpool und Tottenham umworben worden war und ein offizielles Freigabe-Gesuch eingereicht hatte, bleibt der Stadt an der Nordwestküste England erhalten - zumindest vorerst.

Erfolglos blieben auch Tottenhams Bemühungen um einen neuen Top-Stürmer. Mit Geboten im zweistelligen Millionenbereich handelten sich die Spurs in Spanien, wo es am Montag ohnehin recht ruhig blieb , bei Atletico (Forlan, Aguero), Villarreal (Rossi), Sevilla (Luis Fabiano) und Bilbao (Llorente) Körbe ein. Den FC Everton verärgerten die Londoner indes mit einem 500.000-Pfund-Angebot für Mittelfeldspieler und Kapitän Phil Neville, das Toffees-Coach David Moyes als "beleidigend" und "respektlos" bezeichnete. Tottenham hatte auch noch angeregt, die Summe in zwei Raten zu bezahlen.