Bundesliga

Bruchhagen: "Wir sind hochgradig gefährdet"

Frankfurt: Angst vor den Ultras der Eintracht

Bruchhagen: "Wir sind hochgradig gefährdet"

Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen

Kritische Situation: Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen muss sich mit militanten Fangruppen auseinandersetzen. picture alliance

Auch das lässt Schlimmes befürchten vor dem Südwestderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der Eintracht am Sonntag, das sowohl von der Polizei als auch von Helmut Spahn, dem Sicherheitsbeauftragten des DFB, als "Risikospiel" der höchsten Stufe eingeordnet wird.

In einer selten erlebten Form fordern die Frankfurter Ultras unter der Überschrift "Pfalzüberfall 2010 - Schlachtfest in Kaiserslautern" im Internet mehr oder weniger offen zur Gewalt auf. In der Führungs-etage der Eintracht Fußball AG, die in der vergangenen Woche vom Sportgericht erneut zu einer Geldbuße (8000 Euro) wegen Zwischenfällen im Pokalspiel in Wilhelmshaven und bei den Bundesligaspielen in Hannover und Mönchengladbach verurteilt worden ist, herrscht momentan Fassungslosigkeit.

Entsetzen angesichts hasserfüllter Aufrufe der Ultras wie folgende: "Großstadt gegen Zivilisation", "Wir werden traditionell als großer Frankfurt Mob per Zug in die Pfalz einfallen - macht mobil - sagt allen Bescheid!", "Stärke in allen Bereichen demonstrieren" sowie " und auch unsere Stadionverbotler wenigstens etwas an diesem wichtigen Tag teilhaben zu lassen - Ehre der Gruppe Stadionverbot."

"Ich weiß um die große Problematik", sagt Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der selbst in der Vergangenheit Drohbriefe von dem gewaltbereiten Teil seiner Fankundschaft erhalten hat. Und er weiß auch, dass Frankfurt wegen eines großen Bußgeld- registers an der Schwelle zu Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zum Punktabzug steht. "Wir sind im Fokus und hochgradig gefährdet", so Bruchhagen am Sonntag zum kicker.

Spahn kündigte am Sonntag an: "Wir werden so schnell wie möglich mit den Vereinen, den Fanbeauftragten und Fanprojekten in Kontakt treten." Dr. Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, sieht im Vorfeld des Spiels keine Möglichkeiten, um selbst einzugreifen: "Das ist eine sicherheitspolitische Frage. Selbst bei Aufrufen zur Gewalt könnten wir nur initiativ werden, wenn diese von Mitgliedern eines Vereins ausgehen würden."

Rainer Franzke