Hoffenheim: Interview mit Isaac Vorsah

"Drei Siege sind mir nicht genug"

Isaac Vorsah

Stellt sich auf ein heißes Spiel in Kaiserslautern ein: Hoffenheims Isaac Vorsah. imago

kicker: Zwei Tore in zwei Spielen - Herr Vorsah, hatten Sie schon mal eine solche Serie?

Isaac Vorsah: Ja, vor vier Jahren. Damals spielte ich noch daheim bei den Gamba All Blacks. Und das Lustige daran: Es waren auch zwei Tore nach Ecken.

kicker: Ist Ihr aktueller Erfolg auch eine Frage von Selbstvertrauen, weil Sie seit dieser Saison in der Startelf stehen?

Vorsah: Natürlich gibt das Sicherheit, genauso wie unsere Siege zum Start. Aber ich weiß, dass ich mir keine Fehler erlauben darf. Zum Glück habe ich einen erfahrenen Mann wie Joe (Simunic, d. Red.) neben mir.

kicker: Simunic scheint allerdings auch von Ihnen ein wenig zu profitieren. Er wirkte zuletzt nicht so souverän wie gewohnt.

Vorsah: Das täuscht. Ich lerne jedenfalls permanent von ihm. Wir sprechen unheimlich viel.

kicker: Simunic lobte, Sie könnten einer der besten Verteidiger in Europa werden.

Vorsah: Vielleicht hat er da ein wenig übertrieben. Aber so was macht mich natürlich schon stolz.

kicker: Was hat Ihnen Trainer Ralf Rangnick vor der Saison gesagt?

Vorsah: Er meinte, dass ich die Chance habe auf einen Stammplatz. Aber ich müsse mich mehr zeigen, stärker aus mir herausgehen.

kicker: Das fällt Ihnen sichtlich schwer. Vorsah: Ich bin eben ein sehr ruhiger Typ, sorry.

kicker: Ist das Passspiel noch Ihre große Schwäche?

Vorsah: So schlimm ist es nicht. Ich arbeite dran, damit es besser wird.

Ich habe in der Schule viel Leichtathletik trainiert und war über 100 Meter ganz gut. Aber dann habe ich mich für Fußball entschieden.

Isaac Vorsah

kicker: Woher haben Sie Ihre Schnelligkeit?

Vorsah: Ich habe in der Schule viel Leichtathletik trainiert und war über 100 Meter ganz gut. Aber dann habe ich mich für Fußball entschieden.

kicker: Als Sie vor drei Jahren aus Accra, der Hauptstadt Ghanas, nach Hoffenheim kamen, was war da Ihr erster Eindruck?

Vorsah: Alles war plötzlich so klein und ruhig. Accra ist riesig und immer in Bewegung, überall sind Leute unterwegs. Ich habe mir gesagt: Okay, so kann ich mich besser auf Fußball konzentrieren.

kicker: Vor der WM verlängerten Sie Ihren Vertrag bis 2014. Auch Klubs aus der Premier League sollen an Ihnen interessiert gewesen sein.

Vorsah: England wäre zu früh für mich gekommen. Mit meinem Berater war ich mir einig, dass ich bleiben muss, weil ich mich hier optimal entwickeln kann.

kicker: Nun stehen Sie mit Hoffenheim auf Platz eins, erinnert Sie das an das glorreiche Jahr 2008?

Vorsah: Klar. Aber wir müssen uns trotzdem noch ziemlich steigern. Drei Siege sind mir nicht genug.

kicker: Folgt am Samstag in Kaiserslautern also Nummer vier?

Vorsah: Ich weiß, das wird unglaublich heiß dort. Aber wir stehen auf Platz eins und wollen auch nach dem Spiel noch oben sein.

Interview: Martin Gruener