Stuttgart: Interesse am Tschechen Pospech

Labbadias Team ist noch nicht stabil

Bruno Labbadia

Gibt klar die Richtung vor: Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia erklärt im Training viel. picture alliance

Der Trainer des VfB Stuttgart hat nach dem Trainingslager und vor dem Rückrundenauftakt gegen Mainz ein gutes Gefühl. Allerdings auch einen Kader, der durchaus noch nicht stabil ist. Das ergibt eine Analyse der Mannschaftsteile:

Abwehr: "Wir müssen im Abwehrverhalten stabiler werden", sagt Labbadia und meint damit auch Mittelfeld und Angriff. Alle müssen sich an der Rückwärtsorientierung beteiligen. In der Innenverteidigung sind Serdar Tasci (23) und Matthieu Delpierre (29) erste Wahl. Doch in der Hinrunde erwiesen sich die beiden Meisterspieler von 2007 als verletzungsanfällig. Wie auch auf rechts Stefano Celozzi (22) und Philipp Degen (27). Für Samstag ist Patrick Funk (20) eine Alternative zum Schweizer. Deshalb ist durchaus möglich, dass für das Problemfeld rechte Defensivseite nachgelegt wird. Ein Kandidat ist der Tscheche Zdenek Pospech (32, FC Kopenhagen). Manager Fredi Bobic (39) will keine Namen kommentieren, sagt nur soviel: "Es kann täglich etwas passieren." Der Vertrag des Nationalspielers läuft im Sommer aus, wäre er für eine sechsstellige Summe zu haben, könnte der Deal im Januar noch klappen. Labbadia: "Ich hätte gerne Konkurrenzsituationen wie auf der linken Seite, wo sich Cristian Molinaro und Arthur Boka hochpushen können." Könnten! Denn Boka (27) wird wohl weiter vorne gebraucht.

Linoel Messi und Zdenek Pospech

International erprobt: Zdenek Pospech (hier gegen Barcelonas Messi) vom FC Kopenhagen. imago

Mittelfeld: Johan Audel (27, Kreuzbandriss) fällt bis zum Sommer aus, "Daniel Didavi hat Potenzial", so Labbadia, kommt aber aus einer Verletzungspause (nach Syndesmoseriss), sodass entweder Christian Gentner (25) oder eben Boka links vorne spielen müssen. Auch Timo Gebhart (21, Bänderriss im Knöchel) trainiert erst seit dieser Woche voll mit, fraglich, ob er es bis Samstag schafft. Sollte dies nicht der Fall sein, wird wohl Christian Träsch (23) die rechte Seite be- ackern müssen. Was kein Problem wäre, stünde Mamadou Bah (22) zur Verfügung. "Es ist richtig schade, dass er sich verletzt hat", bedauert Labbadia den Innenbandriss des Guineers. Wenn Träsch und Gentner außen gefordert sind, verbleibt wegen Bahs Ausfall als Sechser nur noch Zdravko Kuzmanovic (23), der sich deutlich besser in den Dienst der Mannschaft stellt als in der Hinrunde. Labbadia muss jonglieren.

Camoranesi vor dem Absprung

Keine Alternative im Mittelfeld ist Mauro Camoranesi, der unmittelbar vor dem Absprung steht. Dies bestätigte VfB-Manager Fredi Bobic nach einem Gespräch mit dem Weltmeister von 2006, bei dem der Italiener um seine Freigabe bat. "Wir kommen seinem Wunsch nach, wenn er einen Verein bringt, der unsere finanziellen Vorstellungen erfüllt, bis dahin arbeiten wir mit ihm weiter professionell zusammen", sagte Bobic den "Stuttgarter Nachrichten". Der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler wurde im vergangenen Sommer kurz vor Transferschluss auf Wunsch des damaligen Trainers Christian Gross für rund zwei Millionen Euro vom Serie-A-Rekordmeister Juventus Turin verpflichtet. Die hohen Erwartungen konnte Camoranesi jedoch nicht erfüllen und kam in der Hinrunde meist nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus.

Angriff: Ciprian Marica (25, Probleme am Sprunggelenk) trainiert eingeschränkt, auch bei Martin Harnik (23) wird es wegen muskulärer Probleme eng. Hier wird Labbadia auf das Duo Cacau (29) und Pavel Pogrebnyak (27) setzen. Ein Backup ist Sven Schipplock (22), der sich im Trainingslager als treffsicher erwiesen hat.

Martin Messerer