Bundesliga

Nun soll's Labbadia richten

Stuttgart: VfB stellt Jens Keller frei

Nun soll's Labbadia richten

Neuer Chefcoach beim VfB: Bruno Labbadia schwingt das sportliche Zepter in Stuttgart.

Neuer Chefcoach beim VfB: Bruno Labbadia schwingt das sportliche Zepter in Stuttgart. imago

Bruno Labbadia wird also neuer Cheftrainer beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart. Der frühere Coach des Hamburger SV und von Bayer Leverkusen tritt die Nachfolge Jens Kellers an, den der Klub am Sonntag wie erwartet nach nur 13 Pflichtspielen offiziell freistellte.

Der 44 Jahre alte Labbadia war bis Ende April Trainer des HSV und stand in der Saison 2008/09 bei Leverkusen an der Seitenlinie. Er wird beim VfB einen Vertrag über zweieinhalb Jahre erhalten, der allerdings nur für die Bundesliga gilt.

Bundesliga - 16. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Borussia Dortmund
43
2
Bayer 04 Leverkusen
32
3
Hannover 96
31
Trainersteckbrief Labbadia

Labbadia Bruno

VfB Stuttgart - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.09.1893

Vereinsfarben

Weiß-Rot

"Es ist eine interessante Aufgabe, aber auch eine, die ich mit sehr großem Respekt angehe. Ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst und weiß, dass wir eine Situation haben, in der es nicht mehr fünf vor Zwölf ist, sondern schon ein Schritt darüber hinaus. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn wir alles dafür tun. Und das werden wir machen", sagte Labbadia.

Präsident Erwin Staudt äußerte, der Verein befinde sich "in einer der schwierigsten Situationen der letzten Jahre. Wir haben uns lange beraten, welche Handlungsoptionen wir haben. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir einen Neustart praktizieren müssen". Der solle mit Labbadia erfolgen. "Für die Mission, Bruno, wünsche ich Dir alles Gute. Sei Dir sicher: Wir stehen voll hinter dir", sagte Sportdirektor Fredi Bobic.

Keller: Schluss nach 13 Pflichtspielen

 Jens Keller

Das war's: Jens Keller muss seinen Stuhl in Stuttgart räumen. imago

Die Partie in Hannover hatte nicht die gewünschte Wende zu Kellers Gunsten gebracht - der Trainer fühlte sich von seiner Mannschaft förmlich im Stich gelassen. "Ich bin von der Mannschaft maßlos enttäuscht. Die haben in unserer Situation mit Lupfer und Hacke gespielt. Das macht mich traurig, dafür habe ich kein Verständnis", so Keller nach der Partie. "Das hatte nichts mit Abstiegskampf zu tun, in der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht auf dem Platz." Unter dem 40-Jährigen erreichte der VfB zwar die K.o.-Runde der Europa League, doch in der Liga wollte sich kein Umschwung einstellen. Insgesamt gewann Keller mit dem VfB in seiner nur 59-tägigen Amtszeit fünf seiner 13 Pflichtspiele, fünf Partien gingen verloren. Und zwei Zähler aus den letzten fünf Partien waren den Verantwortlichen einfach zu wenig.

Kellers Entlassung ist der dritte Trainerwechsel in dieser Saison. Der VfB Stuttgart hatte erst im Oktober Christian Gross nach sportlicher Talfahrt entlassen. Zvonimir Soldo musste beim 1. FC Köln frühzeitig gehen, seine Nachfolge hatte Frank Schaefer angetreten.